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Dit is wat we delen. Dies ist, was wir teilen. [1]

Über Flandern & die Niederlande. Ehrengast der 68. Frankfurter Buchmesse 19.-23. Oktober 2016

1. Literaturlandschaften:

Nach 1993 sind Flandern und die Niederlande bereits zum zweiten Mal Ehrengast der Frankfurter Buchmesse. Ehrengast! Hier beginnt schon die erste Irritation. Es sind ganz offensichtlich zwei Länder, müsste es daher nicht „Ehrengäste“ heißen? Gut, Flandern ist kein eigenständiges Land, sondern Teil Belgiens, das drei Amtssprachen hat: Französisch im Süden, Niederländisch im Norden, sowie Deutsch im äußersten Osten. Oder in Zahlen ausgedrückt: Rund 3 Millionen Wallonen sprechen französisch, eine Minderheit von ungefähr 70 000 Belgiern deutsch, etwa 6 Millionen Flamen niederländisch. Zum Vergleich: Die Niederlande haben rund 17 Millionen EinwohnerInnen.

Es ist dieses Jahr also kein Land, sondern die niederländische Literatur Ehrengast in Frankfurt. Doch gibt es „die niederländische Literatur“ überhaupt? Eine Frage, der mit einer Gegenfrage gekontert werden muss: Gibt es „die deutsche Literatur“?

Als Österreicherin verneine ich diesen Begriff. Meine LandeskollegInnen und auch jene aus der Schweiz schreiben ihre Bücher in deutscher Sprache. Dazu gibt es noch Minderheiten in einigen Ländern, die ebenfalls in deutscher Sprache schreiben, etwa die Deutschbelgier oder die Deutschrumänen. Dieser Umstand macht unsere Bücher aber nicht zu deutscher Literatur. Denn korrekterweise müssen wir von deutschsprachiger Literatur sprechen. Der gleiche Umstand trifft auf die niederländischsprachige Literatur zu, also jene, die in der niederländischen Sprache verfasst ist. Denn auch diese kann nicht einem einzigen Land zugeschrieben werden. Neben niederländischen und flämischen AutorInnen zählen hierzu etwa jene aus der ehemaligen niederländischen Kolonie Surinam.

Eine Redensart, die das Verhältnis von Österreich und Deutschland beschreiben soll, lautet: Es ist die gemeinsame Sprache, die uns trennt - was in gewisser Weise auch über das Verhältnis von Nord- und Süddeutschen gesagt werden kann. Rede ich als Wienerin in Deutschland wie mir der sprichwörtliche Schnabel gewachsen ist, wird meine Sprachfärbung meist belächelt und mit verniedlichenden Worten wie „süß“ punziert. Man hört mich gern reden, mag die Sprachmusik, die genuin österreichischen Ausdrücke. Manchmal lehnt man sie auch ab. Was ich sage, sei es drum, es verschwindet unter der ach so putzigen Sprachmelodie wie unter einer picksüßen rosa Punschglasur. Dieses „süß“ wird andererseits sehr schnell nichtig, wenn es um Literatur geht. Gern werden von deutschen Lektoraten genuin österreichische Begriffe durch hochsprachlich deutsche Worte ersetzt mit dem ewig gleichen Argument der dann besseren Lesbarkeit, womit nicht zuletzt die Vermarktbarkeit auf dem Buchmarkt in Deutschland gemeint ist.

Ähnliches kann trotz (oder wegen?) der gemeinsamen Sprache auch für Niederländisch festgestellt werden. Eine Redensart trennt die Sprachgebiete geographisch in „boven de Moerdijk“ (oberhalb von Moerdijk, einer Gemeinde in den Niederlanden; der protestantische Norden) und „onder de Moerdijk“ (unterhalb von Moerdijk; der katholische Süden). Das liegt auch an sprachlichen Eigenheiten, etwa manchen nur in Flandern verwendeten Worten und Redewendungen und der anderen Sprachfärbung. Flämische AutorInnen hätten es viel schwerer, in Holland verlegt zu werden, hörte ich in Flandern mehrmals, was allerdings von manchem holländischen Verleger energisch bestritten wurde. Ja, es gäbe in Flandern und den Niederlanden, so der Literaturwissenschaftler Carl De Strycker, getrennte Kreise mit eigener literarischer Infrastruktur (Zeitschriften, Verlage) und nur wenige AutorInnen „funktionierten“ in beiden Systemen. So seien die bekanntesten RomanautorInnen aus den Niederlanden dem breiten Publikum Flanderns oft gänzlich unbekannt und viele flämische AutorInnen im Norden unbeliebt. Dies liege zum Teil an Klischees über den jeweiligen „Volkscharakter“, die auch für die Literatur, den Stil und die behandelte Thematik zu gelten scheinen. Und da dieses Klischee häufig zu hören ist, sei aus Carl De Stryckers Vortrag zitiert:

