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Kritik

- so viel zum thema kachelofen

Ulf Stolterfohts Fachsprachen XXXVII-XLV
Hamburg

Als Studienmaterialien zum Thema „Mimetischer Befall“
der Akademie höflich vorgelegt von Franz Hofner

Also entließ Stolzenfrosch Sprachlaich in mündige Gewässer, wo ihm alsbald
Schwänze zu wachsen begonnen, ein Kraulen und Quappen anhub, ein Rühren
die wächsernen Bataillone befiel. Habemus Kastanium, umrätseln wir Protagoistas
arkadischen (radieschen?) Gesang. Bleischwer die Opponentien. Nicht fehlts an Nagung,
fehlt etwa Dekollete? Peinliche Befragung: hast gar nichts gelernt, heut nit, morgen nit,

geplempert mit Christi köstlichen Gaben, Eigenbrötler und -fischler Du? Windsbraut
Stohldenfuss, ich warn Dich, denn mit rüstiger Kapp schnurrt zugekniffenen Augs
unser Silberrücken ran, Gymnasialdirektor Meschberg, 63 und was mehr ist, B3,
schaut auf die Brotstück und fodert brutalstmöglich Aufklärung. Nämlich der Zinnfrage,
die ja, jetzt zitier ich Dich ‚wie Dachlatten ins Gedichtinnere ragt‘. Bleibende Werte,

Krüge, Becher, Teller, wo? Und alsbald krähete, etwas präcox, der Halm in den Binsen -
denn es werden Hecht kommen, wir haben Niedrigwasser wie damals, als Schotten zu Fuß
nach Island wanderten und die Strömung reichte nur zum Rock – haben die Quappen
im Maul von Forellen (das ist jetzt nur bildlich) Schutz gesucht, nur, es wird
ihnen nichts genutzt haben, ebenso wenig wie den schmackhaften Hähnen.

Hast Du, sag die Wahrheit, denn der Giaconda Belli genügend gedacht? So,
ungefähr, fragt „kaukasischer Kreidefinger“ Meschberg (Deutsch- und Erdkunde).
Sag nun ‚ich kenne das Mensch nicht‘ und Komma und Wühlstrich
richten weiter ihr Unheil im Rohstoffregal an. Hast uns ausgegornes Werk
mit schwerer Müh gefüllt ins Köchelverzeichnis der Fachsprachen, Stotterfisch,

hobst Gunnlaug Schlangenzunge, Ebing-Krafft nebst Werner Schairer,
bloß um uns zu sagen was? Etwa, die Dichtung sei der Labpfahl der Seele?
Nicht Martha, nicht Gretchen, die Dichter seien, raunts, nicht die 42 der Welt,
Faltung, Schneuzung, prompt dröhnt fatty fatty boom boom los und mitten
am Südafri-Sonntag sagt der Robot: Groove - basta – Barsch. Dieser Dorn im Aug!

Au, jetzt ist Entschuldigung bei der Aka Lyrikkritik angeraten. Schmerzlicher
Rücktritt, ersetze ‚Dorn im Aug‘ durch Hashtag #WimperImMund. Besser, nicht?
Lobe heroisches Wühlen im Sprachschminkkoffer, lobe hoch das sprotzeln der Zungen-
fünklein, wenn sie, angefeuchtet, ins Chlorophyll schießen. Doch hüte dich, riet schon
Benn der deutschen Rübenlyrik, vor dem Schotten: wehe, wenn der highlander kommt.

*

Anm. der Redaktion
#aka Lyrikkritik

Ulf Stolterfoht
fachsprachen XXXVII–XLV: Gedichte
Andreas Töpfer (Illustrator)
kookbooks
2018 · 112 Seiten · 19,90 Euro
ISBN:
978-3937445939

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