Übersetzung

Catherine Howards Brief an Thomas Cranmer von 1541

Letzte Briefe von den tragischen Tudor-Königinnen. Neu- und Erstübersetzungen.

Dieser Brief ist gedruckt erhalten geblieben in „The History of the Reformation of the Church of England. Volume IV.“ von Gilbert Burnet. Bisher gab es scheinbar keine deutsche Übersetzung.

Erneut werde ich von meinem Lord von Canterbury bezüglich der Abkommen und Mitteilungen über Heirat zwischen Deerham und mir verhört: Hiermit werde ich gewissenhaft und ehrlich eine Antwort bereitstellen, genauso wie am Tag des Jüngsten Gerichts und beim Versprechen, dass ich durch meine Taufe abgab sowie bei dem Sakrament, das ich zum letzten Allerheiligen erhielt. – Zuerst verkünde ich, dass Deram mir oft die Anfrage nach einem Ehebündnis stellte; worauf ich ihm, soweit ich mich erinnere, nie mehr als das bewilligte, was ich bereits zugegeben habe: Und was diese Wörter betrifft „Ich verspreche dir, dich mit meinem ganzen Herzen zu lieben“, erinnere ich mich nicht daran sie je gesprochen zu haben. Was aber die anderen Wörter anbelangt, dass ich ihm bei meiner Treue und Aufrichtigkeit versprochen haben soll niemals einen anderen zum Ehemann zu nehmen, bin ich mir sicher sie nie gesprochen zu haben. Darüber verhört, welche Zeichen und Geschenke ich Deram und er mir gab: - ich gab ihm ein Band und Ärmel für ein Hemd. Und er überreichte mir ein Stiefmütterchen aus Seide als Neujahrsgeschenk und ein altes Hemd aus holländischem Leinen oder Kambrik, was das Hemd meines Lords Thomas gewesen ist, und meine Dame gab es ihm. Und mehr als das schenkte ich ihm nach meiner Erinnerung nie, auch er mir nicht, wodurch diesen Sommer zehn Pfund bewahrt wurden ungefähr zu Beginn der Reise.

Da zum Verhör die Frage gehörte, ob ich ihm einen kleinen Goldring unter der Bedingung anvertraut habe, dass er ihn nie aufgibt, habe ich ihm meinem Wissen nach nie diesen Ring überreicht, wobei ich überzeugt bin von keiner diesbezüglich bestehenden Situation. Bezüglich der Frage, ob das Hemd, das Band und die Ärmel mein eigenes Werk waren – sie entstanden nicht durch meine Hände, aber so wie ich mich erinnere hat Cliftons Ehefrau aus Lambeth sie gefertigt. Und was das Armband aus Seidenwerk betrifft, gab ich ihm keineswegs eines; und falls er eines von mir hat, nahm er es mir unerlaubt.

Wegen dem Rubin schenkte ich ihm weder einen zur Einsetzung in eine Ringfassung, noch für andere Zwecke. Den französischen Fenchel hat Deram mir nicht mitgebracht, aber er sagte in London gäbe es eine kleine Frau mit krummen Rücken, die sehr geschickt in allen Methoden von Blumenarrangements war. Und ich wünschte mir von ihm ihr aufzutragen französischen Fenchel für mich zu verarbeiten und ich würde ihn bezahlen, sobald ich Geld erhielte. Und als ich erstmals an den Hof gelangte, bezahlte ich ihn sowohl dafür, als auch für diverse andere Angelegenheiten im Wert von fünf oder sechs Pfund. Dabei ist die Wahrheit, dass ich es nicht wagte den besagten französischen Fenchel zu tragen, bis ich von der Dame Breerton gewünscht hatte zu behaupten, dass sie es mir gegeben hatte.

