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Kritik

Von Katzen und anderen Störfällen

Hamburg

„Hammertime”: MC Hammer gab einst dem „Hiatus”, mit dem er sich in Samples und Groove drängte, „seinen eigenen Namen”.

Diese Möglichkeit anderer Zeit („interim-time”) bedenkt McCarthy in seinem Buch, dabei durchaus originell, und zwar vor allem dort, wo er, was zum Philosophieren mit dem Hammer oder zu der Synkope schon andere sagten, appliziert, in intelligenten Lektüren dessen, was der Zombie sei, Dracula, Frankensteins Monster schließlich, das nicht das Es, sondern wenigstens auch das Über-Ich seines Schöpfers sein könnte.

Verzögerung ist immer wieder das Zauberwort, beim Vampir von Kittler in seinem Frühwerk 1 analysiert, hier als buffering im Trauma, im Schreiben als Nicht-Schreiben und umgekehrt, als Faszination des Fehlers aber auch in The Matrix (die wiederkehrende Katze, die als Fehler das Reale verträte) oder in Outtakes.

Was, wenn eine Katze wie das Fragment eines Schwarzweißfilms in der Wohnung meiner Freundin umginge, übrigens..? Nein, das gehört nicht hierher, e-i-g-e-n-t-l-i-c-h… Andererseits: Denken? – Das Uneigentliche; oder genauer: das Uneigentliche stets zu denken. Etwa mit diesem Band, der jedenfalls darin überzeugt, daß er eben dieses immer wieder geistreich aufspürt.

Tom McCarthy
Interim, oder: Die Zeit des Hammers
Aus dem Englischen von Sabine Schulz
Diaphanes
2016 · 88 Seiten · 10,00 Euro
ISBN:
978-3-03734-588-7

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