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Fließmichkiesel

Redaktion: 

Titelgrafik: Anna Niedhart, Tuschezeichnung 2007. (c) hochroth Verlag

Neu bei hochroth: Die Gedichte von Kerry Shawn Keys wurzeln in den Appalachen und im urbanen Amerika, umspannen jedoch die ganze Welt. Keys lehrte als Professor für Übersetzungstheorie und Creative Composition an der Universität Vilnius. 1992 wurde Keys mit dem Robert H. Winner Memorial Award ausgezeichnet, 2005 mit einem NEA Literature Fellowship. Darüber hinaus erhielt er ein Fulbright Stipendium für Afrikanisch-Brasilianische Studien und ist heute Mitglied des litauischen Schriftstellerverbandes sowie des PEN.
Keys hat Dutzende Bücher veröffentlicht, darunter Übersetzungen aus dem Portugiesischen und Litauischen. Seine eigenen Gedichte sind beeinflusst von Amerika, Europa, Brasilien und Indien, wo er eine beträchtliche Zeit gelebt hat. Mit seinem Nada Quartet bringt er Free Jazz und Lyrik zusammen. Zuletzt erschienen Night Flight (Gedichte, 2012) sowie Pienas (Prosa- und Theaterstücke, 2013). Seine Kolumne Republic of Užupis: Crossroads of World Poetry, Dispatch, for Poetry International, San Diego State University erscheint vierteljährlich.

 

In dieser Stadt zerren bei Nacht
(an Seilen)
die Polizisten, infiziert mit Uniformen,
die Sterne in den Himmel.
Ohne sie (die Seile,
Polizisten, Sterne)
würden die Berge stürzen
und Yemanjá würde
ertrinken in der rosenlosen See.
Die ganze nacht sitz ich
auf meiner Veranda in Vila Isabel,
höre dem Tauziehen zu und trinke Rum.
Pünktlich bei Tagesanbruch,
als Blende für die Armen,
hört das Tauziehen auf,
und die Beamten,
mit Undercoverpillen aus dem Norden,
legen ihre arme wie Flaggen
um die Sonne.

Kerry Shawn Keys: Sich einen Fluss verschaffen (englisch/deutsch). Gedichte / 34 Seiten, 8 Euro
Aus dem Englischen von Ron Winkler. Titelgrafik: Anna Niedhart, hochroth Verlag Wiesenburg 2017.

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