Den kleinen Ring mit eingesetztem Stein habe ich nie von ihm verloren, weil er mir nie einen gewidmet hatte. Der Samt und die Seide für Ornamente, ein Hut aus Samt mit einer Feder, ein gesteppter Hut mit Sarsenett und das Geld habe ich nicht von ihm erhalten, aber auf meine Anfrage hin legte er Geld zur Bezahlung bereit. Für alle diese Gegenstände überreichte ich ihm eine Rückzahlung, als ich am Hof eintraf. Und dennoch besorgte er nicht für mich den gesteppten Hut, sondern nur das Sarsenett, um ihn anzufertigen. Und denselben stellte ich einem kleinen Gesellen im Haus meiner Dame zu, der so wie ich mich erinnere Rose genannt wurde und Sticker war, um es nach seinem Ermessen zu einem Werk zu formen und ihn nicht dazu zu drängen Mönchsknoten hineinzusticken, wie er bezeugen kann, wenn er ein ehrlicher Mensch ist. Nichtsdestotrotz sagte Deram, als die Anfertigung durchgeführt war: „Was, Ehefrau, hier befinden sich Mönchsknoten für Francis.“

Wegen dem Vertrag und der Verpflichtung von 100 Pfund überließ er mir diese in meiner Verwahrung, indem er sagte, dass er sie eindeutig mir überließe, falls er nie wieder zurückkäme. Und auf meine Nachfrage, ob er gehen würde, sagte er mir, dies bis zu seiner Rückkehr nicht zu erzählen.

Darüber verhört, ob ich ihn Ehemann und er mich Ehefrau nannte – überbringe ich die Antwort, dass es im Haus zu Gesprächen darüber kam, dass wir beide einander heiraten würden; und einige seiner Feinde entwickelten daselbst Neid, weswegen er meine Zustimmung dafür begehrte mich als seine Ehefrau und ich ihn als meinen Ehemann zu bezeichnen. Daraufhin sagte ich damit zufrieden zu sein. Somit nannte er mich nach diesen Umständen üblicherweise Ehefrau und ich ihn Ehemann. Und er gewöhnte sich an mich oft zu küssen, was er gewöhnlicherweise aber auch bei vielen anderen desselben Haushalts machte. Und ich nehme an, dass es wahr ist, als er mich an einem Tag sehr oft küsste, dass jemand anwesend war und sagte, sie glaubten, dass er mich nie ausreichend habe küssen können. Worauf er antwortete – Wer sollte ihm die Erlaubnis geben seine eigene Ehefrau zu küssen? Dann sagte eine Person von ihnen – Ich glaube diese Angelegenheit wird sich so abwickeln, wie das allgemeine Gerede besagt. – Was das wäre, sprach er. – Heirat, sagte die Person, Dass Herr Deram mit der Dame Katherine Howard verbunden wird. – Beim Heiligen John, sagte Deram, du könntest zweimal raten und schlechter treffen. Aber dass ich ihm zuzwinkern und insgeheim sagen soll: Was, soll das meiner Dame zu Ohren gelangen? Ich nehme wahrlich an, dass so etwas nicht passierte.

Bezüglich der sexuellen Kenntnisse gestehe ich wie zuvor, dass er zu diversen Zeiten bei mir gelegen ist, manchmal in seinem Wams mit der Hose und zwei oder drei Mal nackt: Aber nicht so entblößt, dass er nichts trug, weil er immer zumindest sein Wams und wie mir vorkommt auch seine Hose behielt, aber ich meine die Male, als seine Hose abgelegt war. Und zu diversen Zeiten brachte er mir Wein, Erdbeeren, Äpfel und andere Aufmerksamkeiten zur genussvollen Erheiterung, nachdem meine Hausvorsteherin zu Bett gegangen war. Aber dass er irgendein bestimmtes Bankett veranstaltete, indem er aufgrund einer Verabredung zwischen ihm und mir abwartete, bis die Hausschlüssel meiner Dame überbracht wurden, ist vollkommen unwahr. Weder stahl ich selbst die Schlüssel, noch erhoffte ich, dass sie jemand stehlen würde mit der Absicht und dem Vorsatz Deram eintreten zu lassen, aber aus vielen anderen Anlässen wurden die Türen geöffnet, manchmal über Nacht und manchmal früh am Morgen, sowohl auf meine Anfrage hin, als auch auf die von anderen. Und irgendwann war Deram früh am Morgen gekommen und verfügte sich sehr unzüchtig, aber nie meinem Anliegen oder Einverständnis entsprechend. Wilks und Baskervile fragten, wohin wir uns verlagern würden, falls meine Dame plötzlich eintreten würde. So überlegte ich mir zur Antwort, dass er in die kleine Galerie ausweichen sollte. Nie sagte ich, dass er im Falle des Eintretens meiner Dame sich in der Galerie verstecken müsste, aber er meinte es selbst und ging tatsächlich dorthin.

