Fixpoetry

Wir reden über Literatur
Kolumne

Festival „Poesie & Politik. 10 Jahre Institut für Sprachkunst“

Samstag, dritter und letzter Festivaltag

I – Diskussion

Der dritte und letzte Tag des Festivals beginnt mit einem weiteren Diskussions-Panel, diesmal zu dem Thema „Poesie, Kunst und Politik. Kulturinstitutionen für eine solidarische Gesellschaft“.

Moderiert wird die Veranstaltung von der Publizistin und Philosophin Isolde Charim, geladen sind Eva Badura-Triska (Kuratorin beim mumok, Museum moderner Kunst), Bernhard Günther (künstlerische Leitung bei Wien Modern, Festival für aktuelle Musik), Alexander Kerlin (Dramaturg am Burgtheater), Kira Kirsch (Künstlerische Leitung beim brut Wien, Produktions- und Spielstätte für Performancekunst und freie Szene), sowie Ferdinand Schmatz (Leitung des Instituts für Sprachkunst). 

Charim eröffnet die Diskussion mit der Frage, ob die Institutionskritik, die einst die treibende Kraft emanzipatorischer Bewegungen und von Veränderungen in unseren Vorstellungen von Kunst und Gesellschaft gewesen sei, heute noch dieselbe Schlagkraft besäße und inwiefern die Institutionen heute selbst kritisch agieren könnten.

Bernhard Günther meint, die Institutionskritik sei mittlerweile fast ganz in die Kunst übergegangen, ihr fester Bestandteil und teilweise auch fester Bestandteil der Institutionen geworden. Im Fall von Wien Modern sehe er die Aufgabe des Festivals darin, die Realitäten der Kunstwelt in die Institutionen hinein zu boxen.

Ferdinand Schmatz meint, es komme ja auch darauf an, ob Institutionen in andere größere Institutionen eingebunden seien, wie etwa die Sprachkunst in die Universität für angewandte Kunst. Institutionskritik müsse immer mitgetragen werden, allerdings am besten als prozessuale Infragestellung, die es möglich macht, mit der Institution und nicht gegen sie zu handeln.

Eva Badura-Triska ist auch der Meinung, dass die Institutionskritik von den Künstler*innen vorgegeben und gelebt wird. Derzeit sei der Populismus das größte Problem, mit dem man sich auseinandersetzen müsse. Einer Kunst, die dergleichen leisten könne, müsse man Raum geben.

Kira Kirsch merkt an, dass Institutionen ja selten vergleichbar wären, so wirke sich bspw. tendenziell das Maß, in dem die Künstler*innen die Projekte selbst tragen würden, auf den darin enthaltenen Raum für Institutionskritik aus.

Alexander Kerlin berichtet von seinen ersten Erfahrungen am Burgtheater und meint, dass es gut sei, bereits Erfahrung mit Institutionskritik zu haben, wenn man in so eine große Institution hineinkomme, in der ein hohes Maß an institutionellem Selbstverständnis herrsche (sowie die entsprechenden Hierarchien).

Charim fragt, welche Vorteile es für Institutionen habe, wenn sie selbst das Label des kritischen Zugangs/Umgangs hätten.

Schmatz würde dergleichen nicht „Label“ nennen. Aber gerade in unseren Zeiten sei das Zeigen von Kritikfähigkeit und dem Willen zum Umgang mit Gesellschaftsfragen sehr wichtig; zumal mit Kunst, seiner Meinung nach, gut Kritik an den derzeitigen Entwicklungen zu üben sei.

Badura-Triska merkt an, dass man als Institution ein kritisches Bewusstsein und eine ebensolche Auseinandersetzung von seinen Rezipient*innen fordern könne und in diesem Sinne sei es schon ein wichtiges Statement, Kunst einen Raum zu geben, die sich kritisch positioniere.

Kirsch würde sich das Label kritisch nicht auf die Fahnen schreiben, aber sie träte für eine Offenheit gegenüber Stimmen ein, die es in den Zwischenräumen, jenseits der festen Positionen im Diskurs, (noch) gäbe.

