Fixpoetry

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Essay

„gebildetes künstliches Chaos“ - Miamification als Theorie-Roman

Berlin

1. Der neuste „Output“ der Publikationsmaschine

Mit dem von Armen Avanessian verfassten Buch Miamification (Merve, 2017) liegt der neueste „Output“ der seit 2010 agierenden Publikationsmaschinerie Spekulative Poetik vor. Formal handelt es sich bei dem vorliegenden Buch um einen aus Tagebucheinträgen zusammengesetzten Reisebericht, der anlässlich eines im Herbst 2016 durch das Art Center South Florida gesponserten Aufenthalts in Miami entstanden ist. Dabei ist die literarische Verfasstheit des Textes mehr als augenscheinlich: Miamification dynamisiert Diegese und Fokalisierung des Reiseberichts und orchestriert Realitätseffekte, die denjenigen der realistischen Literatur in Nichts nachstehen. Das inhaltlich eine Vielzahl an theoretischen Fragen verhandelt werden, tritt hinter der formalen Eigenlogik des Buches zurück, in dem Avanessian versucht, seine Leser unmittelbar an seinem Kampf um Selbstbestimmung und Selbstwerdung, aber auch um Geltung und Aufmerksamkeit teilhaben zu lassen. Dabei inszeniert er sein Ringen nach einer „poetischen Wahrheit“ auch durch das Verwischen der Grenze zwischen Fiktion und Wirklichkeit und das Einfügen nicht-fiktiver Realia: So steht der letzte Teil des Buches im Zeichen des Hurricane Matthew, der den Philosophen dazu zwingt, seinen Abflug zu verschieben. Sowohl Tagebuch als auch Reisebericht sind – insbesondere nach ihrer Veröffentlichung – literarische Gattungen, die das Verhältnis zwischen Authentizität und Inszenierung sowie Fakt und Fiktion durchspielen. Es lohnt sich deswegen, den formalen Aufbau des Textes sowie jene literarischen Techniken eingehender zu betrachten, die den Anspruch der „Spekulativen Poetik“ nach „Selbstbestimmung durch sprachliche Praxis“ sowie „Veränderung der Welt durch Sprache“ umsetzen.[i] Aus diesem Grund unternehme ich den Versuch und lese Miamification als Theorie-Roman, einer sehr gegenwärtigen Aktualisierung jener literarischen Gattung also, die von Friedrich Schlegel als „gebildetes künstliches Chaos“[ii] bezeichnet wurde und wie keine andere zur Assemblage verschiedener Schreibstile und Textarten in der Lage ist. Miamification derart zu lesen erlaubt es mir, die in dem Buch realisierte Inszenierung von Autorschaft im Spannungsverhältnis von Autonomie und Aufmerksamkeitsökonomie zu betrachten und vorsichtige Aussagen über die nunmehr nicht nur philosophische, sondern auch literarische Poetik Avanessians zu treffen.

 

2. Miamification zwischen „literarischer Fiktion“ und „poetischer Philosophie“

Bereits gegen Ende seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Freien Universität Berlin 2010 fokussierte Avanessian in Kooperation mit Anke Hennig den Aufbau der Forschungsplattform Spekulative Poetik, die sich mehr und mehr zu einem in Stil und Haltung bewusst 'anti-akademischen' Rechercheinstrument zur Befragung der Möglichkeiten gegenwärtiger theoretischer und philosophischer Positionen entwickelt hat. Gegen den Zweifel an der eigenen wissenschaftlichen Arbeit sowie das institutionelle Korsett der Universität setzt Avanessian „das Bauen von Plattformen, die von anderen Wissensformen profitieren und von denen andere profitieren.“[iv] Es ist konsequent, dass eine auf Poetik gründende Theorie nunmehr in den Raum des Literarischen eingetreten ist, sodass nicht auf den ersten Blick entschieden werden kann, ob der schmale Gipfelgrat zwischen „literarischer Fiktion“ oder „poetischer Philosophie“ zur einen oder zur anderen Seite überschritten ist. Vielen Lesern wird aufgefallen sein, dass bereits die Einleitung von Überschrift (Merve, 2015) neben einer topographischen Äquivalenz zur Exposition von Miamification (Zug und Flugzeug) auch eine strukturelle Ähnlichkeit der sprachlichen Ausgestaltung aufweist, die mehr als signifikant ist. In diesem Zusammenhang stellt die literarische Form des Theorie-Romans Miamification eine Radikalisierung der bereits in dem Universitäts-Buch Überschrift angelegten poetischen Strategien dar. Miamification bedient sich einer anderen, literarischen Wissensform, in der sich die Ziele der Spekulativen Poetik verwirklichen sollen und die Anstrengung des Philosophen, sich selbst und seine Welt zu verändern, Ausdruck findet. 

In Überschrift unterscheidet Avanessian zwei Formen des poetischen Schreibens: Die „literarische Fiktion“ und die „poetische Philosophie“, deren gemeinsamer Ausgangspunkt die deiktische Origo ist.[v] Von diesem deiktischen Zentrum entfaltet sich die Narration – sei sie literarisch oder philosophisch – auf zeitlicher und räumlicher Ebene. Dieses Zentrum ist derjenige Ort, von dem ein Sprechakt aus getätigt wird. Sowohl literarisches Schreiben und poetische Philosophie gehen Avanessian zufolge von dieser Origo aus und zielen „auf die Konversion oder den Eintritt in eine andere Welt“ (Ü, 8). Während die „literarische Fiktion“ eine „deiktische Verschiebung des Lesers“ anstrebt, die seinen „Eintritt in die imaginäre Welt des Protagonisten“ bedeutet, strebt die „poetische Philosophie“ eine umfassendere deiktische Transformationskraft an, die „die Welt eines neuen Denkens durch das Einnehmen einer anderen Position in der Welt“ (Ü, 250) provoziert. Aus diesem Grund – und in deutlicher Abgrenzung zur „literarischen Fiktion“ – widmet Avanessian Überschrift „dem Begehren des Schreibens, sich anders in der Welt zu verorten“ (Ü, 9). Vor diesem Hintergrund ist es das Schreiben, in dem „die Transformation von Wissen in Wahrheit“ ihren Ort findet, die wiederum dann entsteht, „wenn ein Subjekt die Verantwortung für sein Denken, seine Erfahrung, seine Auseinandersetzung übernimmt“ (ebd.). Laut Avanessian wird eine Philosophie dann „ethisch, wenn sie sich am Aufbau einer deiktischen Ich/Hier/Jetzt-Origo versucht, wenn sie das Subjekt im konkreten Sinn, in Raum und Zeit, situiert“ (Ü, 249). In Überschrift legt Avanessian eine „Genealogie der wissenschaftlichen Moral“ vor. Als Methode muss die Genealogie laut Foucault zeigen, „wie der Leib von der Geschichte durchdrungen ist und wie die Geschichte am Leib nagt.“[vi] Während in Überschrift noch das Lot in die Historie einer wissenschaftlichen Moral gesenkt wurde, um die Spannung der eigenen Origo zu verstehen und zu verändern, ist Miamification das Produkt eines veränderten Subjekts, dem es unmöglich geworden ist, die notwendige Ruhe zur Versenkung des Lots aufzubringen. Die in Miamification vorgeführte Existenz ist ins Schwimmen geraten. Zu Beginn des Romans macht der Romanheld seine mit ihm nach Miami gereiste Freundin noch auf das „komplette Fehlen einer Philosophie des Schwimmens“ aufmerksam: „Ein schwimmendes Denken […], das dem Phänomen [des Schwimmens] wirklich auf den Grund geht, den gesamten Körper, Oberarme, Rücken, Beine involviert und das Gleiten in der Materie nicht nur oberflächlich denkt. Das immer wieder aus dem Wasser auftaucht und darin versinkt“ (M, 21). Es ist eine Zeit im Leben des Romanhelden angebrochen, in dem ihm das Schwimmen eine diebische Freude bereitet. Das Lot aber aus dieser vom Meer getriebenen Beweglichkeit zielgerichtet zu versenken: unmöglich. Deswegen ist Miamification kein Buch, das seinen Lesern ein Angebot macht. Es ist: Leuchtfeuer der vollzogenen ‚Überschreibung‘.