Bezüglich dem Gespräch über meine Abreise an den Hof erinnere ich mich an seine Worte, dass er nicht lange im Hause bleiben würde, wenn ich fort wäre. Erneut sagte ich, dass er tun kann, was ihm beliebt. Ein weiteres Gespräch über diese Angelegenheit kommt mir nicht ins Gedächtnis. Nur dass ich gesagt haben soll: Es bekümmert mich so sehr wie ihn, oder dass er nie dazu kommen würde zu sagen „Du bist verlorengegangen“, oder dass Tränen von meinen Wangen heruntertröpfeln, nichts davon ist wahr. Da alle, die mich kannten und sich in meiner Gesellschaft aufhielten, bestätigen können wie froh und begierig ich darauf war an den Hof zu gelangen. Ein Gespräch nach seiner Rückkehr von Irland gab es nicht. Soweit ich mich erinnere, fragte er mich aber danach, ob ich mich mit Herrn Culpepper vermählen würde, weil er darüber Berichte gehört hatte. Zur Antwort formulierte ich: Weshalb belästigst du mich mit dieser Angelegenheit, wenn du weißt, dass ich dich nicht nehmen werde; und wenn du darüber Meldungen erhalten hast, hörst du mehr als ich darüber weiß.

Katherine Howard

Catherine Howard to Thomas Cranmer in 1541

Being again examined by my Lord of Canterbury of Contracts and Communications of Marriage between Deerham and me: I shall here answer faithfully and truely, as I shall make Answer at the last Day of Judgment, and by the Promise that I made in Baptism, and the Sacrament that I received upon Allhallowes Day last past. – First, I do say, that Deram hath many Times moved unto me the Question of Matrimony; whereunto, as far as I remember, I never granted him more than before I have confessed: And as for these words, „I promise you, I do Love you with all my heart“, I do not remember that ever I spake them. But as concerning the other words, that I should Promise him by my Faith and Troth, that I would never other Husband but him, I am sure I never spake them.

Examined what Tokens and Gifts I gave to Deram, and he to me: - I gave him a Band and Sleeves for a Shirt. And he gave me a Heart’s-Ease of Silk for a New-Year’s Gift, and an Old Shirt of Fine Holland or Cambricke, that was my Lord Thomas Shirt, and my Lady did give it him. And more than this, to my Remembrance, I never gave him, nor he to me, saving this Sommer Ten Pounds about the Beginning oft he Progresse.

Examined whether I did give him a small Ring of Gold upon this Condition, that he should never give it away. – To my Knowledge I never gave him no such Ring, but I am assured upon no such Condition. Examined whether the Shirt, Band, and Sleeves were of my own Work. – They were not of my Work; but, as I Remember, Clifton’s Wife of Lambeth wrought them. And as for the Bracelet of Silkwork, I never gave him none; and if he have any of mine, he took it from me. As for any Ruby, I never gave him none to set in Ring, nor for other Purposes. As for the French Fenel, Deram did not give it me, but he said there was a little Woman in London with a crooked Back, who was very cunning in making all Manners of Flowers. And I desired him to causer her to make a French Fenel for me, and I would pay him again when I had Money. And when I was First come into Court, I paid him as well for that, as for diverse other Things, to the Value of Five or Six Pound. And Truth it is, that I durst not wear the said French Fenel, until I had desired my Lady Breerton to say that she gave it to me.