Kurz und leicht karikaturistisch zusammengefasst gibt es einen Unterschied zwischen dem calvinistischen Norden mit seinen sparsamen, sachlichen Einwohnern und Einwohnerinnen, die eine nüchterne, schnörkellose und plot driven Literatur hervorbringen würden, und dem katholischen, burgundischen Süden, der eine überschwängliche und stilistisch verschwenderische Literatur produzieren würde. Genau die Bücher, die innerhalb des eigenen Systems als un-eigen betrachtet werden, schaffen den Sprung über die Grenze einfacher.

Trotz dieses scheinbaren Zerfalls in zwei Systeme, existiert in Wirklichkeit natürlich nur eine einzige Sprache mit ihren kleinen Varianten, gibt es eine Literatur, die niederländischsprachige und zwischen den beiden Ländern zahlreiche institutionelle Kooperationen und regen Austausch. Flämische AutorInnen publizieren meist bei niederländischen Verlagen, niederländische werden in flämische literarische Zeitungen aufgenommen. Die LeserInnenschaft sei niederländisch und flämisch, an Universitäten werde die gesamte niederländischsprachige Literatur gelehrt, Jurys von beiden Ländern beschickt. Der Slogan der Gastländer Flandern und Niederlande „Dies ist was wir teilen“ betont und zeigt die Vielfalt einer Gemeinsamkeit, die beide Länder verbindet und sich gleichzeitig ihrer Differenz stets bewusst ist. Es ist ein Teilen auch mit dem Gastgeber Frankfurter Buchmesse und den Besuchenden, ein Mitteilen und eine Einladung zum Miterleben der Vielfalt des niederländischen Kulturschaffens, das Bücher in den Mittelpunkt stellt, doch von einem reichhaltigen Rahmenprogramm begleitet wird, das bereits Monate zuvor begonnen hat und auch nach der Buchmesse fortgesetzt werden wird.

 

2. Wie stemmt man einen Gastlandauftritt?

Nachdem 1993 ein Team die Organisation des ersten Gastlandauftritts in Frankfurt innehatte, bestellten die beiden Dachorganisationen „Nederlands Letterenfonds“ und „Vlaams Fonds voor de Letteren“ diesmal einen Autor als künstlerischen Intendanten: Bart Moeyaert. Der flämische Schriftsteller, der 1964 in Brügge geboren wurde und seit Jahren in Antwerpen lebt, sagt von sich, er sei ein Geschichtenerzähler. Er ist in deutschsprachigen Ländern vor allem als erfolgreicher Verfasser von Kinder- und Jugendbüchern bekannt und erhielt zahlreiche Preise für seine Werke, etwa den Deutschen Jugendbuchliteraturpreis für seinen Roman „Bloße Hände“. 25 Jahre lang besuchte Moeyaert aus freien Stücken jedes Jahr die Buchmesse und sah sich auch die Auftritte der Gastländer an. Die Überfülle an Büchern vor Ort war für ihn und seine Kunst gleichermaßen desillusionierend wie inspirierend.