In Überschrift setzt sich Avanessian deutlich mit seiner persönlichen Situation als Akademiker auseinander und arbeitet an der Möglichkeit, ein deiktisches Potential der Philosophie herzustellen, das Ort und Ziel des eigenen Schreibens markiert und sich selbstbewusst aus dem Universitätssystem herausschreibt. Nachdem diese sowohl institutionelle als auch lebensweltliche Grenze durch das Überschrift-Buch überschritten wurde, unterstreicht Avanessian in Miamification seine Position als ambitionierter Philosoph, der im Kunstfeld überwintert (M, 7). Das Begehren nach „Indikativ-Werden“ (M, 127) scheint geglückt, wo aber läuft die eigene Theorie Gefahr, sich zuwieder- und zuwiederholen? Wo beginnt die Spekulation eine Quadratur des Kreises zu werden und ins Leere zu laufen? Mehr als alles andere ist Miamification ein Buch, das zwar aus der Lust zu Schreiben, aber auch aus einer Ratlosigkeit geschrieben wurde, die das Wuchern der Theorie nicht zu ‚überschreiben‘ in der Lage ist. Aber Miamification zelebriert auch eine Lust an der eigenen Ratlosigkeit, die optimistisch und zukunftsfroh das Schwimmen und die Inszenierung der eigenen Autorschaft genießt. In Überschrift und Miamification, aber auch an anderen Orten im Hypertext der sozialen Medien facebook, Twitter und Instagram wird nur so viel preisgegeben, wie notwendig ist, um das gewollte ironische Selbstbild als Inkubationsmessias des Denkens zu zeichnen. Dabei wird der Versuch unternommen, eine „nicht-neurotische oder zumindest postödipale Perspektive zu entwerfen“, die „diejenige des sich aus seinem Begehren definierenden Fetischisten“ (Ü, 171) ist. Dabei ist die lebensweltliche Wirklichkeitswerdung des eigenen Begehrens eine sich verwirklichende Fiktion, die in Miamification kein anderes Ziel hat, als ‚Text‘ und ‚Buch‘ zu werden. Das merken die Leser und sollen es auch.

In seinem zentralen Referenzpunkt für die theory-fiction nennt der iranische Philosoph Reza Negarestani diese Realwerdung der Fiktion Hyperstition, „a term loosely defined as fictional quantities that make themselves real.“[vii] Avanessian arbeitet mit dem Konzept der Hyperstition, das letztlich auch für seinen Miami-Aufenthalt ‚verantwortlich‘ ist. So heißt es im Kapitel „Freitag 30. September: Hyperstitions und Derivate“: „Der eigentliche Anlass für deinen Besuch hier in Miami ist das morgige Screening von Hyperstition. Natürlich hast du wenig Lust, zum soundsovielten Mal eine inhaltliche Einführung zu geben. Auf der anderen Seite hast du dir das selber eingebrockt und den Film ja auch bewusst als PR-Instrument mitkonzipiert für eine hype-hungrige und alle paar Jahre nach dem nächsten Theorie-Kick gierende Kunstwelt“ (M, 62). In der Engführung von „poetischer Philosophie“ und Hyperstition flirrt die Differenz von Fiktion und Wirklichkeit. So schwer dadurch die klinische Unterscheidung zwischen „Fiktion“ und „Poetik“ fällt, sosehr muss mindestens die in Miamification vorliegende Überlagerung der Genres festgestellt werden, die als Abweichung von der Norm Fragen nach dem Status des Texts sowie der Funktion poetischer Strategien aufwirft. Denn in Miamification inszeniert sich der reale Autor Avanessian als Protagonist einer theory-fiction, die das Ziel hat, den Lesern das Abenteuer der Theorie sowie die widersprüchliche Lebenssituation des Romanhelden möglichst leibhaftig und plastisch vor Augen zu führen. Dadurch soll jener „historische Sinn“ Nietzsches poetisch hergestellt werden, „der weiß, dass er perspektivisch ist […] und das System seiner eigenen Ungerechtigkeit nicht [ablehnt].“[viii] Diese genealogische Methode verpflichtet, einen Gegenstand oder ein Phänomen „unter einem bestimmten Blickwinkel“ zu betrachten. Durch die vollzogene ‚Überschrift‘ fällt es dem Romanhelden schwer, sowohl den Gegenstand, als auch seinen eigenen Standpunkt zu benennen. Mehr noch locken in Miami hunderte Gegenstände, hunderte Existenz-Möglichkeiten, so viele unbeschriebene Zukünfte in so vielen schönen Ländern usw. usf. Wahr ist für den Romanhelden aber geblieben, entschlossen zu sein, „abzuschätzen, ja oder nein zu sagen, allen Spuren des Gifts zu folgen, das beste Gegengift zu finden.“[ix]

Neben dieser sehr persönlichen Aufgabe erfüllt Miamification die Funktion einer Monstranz, das im theoretischen Feld als Schaugerät einsetzt und symbolisches und kulturelles Kapital feierlich ausstellt. Der Poetik kann deswegen besser vom Text, nicht der Art und Weise seiner Inszenierung begegnet werden, wobei es nicht leicht ist, die Monstranz in ihrer penetranten Deutlichkeit zurückzuweisen. In dieser Hinsicht führt der Autor eine so strategische wie vergiftete Feldoperation durch, die in ihrer pointierten Berechnung einer instrumentellen Logik folgt. Aber ob Miamification tatsächlich Produkt einer „humorvollen Haltung“ ist, die „die Gesetzte eines Feldes“ versteht und der es gelingt, diese „gegen sich zu wenden“ (M, 10), ist nicht so eindeutig. Denn das Subjekt dieser Aussage lebt im ruhelosen Status einer permanenten Entfremdung, in dem es (gesellschaftliche/institutionelle/ökonomische) Gewalt und Zwänge aufzudecken, zu verstehen, aufzulösen und durch neue zu ersetzen versucht, Gift und Gegengifte gegeneinander abwägt. Miamification ist eine solche poetische Abwägung, die zu kontrollieren zu keinem Zeitpunkt des Schreibexperiments vorgesehen war: Das ist geplante Planlosigkeit. Als Philosophie muss diese poetische Strategie aber für den Romanhelden scheitern, denn so oft und so gründlich dieser die vorliegenden Theorie- und Diskurs-Exzerpte auch durchsieht und durcharbeitet, muss er feststellen: „immer wieder drehst du dich im Kreis“ (M, 84). Der radikale Gestus des Anti-Akademismus produziert folglich keine neuen Erkenntnisse, sondern vollführt eine Balz um Aufmerksamkeit, die mit gutem Willen und Vorkenntnis der Theorie in eine anspruchsvolle, tragische, sinnsuchende, philosophische Richtung gelesen werden kann.