Kerlin merkt an, dass es für Institutionen wichtig sei, die Darstellung und den eigene Umgang mit Themen nicht auseinanderklaffen zu lassen, etwas, woran Theater noch regelmäßig scheiterten (bspw. bei den Themen Sexismus oder Rassismus, allgemein Diversität). Hier müssten Institutionen sich kritisch zeigen, vor allem bei sich selbst.

Günther meint, wenn man mit der freien Szene arbeite, sei es kaum möglich, deren Standpunkte nicht zu integrieren, wie etwa bei Institutionen wie dem Brut oder Wien Modern. Und die Perspektive der meisten freien Künstler*innen sei eine kritische, auch gegenüber Institutionen.

Charim ist erstaunt, dass es einen so ungebrochenen Glauben an die kritische Komponente gibt. Aber, so fragt sie, wo findet der wirkliche Aufstand statt und wo ist der Aufstand vielleicht bloß Routine. Es gäbe ja schon ein großes Einrichten in der Negation.

Schmatz stimmt zu, dass man natürlich schauen müsse, welche vermeintlich kritischen und/oder progressiven Aussagen von wem verwendet würden und zu welchem Zwecke; man dürfe da nicht zu schnell Sachen übernehmen. Er spricht kurz über den Künstler Otto Mühl und dessen Kommune-Experiment.

Charim schaltet sich noch mal ein, mit dem Hinweis, sie sei vielleicht nicht richtig verstanden worden. Sie frage sich, ob man heute in den Institutionen die Art von Kunst zu sehen bekomme, die wirklich kritisch sei, die weh tue.

Badura-Triska meint, dass das ja auch Künstler*innen immer wieder fragten, wo es noch Skandale gäbe, was noch Aufregung verursache. Es gehe aber doch vielmehr um solche Fragen wie: darf man Odin Wiesinger ausstellen. Die Antwort sei im Fall von Wiesinger allerdings einfach, weil seine Arbeit keine Qualität besitze. Problematisch werde es, wenn eine Institution gezwungen sei ihn auszustellen, wenn die freie Entscheidung der Institutionen über ihr Programm bedroht sei.

Günther berichtet von den Anmerkungen des Wiener Konzerthauses auf ihrer Website (zu finden hier https://konzerthaus.at/konzert-etikette) über die Konzert-Etikette, die ein Dilemma offenbaren würden, nämlich dass eine kulturelle Institution meist offen sein wolle, aber eben doch eine Klientel und ein Selbstverständnis habe. Was mache eine Institution aus/was soll sie bewirken? – diese Frage sei hochkomplex und werde unterschiedlich ausgelegt. Jede Institution bringe ihre Gewohnheiten mit. Die Frage sei also auch: was meint man mit „Institution“.

Kerlin meint, dass die Probleme des institutionellen Selbstverständnisses oft in erstaunlichen Punkten zutage träten. Die Internationalisierungsversuche bzgl. des Burgtheaterensembles wurden bspw. dadurch erschwert, dass es die Befürchtung gab, die Akzente der ausländischen Schauspieler*innen würden das Publikum irritieren, mehr noch als jeder forcierte Tabubruch auf der Bühne selbst.

Schmatz berichtet über die Sprachkunst, dass es dort ja viele „schöpfende“ Individuen unter einem Dach und, folglich, auch immer wieder Reibungen zwischen Individuum und Institution gäbe. Gemeinsamkeiten zu finden, das sei eine schwierige Aufgabe, der man sich aber stellen müsse.

Kirsch meint, sie glaube, dass wir über den Punkt hinausseien, an dem es einen Schmerzpunkt, einenTabu, gibt – es gäbe vielmehr eine große Anzahl individueller, auf den Hintergrund der jeweiligen Person oder Gruppe zurückzuführender Schmerzpunkte. Das habe mit den vielfältigen Diskursen zu tun.

Charim merkt nachträglich zu Odin Wiesinger an, dass derlei wirklich kein Problem darstelle, weil es nun mal keine wirklich populistische Kunst gäbe und rechte Kräfte keinen Kulturbegriff hätten.

Badura-Triska: Ich glaube, es gibt schon populistische Kunst.