Seit mehr als zwei Jahren trägt er nun selbst die Verantwortung für den Buchmessenauftritt der niederländischsprachigen Literatur, was seine eigene schriftstellerische Arbeit derzeit naturgemäß in den Hintergrund drängt. Moeyaerts erklärtes Ziel ist es, sich nicht damit zu begnügen, AutorInnen nach Frankfurt zu schicken, den Gastlandauftritt nicht als einmalige Aktion während der Buchmesse anzulegen, sondern auch hier vielfältige Geschichten zu erzählen, die emotional berühren, und dafür Projekte zu entwickeln, die viele Genres und Kunstformen beleuchten, sich über einen längeren Zeitraum erstrecken und somit mehr Nachklang haben. Neu ist auch die Ausweitung des ambitionierten Programms auf weitere Städte Deutschlands, das im März 2016 mit einem Auftritt der Autorinnen Saskia de Coster und Connie Palmen bei der lit.Cologne begann, unter anderem bereits Begegnungen mit der niederländischsprachigen Kunst und Kultur in Leipzig oder Berlin ermöglichte und gerade eben zu Auftritten in Hamburg im Rahmen des Harbour Front Literaturfestivals führte. Die letzte Station des Gastlandauftritts in Deutschland wird Karlsruhe sein, wo im Rahmen einer Ausstellung über Avantgarde-Kunst 1945-1968 im November im ZKM eine Museumslesung geplant ist.

Die Buchmesse selbst wird am 18. Oktober eröffnet werden. Die Ehrengastländer Flandern und die Niederlande werden an diesem Abend durch zwei AutorInnen vertreten, die eine gemeinsame Eröffnungslesung gestalten werden: Die 1991 geborene flämische Dichterin Charlotte Van den Broeck, deren Erstlingswerk „Kameleon“ 2015 erschien. Und der 1971 geborene niederländische Schriftsteller Arnon Grunberg, der seit 1994 bereits mehrere erfolgreiche Romane veröffentlichte. Im Oktober erscheint sein neuestes Buch „Muttermale“, das von seiner verstorbenen Mutter, einer Ausschwitz-Überlebenden, handelt.

 

3. Zahlen und Fakten:

Deutschland ist für die niederländischsprachige Literatur mit Abstand das wichtigste Exportland. Oft werden deutsche Übersetzungen zum Sprungbrett in andere Sprachräume. Dieser Boom begann mit dem ersten Buchmessenauftritt 1993, als zahlreiche, bislang im deutschen Sprachraum unbekannte Autorinnen und Autoren ins Deutsche übersetzt wurden. So lernte man Harry Mulisch (1927-2010), Cees Nooteboom (*1933) und den Flamen Hugo Claus (1929-2008) kennen, Margriet de Moor (*1941), Anna Enquist (*1945) oder Maarten´t Hart (*1944). Aber auch jüngere, damals unbekannte AutorInnen, die heute etabliert sind, etwa Connie Palmen (*1955), die in ihrem neuesten Buch „Du sagst es“ die fatale Liebesbeziehung zwischen Sylvia Plath und Ted Hughes thematisiert, oder Leon de Winter (*1954), der in „Geronimo“ phantasiert, was geschehen wäre, wäre Osama Bin Laden einst nicht getötet worden. Die Werke dieser Autoren erscheinen heute häufig gleichzeitig auf niederländisch und deutsch, erreichen große Auflagen und erringen manchmal im deutschen Sprachraum sogar größere Publizität als in ihren Herkunftsländern.

Seit 1993 hat sich eine Reihe weiterer niederländischsprachiger Autorinnen und Autoren etabliert. Zu nennen sind hier z.B. Saskia de Coster (*1976), die in ihrem letzten Roman „Wir und Ich“ von inneren und äußeren Zwängen gut situierter Kleinbürger erzählt, Arnon Grunberg (*1971) oder Tommy Wieringa (*1969), der zuletzt „Dies sind die Namen“, einen Roman über die Flüchtlingsproblematik veröffentlichte. Oft werden abseits des prosaischen Erzählens produktive Abstecher in andere Genres unternommen. So hat der flämische Schriftsteller Dimitri Verhulst (*1972) nach seinem Roman „Die Beschissenheit der Dinge“, der ihm den Durchbruch brachte und in dem er das Heranwachsen in einer sozial benachteiligten Familie thematisierte, und dem aktuellen Buch „Die Unerwünschten“, in dem er von Erfahrungen in einem Kinderheim erzählt, ein Libretto für die Oper „Bosch Beach“ geschrieben.
 