Um dieser Richtungsentscheidung Raum und Zeit zu geben, interessiere ich mich weniger für die theoretische Verhandlung der in Miamification diskutierten Sujets (die auch Aufmerksamkeit verdienen), sondern folge dem Autor darin, seinen Text als Schreibexperiment und -setting zu betrachten, das eine formale Spannung entwickelt, unter der die von der Spekulativen Poetik intendierte „sprachliche Praxis“ selbst ‚zu sprechen beginnt‘. Somit ist neben dem was in Miamification gesagt oder an Theorie verhandelt wird (histoire) auch das wie der Verhandlung (discours) von besonderer Bedeutung. Dabei ist das von Avanessian theoretisierte deiktische Modell für beide Bücher, Überschrift und Miamification, von Bedeutung, da ihr Autor in ihnen die Zwänge, unter denen sie geschrieben worden sind, sowie die Strategien, mit denen sie diese aufzulösen versuchen, reflektiert (Fetischisierung/Entfremdung/Plattform). Sie performieren das Wissen um die Orte, von denen sie geschrieben worden sind und zu denen sie gelangen wollen und greifen aus diesem Grund auf Deiktika und indexikalische Ausdrücke zurück, die das schreibende Subjekt innerhalb der Welt und eines sozialen Beziehungsgeflechts verorten. In Miamification ist eine ‚akzelerationistische‘ Steigerung der Bezugnahme auf reale Personen, Orte, Gegenstände und Ereignisse innerhalb einer räumlich-zeitlichen Welt festzustellen, die trotz des Versuches ihres Autors, uns vom Gegenteil zu überzeugen, alles andere als real sind. Zahlreiche Realitätseffekte verdeutlichen die Anstrengung, das Ringen um poetische Wahrheit am Strand von Miami Beach zu vergegenwärtigen. In dieser tropischen und für deutsche Leser so eigentümlich befremdlichen, amerikanischen Kulisse lässt uns der zum Romanhelden avancierte Philosoph an seinen Gedanken und seinem Erleben teilhaben. Dabei legt er keine Reportage vor, sondern ein in Florida vorgelegtes Bekenntnis zu seinem Denken. Jede Beschreibung eines Ortes oder eines Gegenstands, jedes noch so nebensächliche Detail – gerade diese! – erfüllen den Effekt, den Leser von der Wahrhaftigkeit der vorgetragenen Buße zu überzeugen[x], somit die Realität des Dargestellten vor Augen zu führen und die Ruhelosigkeit des nach dem Absoluten fragenden Philosophen zu hypostasieren. Obwohl der Protagonist vorgibt, „kein Interesse an ästhetischen Beschreibungen des Strands von Miami Beach“ (M, 19) zu haben, ja überhaupt Ästhetik zugunsten einer umfassenden Poetik ablehnt, operieren zahlreiche Eindrücke der sinnlich-wahrnehmbaren Miami-Welt als Realitätseffekte: „ein hellblaues Kissen, leicht über den Bettrand eingeklemmt, zwischen Wand und Matratze“ (M, 13); „die krude Mischung aus Sonnenmilch und einer Creme gegen Insektenstiche (unbedingt verwenden, hatte einer der besorgten Verantwortlichen des Art Center in einer E-Mail geschrieben).“ (M, 20); „Vor allem hängt ab dem späten Nachmittag ein dichtes Rot unter den Wolken, bis tief in die Nacht. Ein Rot, das sich in den feuchten Straßen nicht einfach reflektiert, sondern zusätzlich von unten, von den Warnzeichen, den Bremslichtern und Ampeln speist.“ (M, 40); „Eben kommt eine E-Mail von Airberlin, das euer morgiger Flug wegen des näherkommenden Hurricanes gestrichen ist.“ (M, 104); „Alles wird gut. Sagst du dir und allen die danach fragen. Und ertappst dich dabei, doch noch zu notieren, dass du das Manuskript zur Sicherheit an Bernd, deinen Lektor, schickst“ (M, 105).

In Miamification wird der Autor zum Protagonisten seiner eigenen Erzählung und somit zum Held eines Theorie-Romans, dessen offene Form die artifizielle Selektion der unterschiedlichsten Sujets gestattet und dem Autor ermöglicht, das voyeuristische Interesse seiner Leser zur Kombination und Integration der Theorie in die diegetische Welt zu nutzen. Miami ist für den Romanhelden eine Schreibszene, die mit der Schwierigkeit einsetzt, „philosophisches Schreiben in deinem Leben zu halten“ (M, 126). Gerade aber, weil die Reflexion über die Form des eigenen Schreibens zugunsten eines Schreib-Flux aufgegeben wurde, gerade aus dieser bewussten Formlosigkeit ist ein Theorie-Roman entstanden, der nunmehr Konfliktlinien und Spannungen der „Spekulativen Poetik“ deutlicher als vorher zu Tage treten lässt. Denn gehört es nicht zu den verdienlichen Eigenheiten der Literatur, dass diese bekanntlich gerade da zu sprechen beginnt, wo Autoren zu schweigen vorgeben?

 

3. Miamification als Theorie-Roman

Für Philipp Felsch war die Theorie der 1968er Generation „mehr als eine Folge bloßer Kopfgedanken; sie war ein Wahrheitsanspruch, ein Glaubensartikel und ein Lifestyle-Accessoire.“[xi] Dieser Ausspruch kann ohne Abstriche auf Avanessian übertragen werden. Ruhelos postuliert er sein Begehren nach einem „Absoluten“, der „Erweiterung der Bedingungen und Möglichkeiten der Philosophie“ sowie einem „etho-poietisch“ hergestellten „wahren Wissen“ (Ü, 252). Diese Möglichkeit einer wissens-ehtischen Wahrheit steht in direktem Zusammenhang mit den Zielen der Spekulativen Poetik nach „Selbstbestimmung“ sowie „Veränderung der Welt“ durch sprachliche Praxis. In Miamification heißt es über die Spekulative Philosophie, das sie „kein reines Denken“ sei und „gerade nicht [versuche], sich vom schmutzigen Getümmel fernzuhalten“ (M, 122). Sie steht in Kontakt mit der Welt, sodass Entfremdung, Müdigkeit, Erschöpfung, Kontingenz sowie Eingriffe von Dritten in den Text die erkenntniserweiternden Prozesse darstellen, die das Denken in dem Maße „wahr“ werden lassen wie sich der Denkende neu in der Welt verortet.

