Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Essay

Tage der Kommentare – Final Cut

Hamburg

Der Bachmannpreis 2016: Tage der deutschsprachigen Literatur. Vor allem aber: Tage der Kommentare zur deutschsprachigen Literatur. Der Kritiken, Berichterstattungen und Meinungen – auf der Bühne, in Gesprächen, im Journalismus und den sozialen Medien. @SchreibszeneFFM zapft den Diskurs auf Twitter  an und sendet Feedbacks.

Bei Fixpoetry zu Gast war die Schreibszene Frankfurt, die in unserem Format express! die Twitterkommentare an allen Tagen aufgezeichnet hat. Im Anschluß lesen Sie den Final Cut aus den Twitter Cuts Bachmann Preis 2016.

 

ein juror soll sich auf den tisch stellen, mit den fäusten gegen seine brust schlagen und brüllen: »ich liebe literatur« / So beige, so grau, so gesittet, so dezent, so öde. / Und immer die Vorstellung, einer der Juroren legt neben seine Unterlagen gleich noch sein Butterbrot auf den Tisch. / Ich kann das Sargnagelvideo schon mitsprechen. Auch die Pausen. / jedes jahr beim bachmannpreis stirbt mein inneres poesievögelchen 1 bisschen mehr. / aber womöglich ist das konsequent. wen interessiert schon noch sprache als wirkliches material. lieber voll gute texte machen / Blätternder Backgroundchor. / Ich stelle mir immer vor, dass Sascha Macht bis zu seinem vierten Lebensjahr nichts anderes tat, als Lustige Taschenbücher zu lesen. / Die Übermacht der Adjektive. / Komischer Text. Wirrer Text. Pathetischer Text. Toller Text. / Herr, lass nochmal Postmoderne regnen. / #MarkoDinić killt Wasserglaslesung mit Plastikflasche / Es wird gesungen! / Juror: »Ich will mich möglichst unkompliziert ausdrücken. Ihr Text war Glucose Chlorophyll Photosynthese«  / #tddl16 warenästhetisch betrachtet: / »Wer Tauben füttert, füttert Ratten«, habe ich Bastian Schneider da richtig verstanden? / Miniatur nach Schneider: die Beschreibung kleiner Gegenstände. / #özdogan klingt wundervoll feminin / Feßmann aufgebracht. Hubert fatalistisch: »Alles ist vergeblich. Ich bin ein Zellhaufen im Universum. Wohin mit mir?« / Eure Bierbänke dort in Klagenfurt stehen doch auf den Schultern meiner Generation. / Wenn ich es richtig verstehe, ist #Klagenfurt das #RTLII der Literatur. / Die Vorstellung, dass so viele während #tddl16 Twitter mit Literatur fluten, ist sehr angenehm. / Ich mag Wichtiges, das banal tut. Also wie #tddl16, nur andersrum. / Die Hauptperson der jungen Frau #Wolf ist ein alter Mann, das mag ich. / kurze pause jetzt für die jury. die delfin-doku wird gezeigt. / Anagramm von Jan Snela ist Anal-Jens / Lutz Bachmann Preis for real / Isabelle Lehn beginnt mit #Catcontent / »Der Verdauungsapparat nahm einen großen Platz in unseren Gesprächen ein« / Supervisor. Supersize Me. Mohawk. Geronimo. Apache. U.S. military research / Bonuspunkt für detailliertes Militärgerät / Alle meine Referenzsysteme versagen. Ich mag das / Erster Autor der das Lächelverbot während der Lesung missachtet / Gardi-Video: subtiler Kommentar zum Voyeurismus bei den #tddl16 oder Prinzip »Brusthaar-Closeup ftw«? / Das Unbehagen des Publikums ist hoerbar und wird Teil des Textes / Auffällige Themen in diesem Jahr: Tiere, Haare, Männerkörper / Und nun passiert es wieder: weiße Männer bestimmen darüber, wie kleine Mädchen zu fühlen haben. 50er oder heute. Draufgeschissen / Sylvie Schenk: »Natürlich ist es beneidenswert, ein Junge zu sein« / Die einen sagen »Kitsch«, die anderen »Schönheit« / Ist das jetzt Erinnerungs- oder Aufzählungsliteratur? / »Wer eine Tote küsst, ist kein Kind mehr.« / Noch nie hat jemand so viele Obszönitäten in einen harmlosen Text verpackt / Aber komm, niemand hat bisher so charmant »ficken« gesagt / 140 Zeichen! Ein Tweet! Das ist aber wirklich nicht viel Platz um etwas Geistreiches, Witziges oder Tiefgründiges zu schrei / #tddl ist das neue #tldr / Das reines-deutsch.de-Zeug bei Tomer Gardi war etw. verstörend, ansonsten sind Rituale immer nur so lustig wie die Ritualteilnehmer / Beim Lesen fühlt sich ja immer irgendwer an irgendwas erinnert. / ich kann nicht fassen, dass es WIRKLICH um bäume geht #dorian / Immer her mit der Botanik / Und der letzte Satz dann so: Hä? / »Totale Überdeterminiertheit« Yeah! That’s german! / Otoo-Vorstellung mit Dathzitat / Wieder Ich. aber Eiperspektive, immerhin. / »ich wollte einfach im kühlschrank chillen.« ich bin mir sicher, hier geht es um mich!!!! thx!!!! / Ich haette auch panisch einen Film eingeschoben nach Lektuere des Soziotextes. »Was, DAS haben wir nach Otoo? Haben wir nen Film?« / Jetzt muss #dieterzwicky #juristeiners Ruf retten / Und ich dachte schon, dieses Jahr sei erfreulich wenig Krebsdrama in den Texten. / Jessas, Frau Feßmann scheint der Text sehr gefallen zu haben – Gleich landet sie im Spamfilter. / Shortlist: / Ist das alphabetisch? / Ja. / »riskante Selbstverständlichkeiten« -- was ist das? / Die verkaufen auf 3sat #tddl so, als wäre eine Teilnahme so der Schlüssel zum ewigen fame. / »Preisverteilung« triffts ja wirklich besser als »Preisverleihung« #Antiklimax / Elfmeterschießen in der Literatur gewinnt @SharonDoduaOtoo ! / Dinić – der tragische zweite. I feel you. / Literarische Versuchsanordnung als Narrativ der Gegenwart / Kelag-Preis für die Kieselsteine #zwicky / Publikumspreis an Stefanie Sargnagel / Jetzt 1 Tschick rauchen und auf Matriarchat warten / hab ich was gewonnen? / #wolf hat was gewonnen, Weltbild is gerade, Rest ist mir egal. / Außerirdische würden die Menschheit nicht vollkommen verblödet und interessant unterschiedlich finden bei diesen Siegertexten. / Und vor dem Fenster immer noch die wirkliche Welt.

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