As for a small Ring with a Stone, I never lost none of his, nor he never gave me none. As for Velvet and Satten for Billyments, a Cap of Velvet with a Feather, a quilted Capp of Sarcenet and Money, he did not give it me, but at my Desire he laid out Money for them to be paid again. For all which Things I paid him, when I came into the Court. And yet he bought not for me the quilted Cap, but only the Sarcenet to make it of. And I delivered the same to a little Fellow in my Lady’s House, as I Remember, his Name was Rose, an Embroiderer, to make it what Work he thought best, and not appointing him to make it with Freer’s Knots, as he can testify, if he be a true Man. Neverthelesse, when it was made, Deram said, What Wife here be Freer’s Knots for Fraunce. As for the Indenture and Obligation of an Hundred Pound, he left them in my Custody, saying, that if he never came again, he gave them clearly unto me. And when I asked him whether he went, he said he would not tell me untill his Return.

Examined whether I called him Husband, and he me Wife.— I do Answer, that there was Communication in the House that we Two should Marry together; and some of his Enemies had Envy thereat, wherefore he desired me to give him Leave to call me Wife, and that I would call him Husband. And I said I was content. And so after that, commonly he called me Wife, and many times I called him Husband. And he used many Times to Kiss me, and so he did to many other commonly in the House. And I suppose, that this be true, that at one Time when he Kissed my very often, some said that were present, - They trowed that he would never have Kissed me enough. Whereto he answered, - Who should Lett him Kiss his own Wife? Then said one of Them, - I trowe this Matter will come to passe as the Common Saying is. – What is that, quoth he. – Marry, said the other, That Mr. Deram shall have Mrs. Katherine Howard. – By St. John, said Deram, you may guesse Twice and guesse worse. But that I should Winke upon him, and say secretly, What and this should come to my Lady’s Ear? I suppose verily there was no such Thing.

As for Carnall Knowledge, I confess as I did before, that diverse Times he hath lyen with me, sometimes in his Doublet and Hose, and Two or Thre Times naked: But not so naked that he had nothing upon him, for he had alwayes at the least his Doublet, and as I do think, his Hose also, but I mean naked when his Hose were putt down. And diverse Times he would bring Wine, Strawberryes, Apples, and other Things to make good Chear, after my Lady was gone to Bed. But that he made any special Banquet, that by Appointment between him and me, he should tarry after the Keyes were delivered to my Lady, that is utterly untrue. Nor I never did steale the Keyes my self, nor desired any Person to steal them, tot hat Intent and Purpose to lett in Deram, but for many other Causes the Doores have been opened, sometime over Night, and sometime early in the Morning, as well at the Request of me, as of other. And sometime Deram hath come in early in the Morning, and ordered him very lewdly, but never at my Request, nor Consent. And that Wilks and Baskervile should say, what Shifts should we make, if my Lady should come in suddenly. And I should Answer, that he should go into the little Gallery. I never said that if my Lady came, he should go into the Gallery, but he hath said so himself, and so he hath done indeed. As for the Communication of my going to the Court, I remember that he said to me, that if I were gone, he would not tarry long in the House. And I said again, that he might do as he list. And further Communication of the Matter, I remember not. But that I should say, it grieved me as much as it did him, or that he should never Live to say thou hast swerved, or that the Teares should trickle down by my Cheeks, none of them be true. For all that knew me, and kept my Company, knew how glad and desirous I was to come to the Court.

As for the Communication after his coming out of Ireland, is untrue. But as far as I remember, he then asked me, if I should be Married to Mr. Culpepper, for so he said he heard reported. Then I made Answer, What should you trouble me therewith, for you know I will not have you; and if you heard such Report, you heard more than I do know. Katherine Howard.

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