Felsch attestiert den Theoretikern Deleuze und Baudrillard, dass sie „wichtigere Aufgaben zu haben [scheinen], als wahr zu sein“.[xii] In Miamification unternimmt Avanessian den Versuch, seine Leser von der Wichtigkeit seiner „Aufgaben“ zu überzeugen. Allein das Cover im bekannten Merve-Look präsentiert den über-komplexen Urschleim, aus dem heraus Miamification verdichtet wurde. Literarische Wissensformen, insbesondere aber die Formen der (großen) Epik, setzen sich seit ihren Anfängen mit der Herstellung und Fabrikation von Totalität, Wissen und Wahrheit auseinander. Gleiches gilt mit Sicherheit auch für die Philosophie, aber mit Miamification liegt ein Buch vor, dass keinen neuen philosophischen Standpunkt entwickelt. Stattdessen führt Miamification die kreative Selektion und Kombination von Diskurs- und Theoriefragmenten vor, die durch die Inszenierung der räumlich-zeitlichen Welt der Diegese zusammengehalten werden. Auf die Art entspricht Miamification jener literarischen Gattung, die wie keine andere für den philosophischen Anspruch der Romantik steht, die Welt als Ganzes zu erfassen. Dass Miamification nur als Sprachfetzen und Fragment vorliegt, verstärkt seinen romanhaften Eindruck. In Miamification inszeniert sich der Philosoph als Held im intellektuellen Schaukampf gegen einen – von allen Nicht-Akzelerationisten unverstandenen – Techno-Kapitalismus. Zur ‚poetischen‘ Aufführung seiner Fruchtbarkeit ist der Romanheld auf die Stabilisierung der Theorie-Fragmente, Notizen und Gedankensplitter durch die zwar auch philosophische, aber doch viel mehr genuin literarische Romanform angewiesen. Ob der Romanheld dabei „humorvoll“ vorgeht oder nicht viel eher tragisch scheitert, muss durch die Lektüre beantwortet werden.

Der Romantiker Friedrich Schlegel beschreibt den Roman als „Ruine der Natur“, dessen Idee das „Chaos“ ist.[xiii] Ebenso spricht er vom Roman als „gebildetes künstlichen Chaos“.[xiv] Für den Rezensenten Tom Wohlfarth hat Avanessian am Strand von Miami „die Zeichen einer künftigen Weltordnung entdeckt“, die eine „Welt ohne Ordnung“ ist.[xv] Man muss Miamification gar nicht lesen, um einen Eindruck dieser Unordnung zu erhalten, mit der sich Avanessian poetisch auseinandersetzt. Als unverbundene Auswahl (Asyndeton) präsentieren sich die lose im Theorie-Roman verhandelten Themen: Vom „Beach“, der nicht-fiktiven Realie „Hurricane“, über „Einwanderung“ und „Klimawandel“, einer popkulturellen Referenz zum Film „Heat“ – der übrigens in L.A. spielt, aber „die Filme, Personen und Bilder vermischen sich“ (M, 123) –, mehreren Sprachwitzen wie „Jetzt-Lag“ oder „Orange-Utan“, zu theorielastigen Begriffen wie „Singularity“, „Technopolitik“, „Hacking“ und „Rekursion“ sind die Themen auf dem Cover des Buches zu einer zersplitterten Totalität zusammengefasst, die der Held des Theorie-Romans unter größtmöglicher Kraftanstrengung auf hundertachtundzwanzig Merve-Seitchen zueinander in Beziehung setzt und zu einem stimmigen Ganzen zusammenfügt. Denn das macht den Helden dieses Theorie-Romans aus, dass er sich in dem undurchsichtigen Wust aus pomo- und schizo-Fragmenten zurechtfindet, sich kreativ im theoretischen Feld positioniert und zum Beweis seiner intellektuellen Durchschlagskraft ein eigenständiges Theoriegebäude errichtet, das fortan als Referenzpunkt für noch verzweifeltere Ritter auf ihrer Suche nach poetischer Wahrhaftigkeit dienen kann. Diese Komplexität nachzuvollziehen – nachvollziehen zu können – gilt als Eintrittskarte in das vielschichtige Feld, aus dem der Theorie-Roman seinen Ausgang nimmt. Sich derart zu positionieren, steht ganz im Zeichen der in Überschrift entwickelten Etho-Poiesis, die auf die Herstellung eines „wahren Wissens“ zielt und durch die „Verantwortung [die ein Individuum] für sein Denken, seine Erfahrung, seine Auseinandersetzung“ (Ü, 9) übernimmt, gewährleistet wird. Diese Verantwortung zu übernehmen, gleichzeitig aber den auch ökonomischen Unsicherheiten einer poetischen Existenz ausgesetzt zu sein, nötigt den „sich über sein Begehren definierenden Fetischisten“ zu einer multi-medialen Hyperaktivität, einer zwanghaften Auseinandersetzung mit den Anforderungen der Aufmerksamkeitsökonomie. So muss aus dem Nachvollzug der Gewalttätigkeit dieser schönen neuen Welt eben diese zur Heimat des von der Geschichte durchdrungenen Subjekts werden. So positioniert sich die Spekulative Poetik als ideenschwangerer Leuchtturm im theoretischen Feld, in dem das Federkleid der Theorie in den matten und doch so warmen Neonfarben der Fernsehserie Miami Vice zu leuchten beginnen soll. Seine Leserschaft aber eindrücklich und bildhaft am Prozess der Wirklich-Werdung der eigenen Theorie teilhabenzulassen, ist Ziel des Theorie-Romans Miamification. Deswegen ist es auch beinahe nebensächlich, dass die auf dem Cover asyndetisch aufgeworfenen Sujets, wie Wohlfarth schreibt, „nicht annähernd erschöpfend behandelt, aber auch nicht nur assoziativ evoziert“ werden. Für ihn „verdichten“ sie sich schließlich „im Bild der Stadt“ Miami „in und mit“ der Avanessian sein Buch geschrieben hat. Man kann Miamification auch weniger gutmütig lesen, denn es unternimmt einige Anstrengung darin, seine Leser glauben zu machen, dass es sich um ein philosophisches Buch handelt. Das ist es auch in der Tat, aber es ist eben auch ein Theorie-Roman, der darüber hinaus mit den Formen des Tagebuchs und des Reiseberichts spielt. Ob aber der philosophische Anspruch der Spekulativen Poetik – für sein Denken, seine Erfahrung und seine Auseinandersetzung Verantwortung zu übernehmen sowie die Möglichkeit sich auf Grund eines neuen Denkens anders in der Welt zu verorten – in dem Theorie-Roman Miamification eingelöst wird, ist eine berechtigte Frage. Denn würde sich der Anspruch der Spekulativen Poetik als Philosophie einlösen, bedürfte sie dann noch der Romanform? Nur ein Blick auf die Gemachtheit des Theorie-Romans kann diese Fragen beantworten. So viel aber sei gesagt: Die Theorie knirscht in den Scharnieren. In Miamification verfehlt die Spekulative Poetik ihren Anspruch und verklagt den für sich selbst in Anspruch genommenen Begriff der poetischen Wahrheit.[xvi]

 

