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aufgelesen [46] | Ach Europa!

Heribert Prantl • * 1935 Nittneau

 

Europa muss man einfach lieben!

2019 ist die nächste Europawahl, die neunte Direktwahl zum Europäischen Parlament. Die Europäer werden für ein junges, ein sich reformierendes Europa kämpfen müssen wie nie, weil spätestens diese Europawahl die Antwort geben muss auf die neuen Nationalismen und die neuen Populismen. Es geht um die Antwort auf die Frage, in welcher Gesellschaft wir leben wollen. Wir brauchen keinen Backlash, wir brauchen ein starkes Europa, wir brauchen ein Europa der Bürgerinnen und Bürger. Wir brauchen nicht mehr Europa; wir brauchen nicht weniger Europa. Wir brauchen ein besseres Europa.

Das moderne Europa für das Ziel der Weltgeschichte zu halten, haben wir kein Recht. Aber wir haben die Chance, mit diesem Europa gute Weltgeschichte zu schreiben. Es wäre dies eine Geschichte, die auf dem gründet, was die attische Demokratie, die Polis in Athen, 500 Jahre vor Christus begonnen hat; es wäre dies Geschichte, die ein Utopia realisiert, wie Thomas Morus es vor 500 Jahren realisiert hat.

»Trotz alledem und alledem«: Ferdinand Freiligrath hat sich mit diesen Versen 1848 in den »Wind der Reaktion« gestellt, die Demokratie beschworen und empfohlen: »Wir schütteln uns.« In Europa gibt es viel zu schütteln. Aber es gibt auch viel zu lieben an diesem Europa. Europa muss man einfach lieben.

Heribert Prantl in seinem Text »Trotz alledem! Europa muss man einfach lieben«, der 2016 in der edition suhrkamp erschienen ist. Ein Essay, der nicht ohne all die Schwierigkeiten und Baustellen in diesem großen europäischen Projekt zu nennen, auch die Vorzüge und die Notwendigkeit eines dauerhaft friedlichen Zusammenschluss auf den Punkt bringt, gemäß dem Motto: »Trotz alledem!«  

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