Peter Verhelst, © Damaris Schmitz / ARTEFAKT Kulturkonzepte

Peter Verhelst (*1962) zählt zu den experimentellsten Schriftstellern Flanderns. Er ist Bühnen- und Romanautor sowie Lyriker und weiß in der persönlichen Begegnung interessant und packend von seiner Arbeit zu berichten. Er langweile sich bei chronologisch Erzähltem, weil die menschliche Erinnerung auch nicht chronologisch funktioniere, so Verhelst, da immer Leerstellen bleiben, der Erinnerung fehlende Zeit. In seinem Buch „Eine handvoll Sekunden“ geht er von seinem persönlichen Trauma aus, einem dramatischen Autounfall. Er könne sich auch heute noch nicht an alles erinnern, weil ihm die Zeit um den Unfall nach wie vor fehle. Diese „Lochzeit“ versuchte er in seinem Werk zu rekonstruieren, indem er darum herum schrieb, um dieses Loch mit verschiedenen Möglichkeiten zu füllen.

Doch zurück zu den Fakten:

Rund 400 Neuerscheinungen aus und über Flandern und die Niederlande werden auf der diesjährigen Buchmesse präsentiert werden. Sie decken alle Genres wie Belletristik, Sachbuch, Poesie, Kinder- und Jugendbuch, Comic und Graphic Novel ab. Rund 230 Neuübersetzungen literarischer Titel von flämischen und niederländischen Autoren erscheinen dieses Jahr in großen und kleinen Verlagen Deutschlands. In Summe werden 132 deutsche Literaturverlage zumindest ein niederländischsprachiges Buch in ihrem Programm haben. 70 niederländische und flämische SchriftstellerInnen werden zudem auf der Buchmesse präsent sein.

 

4. Rahmenprogramm:

Über 400 Veranstaltungen werden im Rahmen des Ehrengastauftritts in ganz Deutschland geboten, darunter Lesungen, Ausstellungen und diverse Auftritte. Es ist unmöglich, auf diese Vielfalt hier im Detail einzugehen. Daher möchte ich, um einen kleinen Einblick zu geben, auf drei Veranstaltungen hinweisen, die mir besonders erwähnenswert scheinen:

4.1 Theaterprojekt STUKschrijven: Anlässlich des Gastlandauftritts veranstaltet das Staatstheater Mainz Mitte Oktober ein Wochenende, das sich mit dem Kinder- und Jugendtheater in den beiden Ländern beschäftigt. 5 LyrikerInnen und AutorInnen, zwei aus den Niederlanden (Rebekka De Wit und Renée van Marissing) und drei aus Flandern (Maud Vanhauwaert, Mustafa Kör und Tom Struyf) wurden im Rahmen eines Projekts beauftragt, erstmals ein Theaterstück zu schreiben, ein dialogisches Werk für zwei Personen mit einer ungefähren Dauer von jeweils 20 Minuten, das sich an die Altersgruppe der 10-12-Jährigen richtet. Bei meiner Begegnung mit den drei flämischen BeiträgerInnen wussten diese von ihren Schwierigkeiten zu berichten, den steten Zweifeln, ob sie dem Auftrag gerecht werden können, ob ihre Stücke für Kinder dieser Altersgruppe interessant genug seien, ob sie nicht besser die Finger davon lassen sollten. Hilfreich seien der häufige gegenseitige Austausch und die fachliche Begleitung durch Heleen Verburg gewesen. Bei einer ersten szenischen Lesung vor Publikum hätten sie bemerkt, wie sehr die Kinder von ihren Beiträgen, die alle das Thema Tod in den Mittelpunkt rücken, angetan gewesen seien und sie hätten zahlreiche positive Rückmeldungen erhalten. Alle fünf Beiträge werden in einer szenischen Lesung am 16.Oktober im Staatstheater Mainz zu hören sein.

Probenfoto © Kurt Van der Elst

4.2 „Bosch Beach“: Am 12. und 13.10. wird das muziektheater LOD die Oper „Bosch Beach“ im Künstlerhaus Mousonturm zur Aufführung bringen. Mehr als zwei Jahre lang wurde dieses Stück für drei Singstimmen - Sopran, Tenor und Bariton – und 14 Musiker des Asko Schönberg Ensembles in einer Art „work in progress“ als Gemeinschaftsarbeit entwickelt. Der Autor Dimitri Verhulst schrieb das Libretto, einen knallharten Text von gerade einmal sieben dichten Seiten, der 500 Jahre nach Hieronymus Boschs Tod dessen Vorstellungen von der Hölle auf Erden mit der aktuellen Flüchtlingsthematik verbindet. Die Musik stammt vom portugiesischen Komponisten Vasco Mendonça (*1977), der die Sprache der modernen Oper mit Samba, HipHop, Songs oder dem Sound experimenteller Instrumente bereichert. Er hätte, sagte Mendonça hierzu in einem Interview, im Libretto reichlich Raum gefunden, fehlende Textdetails mit seiner Musik zu erfinden und zu formen. Für Regisseur Kris Verdonck (*1974), der in Boschs Arbeiten Echos unserer heutigen Probleme und einen erschreckende Art von schwarzem Humor sieht, ist es die erste Opernarbeit. Ein interessantes Projekt, auf dessen Uraufführung man schon gespannt sein kann.

