Übersetzung

Catherine Howards Brief an Henry VIII. von 1541

Letzte Briefe von den tragischen Tudor-Königinnen. Neu- und Erstübersetzungen.

Dieser Brief ist in gedruckter Form erhalten geblieben in dem Buch „Calendar of the Manuscripts of the Marquis of Bath Preserved at Longleat, Wiltshire. Volume II“. Bisher gab es scheinbar keine deutsche Übersetzung.

Ich, die kummervollste Untertanin von Euer Gnaden und elendste Schurkin auf der Welt, unwürdig irgendeinen Vorschlag Eurer äußerst exzellenten Majestät zu unterbreiten, mache nur meine bescheidenste Ehrerbietung und das Geständnis meiner Fehler. Und wo kein Anlass zur Gnade meinerseits bereitet wurde, wobei dennoch Eure überaus gewohnte Gnade auf alle anderen Menschen unverdientermaßen ausgeweitet wird, ersehne ich bescheidenst auf meinen Händen und Knien ein Partikel davon, um auf mich erstreckt zu werden, obwohl ich unter allen anderen Lebewesen am unwürdigsten bin entweder Eure Ehefrau, oder Untertanin genannt zu werden.

Meinen Kummer kann ich mit keinem Schreiben formulieren, nichtsdestotrotz vertraue ich Euer äußerst gütiges Wesen wird Rücksicht auf meine Jugend, meine Ahnungslosigkeit, meine Gebrechlichkeit, das bescheidene Eingeständnis meiner Fehler und ehrliche Angabe diesbezüglich nehmen, womit ich mich vollständig dem Mitleid und dem Erbarmen von Euer Gnaden überlasse. Zuerst, durch die schmeichelhaften und ausreichenden Überredungskünste von Manox als ich nur ein junges Mädchen war, ertrug ich ihn mehrere Male beim Umgang mit und bei der Berührung der geheimen Stellen meines Körpers, was ich in aller Ehrlichkeit weder schaffte zu erlauben, noch er dazu benötigte. Außerdem brachte mich Francis Dereham durch viele Überredungen zu seiner bösartigen Absicht und erreichte zuerst mit seinem Wams und seiner Hose auf meinem Bett zu liegen und danach im Bett und abschließend lag er nackt bei mir und ging mit mir in so einer Art um wie ein Ehemann mit seiner Ehefrau, viele und verschiedene Male, und unsere Gemeinschaft endete fast ein Jahr bevor Eure Majestät der König mit der Dame Anna von Kleve verheiratet wurde und setzte sich kaum um ein Vierteljahr fort, oder ein wenig darüber. Da jetzt die ganze Wahrheit Eurer Majestät bekanntgemacht wird, erflehe ich Euch bescheidenst die geschickten Überredungsfähigkeiten junger Männer und Ahnungslosigkeit junger Frauen zu berücksichtigen. Ich war so begierig darauf in die Gunst von Euer Gnaden zu kommen und so verblendet von dem Begehren auf weltlichen Ruhm, dass ich weder gestehen konnte, noch die Grazie hatte zu bedenken, was für ein großer Fehler es war mein ehemaliges Verschulden Eurer Majestät zu verheimlichen, in Anbetracht meiner Absicht mein ganzes Leben hindurch pflichttreu und aufrichtig Eurer Majestät gegenüber zu sein. Nichtsdestotrotz stand der Kummer über meine Vergehen immer vor meinen Augen, bei der Erwägung Eurer endlosen Güte mir gegenüber, die sich immer öfter steigerte und sich nicht verringerte. Jetzt überlasse ich die Beurteilung meiner Vergehen mitsamt meinem Leben und Tod vollständig Euer gütigen und barmherzigen Gnaden, um nicht von der Justiz der Gesetze Eurer Majestät, sondern nur von Eurer endlosen Gutherzigkeit beurteilt zu werden sowie von Erbarmen, Mitgefühl und Gnade, ohne die ich mich als würdig für die extremste Bestrafung anerkenne.

Kateryn Howard

Catherine Howard to Henry VIII. in 1541

I your grace’s most sorrowful subject and most vyle wretche in the world not worthy to make any recomendacions unto your moste excellent majestye do oonely make my most humble submyssion and confession of my fawtz. And where no cawse of mercye is gyven uppon my partie yet of your most accustomed mercy extended unto all other men undeserved most humbly of my haundes and kneez do desire oon sparcle therof to be extended unto me although of all other creaturez most unwourthy eyther to be called your wyfe or subject. My sorowe I can by no wrytyng expresse neverthelesse I trust your most benygn nature will have some respect unto my youthe my ignorans my fraylnez my humble confession of my fawte and playne declaracion of the same referryng me holly mito your graces pitie and mercy. Fyrste at the flateryng and feire perswacions of Mannoke beyng bat a yong gyrle sufFred hym at soundry tymez to handle and towche the secrett partz of my body whiche neyther became me with honesty to permytt nor hym to requyre. Also Frauncez Derame by many persuasions procured me to his vicious purpose and obteyned first to lye uppon my bedde with his doblett and hose and after within the bedde and fynally he lay with me nakyd and used me in suche sorte as a man doith his wyfe many and sondry tymez but howe often I knowe not and our, company ended almost a yere before the Kynges majestye was maried to my lady Anne of Cleve and contynued not past oon quarter of a yere or litle above. Nowe the holl trouythe beyng declared unto your majestye I most humble beseche the same to considre the subtyll persuasions of young men and the ignorans and fraylnez of young women. I was so desierous to be taken unto your gracez favor and so blynded with the desier of wordly glorie that I cowde not nor had grace to considre how grett a fawte it was to conceyle my former fawtz from your majestic consideryng that I entended ever duryng my lyfe to be feithful and true unto your majestie after, and neverthlesse the sorowe of my oflensez was ever before myn eyez consideryng the infynyte goodnez of your majestye towardes me from tyme to tyme ever encressyng and not dymynysshyng. Nowe I referre the judgement of all myn offensez with my lyff and dethe holly unto your most benygne and mercjrfull grace to be considered by no justice of your majestiez lawez but onely by your infynyte goodnez pytie compassion and mercye without the whiche I knowledge myseliff worthy of most extreme punnysshement. —
Kateryn Howard

Fixpoetry 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung von Fixpoetry.com und der Urheber
Dieser Artikel ist ausschließlich für den privaten Gebrauch bestimmt. Sie dürfen den Artikel jedoch gerne verlinken. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

Letzte Feuilleton-Beiträge