Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Cross Over
Herausgeber: Johannes Beilharz

Zeit

Robert Creeley  

 

Von Augenblick zu
Augenblick scheint
mir der Körper

dort zu
sein: ein
Atemholen,

Raummuster –
Gehen wir heute
wandern

ganz bis
zum Strand,
denken wir

daran, wo wir
in zwei Jahren
sein werden, wo

wir waren. Lass
die Tage gehen.
Jeder Augenblick ist

ein solch paradoxer
Begriff – ein
Wasserfall, der

rückwärts fließen würde,
wenn er könnte. Er
kann? Meine Zeit,

denkt man,
nähert sich
einem Ende. Dieses

Gefühl kommt
und geht. Kein
Maß ergibt jemals

genug, genug –
so dass sich “bring’s zu Ende”
allein erledigt.

(Time)

 

Aus dem Amerikanischen übersetzt von Johannes Beilharz. Das Gedicht stammt aus: Robert Creeley, Selected Poems, 1976. Die Auswahl der in diesem Buch versammelten Gedichte wurde von Robert Creeley selbst getroffen.

Robert Creeley (1926-2005) war einer der prominentesten amerikanischen Lyriker der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Wohl mehr aufgrund seiner Studien- und Lehrzeit am Black Mountain College in North Carolina als wegen einer gemeinsamen Ästhetik wird er mit den Black Mountain Poets assoziiert, zu denen u.a. Charles Olson, Denise Levertov und Robert Duncan gehörten. Biografische und bibliografische Informationen finden sich im Wikipedia-Artikel über Robert Creeley.

Weitere Gedichte von Robert Creeley in Übersetzung von Johannes Beilharz finden sich hier.

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