4. Tagebuch(literatur) und Formproblematik

Gerade aber, weil das Buch – zumindest nicht bewusst – als Theorie-Roman geschrieben wurde, ist seine Form problematisch, das heißt als Abweichung von der Norm spannend und in seinem Funktionieren und seinen Konsequenzen zu befragen. Auf den ersten Blick erscheint es nicht selbstverständlich, Miamification in die Nähe der Literatur zu rücken oder gar als Theorie-Roman zu lesen. Das Buch ist nicht, wie in der Belletristik geläufig, als Roman markiert. Auch würde es den Philosophen und Literaturwissenschaftler Avanessian verwundern, in die Nähe der Belletristik gerückt zu werden. Doch so einfach ist es nicht und man sollte bei der Lektüre eines Buches am wenigsten auf die Meinung seines Autors geben. In Miamification inszeniert sich Avanessian als Romanheld und ist als solcher zum Suchenden geworden, der in einer transzendentalen Orientierungslosigkeit, die anscheinend auch nicht durch Spekulation aufzulösen ist, auf die literarische Wissensform des Theorie-Romans zurückgreift. Im Kapitel „Montag 3. Oktober: Miamification vs. The Orange-Utan“ gesteht sich der Romanheld ein, dass er „unentschieden, oder ganz einfach und ehrlich gesagt: überfordert von diesen Fragen [ist], auf die du weiterhin keine Antworten weißt. Fragen, zu denen du letztes Jahr schon, während deines Semesters in L.A., viel gelesen hast. Immer wieder schaust du in deine Exzerpte, und immer wieder drehst du dich im Kreis. Aber du hast dieses Schreibsetting ja auch gewählt, um nicht alles entscheiden zu müssen. Und trotzdem über Fragen wie der Zukunft der USA nachzudenken, denen du hier vor Ort nicht aus dem Weg gehen kannst“ (M; 84). Sich nicht für eine Struktur, für eine Form und Ordnung zu entscheiden, das ist ein romantischer Impuls, der im Theorie-Roman seinen Ausdruck findet.

Im Vergleich zu Avanessians vorherigen Publikationen fällt auf, dass es sich sehr deutlich um kein akademisches Buch handelt. So sind z.B. Überschrift, aber auch das mit Anke Hennig zusammengeschriebene Buch Metanoia (Merve, 2014) durch die formalen Anforderungen eines akademischen Inhaltsverzeichnisses gekennzeichnet. Stattdessen orientiert sich Miamification bereits an den formalen Vorgaben der Tagebuchliteratur und listet siebzehn Tage vom 22. September bis zum 8. Oktober 2016 auf, die jeweils mit Kapitelüberschriften versehen sind und die einzelnen Buchkapitel darstellen. In drei bisher erschienen Rezensionen wird der formale Aspekt des Tagebuchs in jeweils unterschiedlicher Akzentuierung erkannt. So schreibt Georg Dickmann, dass „zwischen Strand und Schreibtisch 17 philosophische Tagebucheinträge [entstehen], in denen assoziativ-lose und doch mit einer enormen Präzision brennende Themen von heute besprochen werden: Trump, Big Data, Kapitalismus, Überwachung, Einwanderung, Facebook, Twitter, etc.“.[xvii] Vorsichtiger erkennt Samael Falkner, dass „das Buch selbst, zu einer Art Tagebuch strukturiert“ ist und „gesellschaftlichen, technischen und ökonomischen Fragen anhand des Alltages in Miami nachgeht“.[xviii] Am treffendsten, da am vorsichtigsten gelingt es Tom Wohlfarth die Komplexität des Textes zu beschreiben, indem er Miamification als „schreibendes Nach-und Vorausdenken, irgendwo zwischen Tagebuch und Selbstgespräch, Essay und Reisebericht“ bezeichnet.[xix] Die Uneindeutigkeit der Rezensenten ist Programm. Während Dickmann Miamification eindeutig als „philosophische Tagebucheinträge“ bezeichnet, nennt es Falkner „eine Art Tagebuch“. Wohlfarth betont die Hybridität der Genres, ohne eine genaue Definition zu geben.  Welche literarische Gattung könnte diese Hybridität besser in sich vereinen, als der Roman? Friedrich Schlegel bezeichnet die Frage, was ein Roman sei, als „unauflöslich“. Ein Roman sei schlichtweg „ein romantisches Buch“.[xx] Und weiter heißt es in Schlegels Brief über den Roman: „Ja ich kann mir einen Roman kaum anders denken, als gemischt aus Erzählung, Gesang und anderen Formen.“[xxi] Diese Hybridität der Gattungen und Formen lässt sich – selbstverständlich unter gänzlich anderen Vorzeichen als um 1800 – beispielhaft in Miamification finden.  So besteht das Kapitel „Mittwoch 5. Oktober: Interview und Selbstbefragung“ zum Teil aus einem Interview mit dem Chefredakteur des Philosophie Magazins Wolfram Eilenberger. Auch in dem Kapitel „Freitag 30. September: Hyperstition und Derivate – Wie funktioniert Theorie heute?“ kopiert Avanessian einige Stichworte zu Themen in sein Buchmanuskript, die er sich anlässlich einer Fragerunde im Art Center South Florida überlegt und die wie die Stichworte einer Power-Point-Präsentation auf den Seiten stehen. Miamification ist als Tagebuch strukturiert, das von Anfang an zur Veröffentlichung vorgesehen war und kann deswegen nicht vorbehaltslos als „Tagebuch“ gelesen werden. Eher muss es in die Nähe der Tagebuchliteratur oder des Tagebuchromans gerückt werden, hybriden Formen also, die einem Autor ein weites experimentelles Feld eröffnen, in dem sich dieser als schreibendes Subjekt entwerfen kann. Jochen Vogt nennt eine Reihe von Merkmalen des Tagebuchromans, die auf Miamification anwendbar sind.[xxii] So ist der Tagebuch-Roman (ähnlich dem Brief-Roman) eine Form des Ich-Romans (als der Miamification beginnt und endet), in dem die zeitliche Retrospektive nur eine untergeordnete Rolle spielt. In Miami reflektiert der Roman-Held zwar seine jüngere Vergangenheit und eruiert mögliche Zukünfte. Der Fokus liegt aber auf einer Gegenwärtigkeit des Erzählens, was durch das vorherrschende Tempus des Präsens unterstrichen wird.

 

5. Typologie des Roman-Helden und Erzählperspektive

Das Grundsetting von Miamification ist simpel und lässt sich auch ohne Paratexte (z.B. im Buchumschlag oder auf dem Klappentext) nachvollziehen. Wahrscheinlich wäre die Leserschaft auch von Leseanweisung gelangweilt, denn durch die Selektion und Kombination seiner Sujets und Motive adressiert Miamification eine qua (Hochschul-)Bildung sehr homogene Klasse, die sich für philosophische und abstrakt-theoretische Fragen interessiert. Zunächst aus der ersten Person Singular berichtet ein offensichtlich von seinem Alltag gezeichneter Philosoph von seinen Eindrücken in einer Flugzeugkabine. Wie aus dem Nichts ist bereits im vierten Satz ein „Verlangen nach Text“ und eine „Lust zu schreiben“ (M, 7) entstanden. Die Leser erfahren, dass der Protagonist in seinem Alltag offenbar viele Projektbeschreibungen, Aufsätze, Vorträge und Auftragstexte „absondern“ muss und nun zwei Wochen Zeit und Ruhe zum Nachdenken und Schreiben hat. „Aus diesem kleinen Zeitpolster heraus meldet sich ein Wunsch nach Standortbestimmung.“ Die Überführung der eigenen Befindlichkeit in die durch die Tagebuchform strukturierte Narration dient der Erfüllung dieses Wunsches nach Standortbestimmung sowie der nicht unbedeutenden Frage, „wie sich jenseits der akademisch beglaubigten Formate und Regularien Philosophie betreiben [lässt], die nicht versucht […] die Zeit zurückzudrehen“ (M, 8). Dieses offensichtlich zur Schau gestellte Begehren nach Antworten charakterisiert den Protagonisten des Miami-Berichts in medias res als Suchenden, der versucht, eine „Ordnung in all das in den letzten Monaten Gelesene, Exzerpierte, in Vortragsmanuskripten Anformulierte zu bringen“ (M, 21). Für Georg Lukács ist die Romanform durch die psychologische Dimension des Romanhelden als Suchenden charakterisiert. Der Roman beabsichtigt „gestaltend die verborgene Totalität des Lebens aufzudecken und aufzubauen“, wobei das Suchen „nur der vom Subjekt ausgehende Ausdruck dafür [ist], dass sowohl das objektive Lebensganze wie seine Beziehung zu den Subjekten nichts selbstverständlich Harmonisches an sich hat.“[xxiii] Die Suche nach Selbstbestimmung sowie die Einbeziehung der Risse und Abgründe der gesellschaftlichen Situation realisiert sich in Miamification durch die in die Gestalt des Theorie-Romans eingefädelte Auseinandersetzung mit ‚kritischer‘ Gesellschaftstheorie, den Giften und Gegengiften der eigenen Existenz.