Und Kirsch merkt an, dass es in Deutschland mit der AfD schon eine Partei gäbe, die in die Institutionen hinein oder sie mit Inhalten füllen wolle, sie attackiere.

Badura-Triska weist darauf hin, dass auch bei Wiesinger ja der Zankapfel gewesen sei, dass er Teil eines Beirats werden sollte. Es gäbe ein Verlangen nach einer einfachen Kunst – und da müsse man halt Paroli bieten und Raum für Kunst schaffen, die tiefer geht.

Schmatz merkt an, dass es ja auch so etwas wie Budgetbeschneidungen und ähnliches gäbe und dass auch so Kulturpolitik betrieben werde. Als Möglichkeit des Widerstands nennt er, auf die Sprachkunst bezogen, das Aufgreifen und Bloßstellen von Phrasendrescherei.

Günther meint, es wäre ja schön, wenn die Rechten keinen Kulturbegriff hätten. Gerade mit Kultur werde von ihnen aber schon Politik gemacht/betrieben.

Charim fragt, wie es denn nun mit der Solidarität sei. Könnten frische Ideen dazu aus den Kunstinstitutionen kommen?

Badura-Triska meint, es sei eine schwierige Frage, ob Institutionen über ihr Raumgeben hinaus aktiv werden könnten/sollten. Ob Charim Petitionen und dergleichen meine.

Charim erläutert daraufhin, spricht von dem (für sie gegebenen) Unterschied zwischen sozialer Kritik an expliziten Vorgängen und künstlerischer Kritik an den allgemeinen Werten. Und präzisiert ihre Frage: Wo könnten die Institutionen einen Beitrag zu offenen Gesellschaften leisten und zu den Ideen der Solidarität?

Kirsch nimmt die Gelegenheit war, kurz die Initiative von „Die Vielen“ vorzustellen (Link: https://dievielen.at/), die sich als Reaktion auf die Politik der Türkis-Blauen Regierung zusammengefunden hätten.

Kerlin merkt an, es sei ein Unterschied, ob man als Institution konkrete Aussagen/Stellungnahmen tätige oder im Betrieb/der Produktion aktuelle Themen möglichst komplex beleuchte und verhandle. Er erinnert an Heiner Müller, der das Theater als „Schauplatz der Widersprüche“ bezeichnete.

Günther gibt zu, dass es eine entscheidende Frage sei, wie man es hinkriege, mit seinem Kunstangebot den Tendenzen der Entsolidarisierung entgegenzuwirken. Er glaubt nicht, dass Zuspitzungen hier helfen. Man müsse mit Tricks arbeiten und sollte lieber keine einförmigen Handlungsanweisungen geben. Wie man mit den Mitteln der Musik stattdessen Überlegungen anstoßen könne, die als natürliche Desolidarisierungsbremse fungieren, das beschäftige ihn.

Badura-Triska: Wir müssen versuchen das komplexe Denken zugänglicher zu machen.

Günther: Ich halte es ja sowieso für ein Vergnügen komplex zu denken. Man dürfe das Publikum auch wiederum nicht unterschätzen.

Badura-Triska meint, es sei aber trotzdem eine wichtige Frage, wie die Reichweite von Kulturinstitutionen erweitert werden könne.

Schmatz gibt zu bedenken, dass auch Solidarität ein Topos sei, über den man nachdenken, den man als Begriff (wenn auch nicht als Wert) und Narrativ hinterfragen müsse. Die Kunst werde ja nicht nur aus Solidarität geboren, sondern auch aus Widerspruch.

Charim stimmt zu und meint, dass die derzeitigen populistischen Bewegungen ja auch mit bestimmten, vermeintlich solidarischen Konzepten auftrumpfen würden.

Badura-Triska: Wo wir wirklich kritisch sein müssen, ist uns gegenüber, auch beim Übernehmen von „guten“ kritischen Ansätzen und Erklärungsmustern. Auch müssen wir den Dialog suchen.

