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Kolumne

Poesiegalerie 2019

kurz vor knapp

 

Monika Vasik & Udo Kawasser

Es ist wieder so weit: zeitgleich mit der BuchWien findet auch heuer zum bereits zweiten Mal die POESIEGALERIE in Wien statt. Heute vormittags wurde bereits fleißig vorbereitet und aufgebaut, denn am Abend beginnt der erste Leseabend mit der Wilden Stunde, von 18-19 Uhr und dann geht es weiter mit jeweils drei Lesenden pro Stunde, durchgehend bis 24 Uhr. Und auch heuer wird es wieder live Musik geben.

 

 

Wer oder was ist die Poesiegalerie? Dazu die bei den Aufbauarbeiten gerade anwesende Autorin Christine Huber, welche mit einer Arbeit in der Ausstellung visueller Poesie vertreten ist:

Wir sind hier in der Poesiegalerie und die Poesiegalerie ist eine temporäre Angelegenheit. Einmal im Jahr versammelt sie innerhalb von drei Tagen viele Neuerscheinungen im Bereich der Lyrik. Und alles hier ist zusammengefasst in einem Raum, auch mit visueller Poesie dabei, und das ist eine ganz spannende Initiative, weil so dicht gepackt hat man Lyrik selten zur Verfügung. (Christine Huber, Autorin)

Die POESIEGALERIE selbst beschreibt sich auf dem Programmflyer mit den folgenden Worten:

Die POESIEGALERIE versteht sich als Forum für zeitgenössische Poesie und will einen Überblick über die aktuelle Lyrikproduktion in Österreich vermitteln. Unser Ziel ist es, der Dichtung und den Lyrik publizierenden Verlagen einen neuen Ort der Sichtbarkeit zu geben und der Lyrik auch neues Publikum zu erschließen.

Einen „Ort der Sichtbarkeit“ für Dichtung zu schaffen, das ist Sinn und Zweck der POESIEGALERIE. Auch Elisa Asenbaum sieht das so, sie ist eine bei der POESIEGALERIE lesende Dichterin und die künstlerische Leiterin der G.A.S.-station Berlin:

Ich finde es toll, dass die Poesiegalerie dieses Jahr wieder stattfindet und ich finde es sehr wichtig, dass die Lyrik auch wieder einen Raum bekommt. Weil Lyrik irgendwie ein Ort ist, wo noch viel Freiheit da ist. Es ist eh immer alles so reglementiert und in der Lyrik gibt es eben diese Möglichkeit, auch aus den bestimmten Regeln auszubrechen und Verschiedenes, Altes, Neues, zu mischen. Ich finde auch, dass die Mode etwas ist, das nicht das Kriterium sein soll, sondern es sollten der Inhalt und die Melodie und die Musik der Poesie das Kriterium sein. Und auch das Denken ist ganz anders in der Poesie, eben dass sich bestimmte Konnexe zusammen bringen lassen, die sonst eigentlich nicht möglich sind.

Jetzt gibt es eben in der Poesiegalerie auch diesen visuellen Teil, zu dem Thema „Die Wand zwischen Diktatur und Freiheit“. Und das passt ja auch in dem Sinne dazu: Wo sind Wände, oder wo sind Grenzen, die feststehen und wie kann zum Beispiel die Lyrik die auch wieder öffnen. (Elisa Asenbaum. Autorin, Künstlerin, künstlerische Leitung der G.A.S.-Station Berlin)

 

STAPO-AKT ILSE KILIC, Stichtag 21.3.1991

Wie bereits im letzten Jahr wird die POESIEGALERIE begleitet von einer Ausstellung visueller Poesie. Dieses Jahr hat die POESIEGALERIE in Kooperation mit der G.A.S-station, Tankstelle für Kunst und Impuls in Berlin, dazu eingeladen, sich mit visuellen Poesiearbeiten zum Thema „Die Wand zwischen Freiheit und Diktatur“ zu bewerben. „Ausgewählte Arbeiten werden während der diesjährigen Poesiegalerie vom 7.-9. November im Veranstaltungsraum in Wien ausgestellt und nehmen im darauffolgenden Jahr an der Jubiläumsausstellung der G.A.S-station vom 25.4.-8.5.2020 in Berlin teil.“

Und es gibt, was eine weitere Besonderheit der POESIEGALERIE ist, während der drei Lesungsabende ein großes Angebot aktueller Lyrikerscheinungen aus rund 20 Verlagen zum Schmökern und Erwerben. Schon vormittags lag vieles bereits auf, manches war noch in Kisten verpackt, anderes wird erst noch bis zum Abend vorbeigebracht.