4.3 “Facing the Future. Art in Europe 1945-1968”. Nur auf den ersten Blick irritierend ist die Rückwärtsgewandtheit des Titels, denn „Future“ bezieht sich auf eine bereits vergangene Zukunft, jene nämlich nach dem 2. Weltkrieg. Anliegen der Ausstellungsmacher ist es, einen Überblick über die Kunstströmungen, die sich nach 1945 in Ost- und Westeuropa verbreiteten, zu bieten. Wie reagierten KünstlerInnen auf die Kriegstraumata, den beginnenden Aufschwung der 50-er Jahre und die 68-er Revolten, die auch das Ende der Illusion eines demokratischen Kommunismus bedeuteten? Wie veränderte die Kunst den Blick auf die Welt und die politischen, technologischen und wirtschaftlichen Entwicklungen? In sechs chronologisch aufgebauten Themenbereichen versucht man, diesen Fragen auf den Grund zu gehen und sie mit Beispielen zu belegen. Es ist eine Auseinandersetzung mit der Bedeutung und den Auswirkungen der damaligen Avantgarde, die eine Reaktion auch auf den Nationalsozialismus war, der die moderne Kunst als entartet gebrandmarkt hatte. Interessant ist unter anderem, dass Künstler auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs damals mit ähnlichen Kunstformen wie Pop Art, Medienkunst, Action Painting, Konzeptkunst und Klangkunst experimentierten. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit dreier Museen, dem Staatlichen Museum für Bildende Künste A.S. Puschkin in Moskau, dem ZKM in Karlsruhe und dem Kunst- und Kulturzentrum BOZAR in Brüssel und präsentiert rund 160 Werke von 150 Künstlern aus 18 europäischen Ländern. Als Wanderausstellung, die ab Juni im BOZAR zu sehen war, werden die Kunstwerke ab 21.10. im ZKM Karlsruhe ausgestellt werden und ab März 2017 in Moskau zu betrachten sein. Als besonderes Highlight empfinde ich die aus Anlass des Buchmessenauftritts von Flandern und den Niederlanden ausgesprochene Einladung an vier Dichterinnen und Dichtern, auf ein selbst gewähltes Werk der Ausstellung mit ihrer eigenen Kunst zu reagieren. Die so entstandenen Gedichte von Els Moors, Monika Rinck, Maarten van der Graaff und Peter Verhelst können nun, ergänzt durch einen Beitrag des Dichters Armando, in einem Beiheft nachgelesen werden. Am 16.11. werden im ZKM Karlsruhe die beteiligten DichterInnen ihre Texte neben dem jeweils korrespondierenden Kunstwerk vortragen und die Verbindung zwischen Wort und Bild sinnlich erfahrbar machen. Eine interessante Reise in die jüngere Kunstgeschichte, die mit den Gedichten eine Brücke zur heutigen Kunst schlägt.

 

 

Offenlegung: Diese Textreihe basiert auf den Informationen und Eindrücken einer Pressereise, die mich Ende August für Fixpoetry durch die Städte Antwerpen, Gent, Brüssel und Amsterdam führte. Sie gibt Begegnungen mit zahlreichen Kunstschaffenden aus Flandern und den Niederlanden wieder, gefärbt durch meine persönlichen Vorlieben und Impressionen. Organisiert und betreut wurde diese Pressereise von den Organisationen „Flämische Stiftung für Literatur (Vlaams Fonds voor de Letteren)“, „Niederländische Stiftung für Literatur (Nederlands Letterenfonds)“ sowie „Artefakt Kulturkonzepte Berlin“.

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