II – Absolvent*innenlesung

Absolventinnenlesung (c) Timo Brandt

Die zweite Veranstaltung des Tages ist eine Lesung von Sprachkunstabsolvent*innen, wiederum (wie am Tag zuvor) unter dem Titel „Fürstenspiegel“. Moderiert wird die Lesung von Luca Manuel Kieser, Schriftsteller und selbst Sprachkunstabsolvent, geladen sind Raphaela Edelbauer, Mathias Kropfitsch, Marie Luise Lehner und Sandra Gugić.

Kieser holt zunächst Lehner und Gugić zu sich auf die Bühne und stellt beide vor, stellt einige durchdachte und durchaus auch mutige Fragen. So spricht er Sandra Gugić u.a. auch auf ihr Muttersein an und wie es mit ihrem Schriftsteller*innendasein zu vereinbaren sei.

Gugić meint dazu, dass man sich halt anpassen und sein Zeitmanagement umstellen müsse – aber die Dringlichkeit, die für sie im Schreiben liege, sei bisher nicht davon tangiert worden. Muttersein sei nur einer von vielen prekären Zuständen, in denen die meisten Schriftsteller*innen heute existieren würden. Der Literaturbetrieb sei allerdings noch immer sehr unflexibel was Kinder angehe und nach wie vor würden vor allem Frauen dadurch benachteiligt.

Im Anschluss an die ersten Fragen liest Gugić aus ihrem 2019 erschienenen Gedichtband Protokolle der Gegenwart – und auf die Zuhörenden bricht eben jene Gegenwart herein, in der wir als „wirklichkeitsmaschinen“ zwischen Ungereimtheiten und Algorithmen unserem selbstgewählten, aber vielbedingten Leben überlassen sind. Mit wenigen Worten werden weite Distanzen überbrückt und Diskursdestillationen vorgenommen, als Augentropfen für verschärfte Wahrnehmungen eingesetzt. „schreie aus den komfortzonen“ vernimmt man. „die gegenwart markiert die sollbruchstelle“.

Nach der Lesung stellt Kieser weitere Fragen zu den Texten. Als zweites liest dann Marie Luise Lehner aus ihrem Roman „Im Blick“. Hier verweise ich bzgl. des Inhalts auf meine Rezension hier auf Fixpoetry.

Auch bei Lehner stellt Kieser im Anschluss einige Fragen zum Text. Sie, Lehner, habe ja schon vor der #metoo-Debatte an dem Buch geschrieben. Wie war es dann, als #metoo kam, hatte das Auswirkungen auf die Arbeit an dem Buch?

Lehner meint, dass sei ein glücklicher Zufall gewesen, andererseits habe das Thema wohl auch in der Luft gelegen. Der Verlag habe sie aber nicht unter Druck gesetzt, das Buch dann schnell zu liefern. Allerdings sei es für die PR natürlich von Vorteil gewesen.

Kieser fragt beide noch, ob Literatur ihrer Meinung nach Dinge vereinfachen solle.

Lehner: nein.

Gugić: Verdichten, aber nicht vereinfachen. Einfach/Vereinfachen sei eh ein schwieriges Wort.

Lehner: Es gehe ja darum, Uneindeutigkeiten & Ambivalenzen aufzuzeigen.

Dann kommen die beiden anderen Lesenden, Raphaela Edelbauer und Mathias Kropfitsch, auf die Bühne. Edelbauer liest als erstes, aus ihrem Roman „Das flüssige Land“. Auch hier verweise ich auf meine Rezension hier auf Fixpoetry.

In der von Edelbauer gelesen Szene geht um die Ermordung von KZ-Insassen gegen Ende des Krieges, die bis zuletzt in einem Stollensystem Flugzeugteile gebaut hatten. Kieser und sie unterhalten sich etwas über ihre (Edelbauers) Recherchen zu dem Buch und über die Verdrängungskultur in Österreich.

Dann kommt Kieser noch auf ihren Lehrauftrag an der Angewandten zu sprechen, wo Edelbauer (die von 2009-2012 Sprachkunst studierte), seit kurzem ein Seminar für Romanformen gibt. Wie nehme sie die Unterschiede zwischen ihrer Studienzeit und der heutigen Lage war?