Dass der Protagonist auf dem Weg nach Miami ist, weiß der Leser zu Beginn nur aus der Kapitelüberschrift oder dem Titel des Romans. Erst auf der vierten Seite richtet der Erzähler mehrere Fragen an sich selbst: „Wo komme ich her? Wie kommt es, dass Ich in diesem Flugzeug sitzt [sic!], nach Miami of all places? An wen richtet sich der Wunsch zu schreiben?“ (M, 10). Die narrativen Koordinaten des Berichts sind an dieser Stelle etwas verwirrend, da die Fokalisierung der Erzählperspektive dynamisiert wird. So beginnt der Theorie-Roman in der ersten Person Singular, unterbricht eine mögliche Einheitlichkeit der Erzählperspektive aber durch ein erstes grammatikalisches Störmoment. Dieses Signal setzt an eben jenem Punkt an, an dem sich die Diegese entfaltet. Die sich in den nächsten Sätzen vollziehende Verschiebung der Erzählperspektive ist eine zentrale poetische Strategie des Theorie-Romans, das das philosophische Begehren der Spekulativen Poetik ein anderes Selbst herzustellen, umsetzt. In der Folge wird im Einleitungskapitel weiterhin mit den Möglichkeiten der Positionierung des Erzählens innerhalb der erzählten Welt experimentiert: Mal wird in der ersten Person, mal in der zweiten Person Singular geschrieben, wobei die aus der subjektiven Sicht des Roman-Helden aufgeworfenen Fragen von einer den Roman-Helden als Alter-Ego ansprechenden Erzählinstanz beantwortet werden, die in der Folge die dominante Erzählstimme bleibt. So falsch es wäre eine Einheit dieser Erzählinstanzen zu behaupten, so verhängnisvoll wäre es auch, die vorgeführte Verschleierung des Romanhaften hinzunehmen. Man verkennt die unbewusst zum Roman geformte Existenzproblematik des suchenden Romanhelden, dessen Aufspaltung gerade deswegen zutiefst tragisch ist, weil er nur in wenigen gelungen Sequenzen seinen ironischen Brustpanzer ablegen kann. Ansonsten ist der Romanheld von der Überzeugung geleitet, im Angesicht einer präsentistischen Myriade seine Lanze für die Möglichkeit einer anderen Zeit und ein „Freiheitskonzept“ zu brechen, „das die Dialektik von Frei- oder Unfreisein übersteigt“ (M, 128). Als Romanheld ist der Philosoph mit der Frage konfrontiert, inwiefern es ihm gelingt, die Problematik seiner Existenz in Worte zu fassen. Zumeist ist er durch seinen ironischen Umgang mit den Bedingungen des Erzählens charakterisiert. Dass er nach der Exposition nicht mehr aus der ersten Person Singular berichtet, sondern sich im Fluchtpunkt der Achsen von Zeit, Raum und Existenz in einem Spiegel mit hundert Facetten vervielfältigt, kann nicht von der Tatsache ablenken, dass sein Versuch zum Scheitern verurteilt ist, da die Aufspaltung der eigenen Existenz im Roman zum symptomatischen Ausdruck einer tragischen Verstrickung in den spekulativen Denkräumen seiner Ich-Hier-Jetzt-Origo geworden ist, die er für den Moment nicht weiterentwickeln kann. Zwar erkennt der Romanheld seine Ziellosigkeit, nicht aber, dass er den Raum der Philosophie in denjenigen des Romans hineinretten muss, um seinen poetischen Anspruch nach Verantwortung, Absolutheit und Wahrheit aufrechtzuerhalten. Was aber bedeutet Verantwortung für eine schwimmende Existenz?

Hier scheitert die Philosophie und wird zum Roman. Anders als Negarestanis Cyclonopedia ist Miamification kein besonnenes Buch, das sich seiner Form bewusst ist. Als Experiment, das auffälliger Weise keine Danksagung enthält und vorgibt ad hoc, aus einem mehrere Wochen andauernden Impuls, geschrieben und veröffentlicht zu sein, erinnert es an surrealistische Schreibübungen (z.B. die Écriture Automatique oder Cadavre Exquis). Diese Einfallslosigkeit ist der objektivierte Ausdruck einer traurigen Geisteskultur, deren ökonomische Bedingungen die Subjekte nötigt, ihre eigene Müdigkeit zum Ausgangspunkt des Nachdenkens zu machen: „Müde bist du. Aber wäre es nicht besser aus der Nicht-Erinnerung heraus zu schreiben? Aus und in dieser Erschöpfung schreiben? Vielleicht könntest du das dann mit Deleuze denken, warum keine Gegenwart mehr sie selber ist, sobald eine Vergangenheit mit ihr gleichzeitig ist. Und ob nicht jede Erinnerung Referenzen verschieben kann […]. Aber du bist einfach zu schwach hier und jetzt, morgens um drei Uhr […]. Morgen heute einmal länger schlafen. Dafür eine spätere Nachmittagssitzung. Oder einen Tag nicht schreiben, zumindest einen Nachmittag. Pause“ (M, 42; vgl. M, 122).

 

