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Else Lasker-Schüler • * 1869 Elberfeld • † 1945 Jerusalem

Weltflucht

Ich will in das Grenzenlose
Zu mir zurück,
Schon blüht die Herbstzeitlose
Meiner Seele,
Vielleicht ists schon zu spät zurück.
O, ich sterbe unter euch!
Da ihr mich erstickt mit euch.
Fäden möchte ich um mich ziehen
Wirrwarr endend!
Beirrend,
Euch verwirrend,
Zu entfliehn,
Meinwärts.

 

Else Lasker-Schüler in: Leise Sagen. Ausgewählte Gedichte. Aufbau Verlag, 1985. Die Dichterin wurde am 11.2.1869 in Elberfeld geboren, mit ihrer Art des Schreibens wurde sie zur unverwechselbaren Stimme des Expressionismus. Sie heiratete Hermann Walden, den Herausgeber des »Sturm«, schrieb als Prinz Jussuf von Theben schrieb zahlreiche Postkarten an Chagall und Gedichte an Giselherr aka Gottfried Benn. Ihren ersten Gedichtband »Styx« veröffentlichte sie 1902, 1932 wurde ihr der letzte Kleist-Preis vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten verliehen. Als Jüdin wurde sie Anfang der 30er Jahre mit Publikationsverbot belegt, die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt; Else Lasker-Schüler emigrierte in die Schweiz, reiste immer wieder nach Palästina. Während der 40er Jahre erkrankte Else Lasker-Schüler schwer, sie starb am 22.1.1945.

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