Edelbauer meint, das Institut habe sich schon sehr verändert, es gäbe jetzt mehr Freiräume, am Anfang sei alles sehr eng gewesen und man hätte außerdem viel aufeinander gehockt in der Jahrgangsklasse.

Dann wendet sich Kieser an Mathias Kropfitsch, der 2013 zu studieren begann und fragt, wie es ihm im Studium ergangen sei.

Kropfitsch meint, sein größtes Problem war zu Anfang, dass er zu offen war, keine Abwehrmechanismen gegen normative Festschreibungen und an ihn herangetragene Ideen hatte. Er findet, dass es an der Sprachkunst damals auch einen großen Mangel an Theorie gab und viele Kontexte nicht berücksichtig wurden; von einem westlich-modernen Selbstverständnis geprägte Ideen hätten bei der Vermittlung von Poetologie eine zu zentrale Rolle gespielt.

Nach einem kurzen Gespräch über Kropfitschs Kunst-Aktion „Free Sebastian Kurz“, eine Arbeit, die er in seinem neuen Studium an der Akademie für Bildende Kunst konzipierte, liest Kropfitsch aus seinem Text „Exzerpte Alukationen“, der lediglich aus einem Titel, einem Untertitel und Fußnoten besteht. Zunächst geht es vor allem um Unfälle von osteuropäischen Gastarbeitenden bei der Arbeit in österreichischen Forstbetrieben, immer wieder sind Hyperlinks eingebaut, Ozeanausbeutung und Landnahme in Kolumbieren sind weitere Themen. Man hat beim Zuhören das Gefühl, dass hier jemand auf der Suche nach einer neuen Form ist, auf die wir alle einmal angewiesen sein könnten.

III – Lyriklesung

Die letzte Veranstaltung des Festivals ist die Lyriklesung mit Studierenden, kuratiert und moderiert von der Dichterin und Übersetzerin Uljana Wolf.

Ich möchte von dieser letzten Lesung, einem Abend voller wunderbarer und unterschiedlicher Texte, nur ein paar sehr kurze Eindrücke wiedergeben und ansonsten bei den Dichter*innen Cornelia Hülmbauer, John Sauter, Christiane Heidrich, Selma Lorena Imhof und Greta Pichler auf die in den letzten Tagen geposteten Texte hier auf Fixpoetry verweisen, sowie im Fall von Sandro Huber noch einmal auf die JENNY, Ausgabe 7, in der auch von ihm ein großartiger Text abgedruckt ist.

Eröffnet hat den Abend die Dichterin Alice, deren mitunter leicht rätselhafte Texte, in denen immer wieder ein Kind eine Rolle spielt, einen einspinnen in eine Mischung aus sehnsüchtiger Angst und sehnsüchtiger Hoffnung voller berückender Akzente. Cornelia Hülmbauers Texte, die ich schon in Nürnberg bei ULF hören durfte, erlebte ich wieder als bestechend zart, Laurine Irmer präsentierte eine spannende Doku-Poetry über ihre Tante, die auf einer portugiesischen Insel in einer größeren Gemeinschaft lebte. John Sauter las aus seinem Band „Startrampen“. Einen wunderbar eindringlichen, fast schon schmerzlich intensiven Vortrag lieferte Nora Hofmann, deren Texte mich mit ihrer Nahbarkeit und gleichsamen Unnahbarkeit beeindruckten. Christiane Heidrich lesen zu hören war, wie immer, ein Erlebnis (hier sei auch auf ihren Gedichtband „Spliss“ verwiesen, den ich wärmstens empfehlen kann). Sandro Huber trägt seine Texte aus der JENNY vor. Hannah Bründls Gedichte flirren zwischen Konkretion und Stimmungen, die sich an den Rändern auffächern (von ihr gibt es auch einen sehr spannenden Text in der JENNY, Ausgabe 6). Selma Imhofs Texte bestechen mit Knappheit. Greta Pichlers sehr schöner Vortrag rundet den Abend dann perfekt ab.

Das war also das Festival um 10 Jahre Sprachkunst. Ich hoffe, diese Berichterstattung konnte einige Eindrücke vermitteln und neugierig auf manche Texte, Themen, Ideen machen.

 

 

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