6. Das Scheitern der Philosophie im Roman

Der Erzähler bezeichnet seinen Romanhelden als parodistisches Selbst, der in seinen facebook-Postings, aber auch seinem Theorie-Roman, nichts Persönliches preisgibt, sondern allenfalls mit beruflichen Highlights nervt. Er lebt die humorvolle Übertreibung sowie seinen unbedingten Willen, einen guten Eindruck zu hinterlassen. Der Romanheld meint sich und die Welt sowie seinen persönlichen Giftschrank zu kennen, doch die offene Form des Romans straft diese Gewissheit lügen. So entbehrt die Getriebenheit des Helden nicht einer gewissen Tragik. Dabei erfüllt die Aufspaltung der Erzählinstanz mehrere Funktionen. Erstens soll die naive Ineinssetzung von Autor und Protagonist/Erzähler problematisiert werden. Zweitens setzt sich das Spiel mit der Fokalisierung, das an weiteren Stellen des Theorie-Romans durch die dritte Person Singular erweitert wird („Zurück zur banalen Tatsache, dass Armen irgendwann in irgendeinem Flugzeug nach Miami sitzt. Er war noch nie in Miami und hat auch keine Ahnung, was ihn dort erwartet“ (M, 9)), von der noch in Überschrift zentralen Frage nach der deiktischen Ich-Hier-Jetzt-Origo ab. Da diese in Miamification keine Stabilität mehr aufweist, sich vielmehr unter der Last, aber auch der Mimesis an der Theorie in Zeit und Raum aufzulösen beginnt, gelingt es dem Helden nicht, Verantwortung für seine Existenz zu übernehmen. Diese Stellung des Theorie-Romans muss erkannt und nachvollzogen werden, um den Philosophen an seinem eigenen Anspruch zu messen. Ohne die romanhafte Form seines Handelns zu erkennen, bleibt der Erzähler-Protagonist ein Spieler und Ironiker und muss sich deswegen am Balsam seiner eigenen masochistischen Produktivität berauschen. Während es in Überschrift noch um die Möglichkeiten einer Philosophie geht, wahr zu werden, in dem sie sich „am Aufbau einer deiktischen Ich-Hier-Jetzt-Origo versucht“, das ein Subjekt im „konkreten Sein, in Raum und Zeit, situiert“ (Ü, 249), wird in Miamification der Versuch unternommen, diese Origo zu verwischen: „Ihr seid wegen des Wassers und zum Schwimmen hier“ (M, 20). Es ist fortan Programm des Theorie-Romans, den gemeinsamen Fluchtpunkt von Ort, Zeit und Existenz zu dekonstruieren und eine „Dancing Deixis“ (M, 15) vorzuführen, einen „Tanz der Deiktika“, der in der temporären Existenz einer umfassenden Miamifizierung lebt; einer tropischen Existenz-Insel, auf der jedes Wort der Anfang eines kommenden, möglichen, noch zu schreibenden Meisterwerks ist, dessen ferne Umrisse sich auf den leuchtenden Schaumkronen des Meeres oder der noch immer eigentümlichen Fremdheit der Skyline von Miami abzeichnen. An manchen Stellen weist Miamification, dieser Bericht, der einen ereignisreichen Sommer verlängern soll (Stichwort Discreet und Berlin Biennale), eine eklatante Nähe zur Pop-Literatur auf. Im letzten Kapitel – das jegliche Einheit von Zeit und Raum ad absurdum führt und im Luftraum zwischen den USA und Europa spielt – präsentiert sich der Text ohne Zurückhaltung, ohne Zögern und Rechtfertigungszwang als Roman. Hier wird das Schwimmen, das „sich im Dazwischen einrichtet, im auf Dauer gestellten Limbo“ (M, 120) zum poetischen Prinzip erhoben, das die Zwitterstellung des Theorie-Romans zwischen Philosophie und Roman versinnbildlicht und gerade auf Grund dieser Hanglage Roman ist, ein romantisches Katapult in die Unendlichkeit der Zeichen, „die Feste feiern und nie aufhören zu arbeiten“ (M, 123). Dieser Limbo ist gerade dann lesenswert, wenn im Rhythmus seiner ironischen Verschleierung die Fahnenstange des Theorie-Romans durch die Verdichtung der Diegese ins Wanken gerät. Bedeutend ist dies zu Anfang des letzten Kapitels „Samstag 8. Oktober: Rückflug … then we take Berlin“, wenn „unter der Wirkung immer zahlreicher Margeritas“ die „kolossalen Lichter“ der Stadt Miami beschworen werden und „einer der großartigen Tracks von Sven Väth“ die totale Emergenz des Theorie-Romans zelebriert, die ein Zu-sich-selbst-finden des Romans, aber auch seines Helden ist: „Irgendwann später in einem Club in Wynwood dann dein breites Grinsen, weil die Musik und alles andere gut war, weil die Töne wie Spitzen durch dich schießen, weil der Bass in Miami süchtig macht, aber auch hält, was er verspricht, weil du Marie gerne beim Tanzen zusiehst, weil man und frau auch in der Musik schwimmen können, weil die (süd- und lateinamerikanischen) Leute hier tatsächlich eher deinem armenischen Bedürfnis nach Höflichkeit und Herzlichkeit, nach Gastfreundschaft und dem, was Walter Benjamin Herzensfröhlichkeit nennt, entsprechen als alles und jedes in Deutschland. Und Marie brüllt dir ernsthaft ins Ohr, wie das wäre, wenn ihr einfach in Miami bleiben würdet“ (M, 119).

Sowohl „literarische Fiktion“ als auch „poetische Philosophie“ sind auf ein sprechendes Subjekt angewiesen, das seine Position innerhalb der Welt anzeigt. Dieses Subjekt steht vor der Herausforderung, ein perspektivisches Wissen zu etablieren, dass den Ort und den Zeitpunkt seines Sprechens, seine Parteinahme sowie die Unvermeidlichkeit seiner Leidenschaften aufzeigt.[xxiv] Dieses Aufzeigen des eigenen Standpunkts sowie die spielerische Ausgestaltung desselben ist der zentrale Punkt, von dem aus die Formproblematik des Theoriebuchs Miamification zwischen „literarischer Fiktion“ und „poetischer Philosophie“ betrachtet werden muss und die Frage beantwortet werden kann, ob der wissens-ethische Anspruch der Spekulativen Poetik eingelöst wird. Denn ob das Ziel der poetischen Philosophie, „die Welt eines neuen Denkens“ herzustellen, erreicht wird, hängt ganz von der Überzeugungskraft des Autor-Philosophen ab, mich als Leser von seinem Begehren nach tatsächlicher Veränderung zu überzeugen.

Nur in der Ehrlichkeit finden Roman und Romanheld zu sich selbst und kann der Philosoph Verantwortung für seine Existenz übernehmen. Deswegen gilt es, den selbsterhobenen Anspruch der Spekulativen Poetik als Philosophie mit dem vorliegenden Buch abzugleichen. Anders als in Überschrift, in dem sich der Autor vornehmlich in der Einleitung als schreibendes Subjekt zu erkennen gibt, wird die Perspektivierung in Miamification nie aufgegeben. Mehr noch konstruiert die narrative Darstellung des eigenen Miami-Aufenthalts eine räumlich-zeitliche Welt der Diegese. Durch die wiederholte Nutzbarmachung epischer Wirklichkeitsformen wie der erlebten und indirekten Rede etabliert sich der zentrale Raum, in dem die Figuren des Theorie-Romans auftreten, sowie die Denkprozesse des Protagonisten und die Orte und in Miami evoziert werden. Aus dieser räumlich-zeitlichen Welt fallen die Theorie- und Diskursfragmente heraus, sodass immer wieder eine sprachliche Anstrengung unternommen werden muss, die Schnittstellen zwischen innerhalb (Figuren/Orte) und außerhalb (Theorie/Diskurs) der erzählten Welt spielerisch zu passieren und die abstrakten Überlegungen in die Diegese zu integrieren. Hier zeigt sich die Abhängigkeit der Theoriefragmente von der Diegese, ohne deren – wenn auch nur minimale – Ausgestaltung die Fragmente isoliert auf dem Papier stehen würden. Die „im auf Dauer gestellten Limbo“ umgesetzte Verwischung des Gipfelgrats zwischen Roman und Philosophie sowie das Spiel der Zeichen verhindert die Einführung einer tatsächlichen Differenz, jener Abduktion die Erkenntnis erweitert. Deswegen ist Miamification als Theorie-Roman gerade da am überzeugendsten, wenn der Romanheld den zwanghaften Trieb seines Verlangens nach Erkenntniserweiterung aussetzt und sich vollkommen der lustvollen Anziehungskraft der Diegese hingibt. Hier verblasst der Zwang um die internationale Aufmerksamkeitsschau, in der eine Gastprofessur die nächste und ein Vortrag auf den anderen folgt, sich Schreib-Projekte und Texte wie die Perlen einer Gebetskette aneinanderreihen, sodass all das für einen Augenblick keine Rolle mehr spielt. Als Theorie-Roman ist Miamification ein Testballon, der die Bedingungen der Möglichkeit eines auf theoretischer Durchdringung der Welt gründenden poetischen Lebensentwurfs durchspielt. Um die unbeabsichtigt in der Romanform aufflammende Orientierungslosigkeit zu überspielen, wird die Deixis der Origo in Bewegung gesetzt, sodass die (momentane) Irrfahrt des Romanhelden – wie bei jedem guten Roman – auch eine sprachliche ist.