Denn es gibt nicht nur einen Büchertisch, sondern gleich mehrere. Allein hierfür lohnt es sich, vorbeizuschauen:

Wir sind gespannt und neugierig, wie es heuer werden wird. Es ist alles bereits da, was es für eine gelungene POESIEGALERIE braucht, jetzt fehlen nur mehr die zahlreichen Lesenden und das hoffentlich noch zahlreichere Publikum:

Für alle Fans der POESIEGALERIE, die bereits letztes Jahr begeistert waren, ist es wichtig zu erwähnen, dass die POESIEGALERIE heuer an einem anderen Ort stattfindet. Wieder in der Gumpendorferstraße, aber diesmal in der ig architektur, Gumpendorferstraße 63B, 1060 Wien. Hier seid ihr genau richtig und herzlichst willkommen:

Elisa Asenbaum vor dem Eingang der Poesiegalerie

 

Der Raum ist, wie auch schon die Galerie letztes Jahr, perfekt geeignet für Lesungen. Diesmal ist sogar noch etwas mehr Raum und Platz für Publikum, die lesenden Dichter und Dichterinnen, Bücher und die Ausstellung der visuellen Poesie.

 

 

Und es gibt sogar Goldfische hier:

 

Wir freuen uns schon alle sehr auf drei spannende Abende voll Poesie! Wer letztes Jahr schon dabei war, weiß, wie großartig es war. Und wer die POESIEGALERIE noch nicht kennt und gerade in Wien weilt, der hat heute, morgen und übermorgen die Gelegenheit, dabei zu sein und selbst zu erleben, was die POESIEGALERIE so besonders macht. Wer Poesie liebt, der sollte es sich nicht entgehen lassen, denn die POESIEGALERIE gibt es nur einmal pro Jahr, sie ist ein lebendiger Ort der Begegnung mit Dichtung und Dichtenden. Ich war letztes Jahr schon dabei und restlos begeistert. Ich freue mich daher sehr, dass die POESIEGALERIE auch heuer wieder stattfinden kann. Vielen herzlichen Dank an alle Beteiligten, allen voran an die „poesiegalerie. verein zur förderung zeitgenössischer dichtkunst“ und damit an Udo Kawasser, Monika Vasik und Peter Clar!

Fotos alle von Astrid Nischkauer

 

Programm:
 

Do, 7.November

18-19 Uhr
WILDE STUNDE
StudentInnen & AbsolventInnen der Sprachkunst/Angewandte:
Laurine Irmer Frieda Paris Greta Pichler
Jakob Kraner Sirka Elspass Jacqueline Weihe
Lisa Jakob

19-20 Uhr
Sonja Gruber (fabrik.transit)
Cornelia Hülmbauer
Timo Brandt (Aphaia)

20-21 Uhr
Thomas Ballhausen (Limbus)
Barbara Pumhösel (Podium Literatur)
Elisa Asenbaum (Passagen)

21-22 Uhr
Sandra Hubinger (Keiper)
Federico Italiano (Wunderhorn)
Christl Greller (Lex Liszt 12)

22-23 Uhr
Gertrude Grossegger (Passagen)
Patricia Brooks (Podium Literatur)
Erika Kronabitter (Das fröhliche Wohnzimmer)

23-24 Uhr
Stefan Schmitzer (Droschl)
Erwin Uhrmann (Limbus)
Kirstin Schwab (Keiper, Edition Art Science)

 

Fr, 8. November

18-19 Uhr Robert Prosser & Christoph Szalay (Hg):
Wo warn wir. Ach ja: Junge österreichische
Gegenwartslyrik, (Limbus)
Daniela Chana (Limbus)

19-20 Uhr Christoph W. Bauer (Haymon)
Susanne Toth (fabrik.transit)
Alexander Sitzmann übersetzt Lidija Dimkovska
(Parasitenpresse)

20-21Uhr Christoph Theiler (edition ch, wechselstrom)
Verena Stauffer (manuskripte)
Jonathan Perry (Sisyphus)

21-22 Uhr Christian Futscher (Czernin)
Miroslava Svolikova (manuskripte)
Günther Kaip (Bibliothek der Provinz, Klever)

22-23 Uhr Adrian Kasnitz (Parasitenpresse)
Andreas Unterweger (manuskripte)
Helwig Brunner (Keiper)

23-24 Uhr Udo Kawasser (Keiper)
Gerald Jatzek (Podium Literatur)

 

Sa, 9. November

18-19 Uhr WILDE STUNDE:
StudentInnen &AbsolventInnen der Sprachkunst/Angewandte:
John Sauter Sonja Medicus Tizian Rupp
Sandro Huber Maë Schwinghammer
Und: Katharina Reich

19-20 Uhr Petra Ganglbauer (Klever)
Dine Petrik (Bibliothek der Provinz)
Astrid Nischkauer übersetzt Arvis Viguls
(Parasitenpresse)

20-21 Uhr Hamed Abboud (Edition Korrespondenzen)
Gabriele Buch (Bibliothek der Provinz)
EA Richter (Edition Korrespondenzen)

21-22 Uhr Günter Vallaster (Das fröhliche Wohnzimmer)
Monika Vasik (elif)
Markus Lindner (fabrik.transit)

22-23 Uhr Herbert J. Wimmer (Klever)
Marion Steinfellner (Edition Art Science)
Peter Marius Huemer (Sisyphus)

23-24 Uhr Thomas Havlik (Performance, Huellkurven)

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