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Kritik

Froschzirpen

Hamburg

Kreidls Band ist Prosa, aber dezidiert auch nicht, „Prosa ist es nicht”, vielleicht – „katalegein” – ein Aufzählen, „in allen Einzelheiten”, das „verspricht alles”, siehe Ann Cotten1, sie hier auch erwähnt, dann aber auch noch anderes „Vielstimmiges”, optional, „Zusammengesetzes”: bis zum Titel, der Zitat sagt und Zitat ist, nämlich: von – ..?

Alles je methodisch verklammert, nach Assonanz, „vom Oger zum Iger”, nach Intertext, als Topographie oder „Architektur der Erinnerung” – oder alles: „Zitat – Zikade”, ohne Nennung der Quelle: „Zirpen steht im Wörterbuch und inspirieren, spirare ist das Stammwort”… Oder ist die Quelle doch da, auf S.51 allerdings..? Neben Zikaden gibt’s aber auch „Frösche”: „Die Frösche sind […] hochproduktiv”…

So geht’s dahin, verspielt, es könnte auch einiges verspielt werden, Leser, die den Mut haben, werden Freude an diesem Band haben, Mutlose oder Ungeduldige freilich weniger. Ich lese ihn jetzt wieder, und dann vielleicht ja nochmals… Quak.

Margret Kreidl
Zitat, Zikade: Zu den Sätzen
Edition Korrespondenzen
2017 · 144 Seiten · 20,00 Euro
ISBN:
978-3902951267

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