März 2017

(Ich danke Sophia Genikomsidis für die redaktionelle Betreuung des Beitrags.)

 

[i] Siehe die Programmatik des Forschungsprojekts auf www.spekulative-poetik.de.

[ii] Friedrich Schlegel, „Zum Roman“ (1798), KFSA, Bd. 16 (1981), S. 207.

[iv] Avanessian, Miamification, Berlin: Merve, 2017, S. 121. Im Folgenden im Text zitiert als M.

[v] Avanessian, Überschrift. Ehtik des Wissens– Poetik der Existenz, Berlin: Merve, 2015, S. 250. Im Folgenden im Text zitiert als Ü.

[vi] Michel Foucault, „Nietzsche, die Genealogie, die Historie“, in, ders., Von der Subversion des Wissens, Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, 1987, S. 69-90, S. 75.

[vii] Reza Negarestani, „incognitum hactenus“, in, ders., Cyclonopedia. Complicity With Anonymous Materials, Merlbournce: re.press, 2008, S. IX-XX, S. XIV.

[viii] Foucault, „Nietzsche, die Genealogie, die Historie“, S. 82.

[ix] Ebd.

[x] Im Neuen Testament wird das Wort Buße aus dem griechischen Wort μετάνοια metanoia übersetzt, das im religiös-prophetischen Sinn eine Veränderung des Denkens, eine Umkehr und Sinnänderung bezeichnet. Vgl. das Stichwort „Buße“ in, Herbert Haag (Hg.), Bibel-Lexikon, Einsiedeln/Zürich/Köln: Benziger Verlag, 1956, S. 279.

[xi] Philipp Felsch, Der Lange Sommer der Theorie, München: C.H. Beck, 2015, S. 12.

[xii] Ders., S. 13.

[xiii] Schlegel, „Zum Roman“, S. 205.

[xiv] Ders., S. 207.

[xv] Tom Wohlfarth, „Poiesis unter Palmen”, in, der Freitag, 09. Februar 2017.

[xvi] So Theodor W. Adorno über die Möglichkeit und das Scheitern des Humanismus in seinem Aufsatz „Zum Klassizismus von Goethes »Iphigenie«“, in, ders.: Noten zur Literatur IV. Hersg. von Rolf Tiedemann (=Gesammelte Schriften, Bd. 11), Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1974, S. 495-514, S, 509.

[xvii] Georg Dickmann, „Zurück nach Miami“, in, Spike Art Quarterly Online Blog, 21. Februar 2017.

[xviii] Siehe Samael Falkner, „Miamification des Abendlandes“, in, Edit Redaktionsblog, 24. Februar 2017.

[xix] Tom Wohlfarth, „Poiesis unter Palmen”.

[xx] Schlegel, „Brief über den Roman“ (1800), KFSA, Bd. 2 (1967), S. 335.

[xxi] Ders., S. 336.

[xxii] Siehe Jochen Vogt, „Grundlagen narrativer Texte“, in: Heinz Ludwig Arnold; Heinrich Detering (Hrsg.), Grundzüge der Literaturwissenschaft, München: dtv, 1996, S. 287-307, insbesondere S. 296.

[xxiii] Georg Lukács, Die Theorie des Romans: ein geschichtsphilosophischer Versuch über die Formen der großen Epik, Frankfurt am Main: Luchterhand, 1979, S. 52.

[xxiv] Vgl. Foucault, „Nietzsche, die Genealogie, die Historie“, S. 82.

 

 

Bibliographie

ADORNO, Theodor W.

― „Zum Klassizismus von Goethes »Iphigenie«“, in, ders.: Noten zur Literatur IV. Hersg. von Rolf Tiedemann (=Gesammelte Schriften, Bd. 11), Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1974, S. 495-514.

AVANESSIAN, Armen
Miamification, Berlin: Merve, 2017.
Überschrift. Ehtik des Wissens– Poetik der Existenz, Berlin: Merve, 2015.

FELSCH, Philipp
Der Lange Sommer der Theorie, München: C.H. Beck, 2015.

FOUCAULT, Michel
― „Nietzsche, die Genealogie, die Historie“, in, ders., Von der Subversion des Wissens. Hg. und aus dem Französischen und Italienischen von Walter Seitter, Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, 1987, S. 69-90.

LUKÁCS, Georg
Die Theorie des Romans: ein geschichtsphilosophischer Versuch über die Formen der großen Epik, Frankfurt am Main: Luchterhand, 1979.

NEGARESTANI, Reza
Cyclonopedia. Complicity With Anonymous Materials, Merlbournce: re.press, 2008.

SCHLEGEL, Friedrich
― „Brief über den Roman“ (1800), Kritische Friedrich-Schlegel-Ausgabe, Bd. 2, Charakteristiken und Kritiken I (1796-1801), Einleitung und Kommentar Hans Eichner, München/Paderborn/Wien: Verlag Ferdinand Schöningh, 1967, S. 329-339.
― „Zum Roman“ (1798), in, ders., Kritische Friedrich-Schlegel-Ausgabe, Bd. 16, Fragmente zur Poesie und Literatur. Erster Teil. Einleitung und Kommentar Hans Eichner, München/Paderborn/Wien: Verlag Ferdinand Schöningh, 1981, S. 205-225.

VOGT, Jochen
― „Grundlagen narrativer Texte“, in: Heinz Ludwig Arnold; Heinrich Detering (Hrsg.), Grundzüge der Literaturwissenschaft, München: dtv, 1996, S. 287-307.

 

Rezensionen

DICKMANN, Georg
― „Zurück nach Miami“, in, Spike Art Quarterly Online Blog, 21. Februar 2017, http://www.spikeartmagazine.com/de/artikel/zurueck-nach-miami, zuletzt aufgerufen am 31. März 2017.

FALKNER, Samael
― „Miamification des Abendlandes“, in, Edit Redaktionsblog, 24. Februar 2017, http://www.editonline.de/blog/miamification-des-abendlandes/, zuletzt aufgerufen am 31. März 2017.

WOHLFARTH, Tom
― „Poiesis unter Palmen“, in, der Freitag, 09. Februar 2017, https://www.freitag.de/autoren/tom-wohlfarth/poiesis-unter-palmen, zuletzt aufgerufen am 31. März 2017.

 

Sonstige Quellen

Programmatik des Forschungsprojekts Spekulative Poetik,  www.spekulative-poetik.de, zuletzt aufgerufen am 31. März 2017.

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