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Die Dudley-Blount Briefe [4]

Diese Briefe besprechen den mysteriösen Treppensturz von Amy Dudley, der Ehefrau von Robert Dudley, der ein Liebling der letzten Tudorkönigin Elizabeth I. gewesen ist. Nach Amys Tod entstanden Spekulationen, ob Elizabeth I. Robert Dudley endlich heiraten und ihn somit zum König von England machen würde. Eine vollständige Übersetzung ins Deutsche scheint bisher nicht durchgeführt worden zu sein.

 

Thomas Blount an Robert Dudley, 13. September 1560

Ich habe die Nachricht von Eurer Lordschaft an die Jury überbracht. Ihr braucht nicht darauf zu bestehen, dass sie sorgfältig sein sollen, ob sie durch Gerechtigkeit für die Sache oder Bosheit gegen Forster veranlasst werden, weiß ich nicht. Sie nehmen viele Mühen auf sich, um an die Wahrheit zu gelangen. Morgen werde ich Eure Lordschaft besuchen und bei meiner Anreise werde ich in Abingdon frühstücken und dort soll ich mich mit einem oder zwei Jurymitgliedern treffen und was ich kann, werde ich daraus entnehmen, sie sind sehr verschwiegen, und trotzdem kann ich ein Getuschel hören, dass sie keine Vermutung von böswilliger Absicht finden können. Und falls ich Eurer Lordschaft mit meinem Gewissen etwas sagen darf: Ich glaube, einige von ihnen finden es schade, Gott vergib mir. Und falls ich verfehlt beurteile, wird meine eigene Überzeugung beruhigt, umso mehr ich suche, desto offener wirkt es auf mich. Ich habe fast nichts, dass mich dazu bringt überhaupt zu glauben, dass irgendjemand der Täter davon wäre, weil mich - wenn ich bedenke, dass Euer Lordschafts Ehefrau vor allen anderen Frauen dieser Zufall trifft – die Umstände und alle Dinge, die ich herausfinden kann, überzeugen, dass nur ein Unglück das verursacht hat und nichts anderes. Ich selbst werde Eure Lordschaft morgen besuchen und wiedergeben, was ich weiß. In der Zwischenzeit verabschiede ich mich bescheiden von Cumnor, am 13. September

Euer Lordschafts verbundener

T.B.

Thomas Blount to Robert Dudley, 13th september 1560

I have done your Lordship’s message unto the jury. You need not to bid them to be careful: whether equity of the cause or malice to Forster do forbid it, I know not, they take great pains to learn the truth. To-morrow I will wait upon your Lordship; and, as I come, I will break my fast at Abingdon; and there I shall meet with one or two of the jury; and what I can I will bring. They be very secret; and yet do I hear a whispering that they can find no presumptions of evil. And if I may say to your Lordship my conscience, I think some of them may be sorry for it, God forgive me. And, if I judge aright, mine own opinion is much quieted; the more I search of it, the more free it doth appear unto me. I have almost nothing that can make me so much to think that any man should be the doer thereof as, when I think your Lordship’s wife before all other women should have such a chance, the circumstances and as many things as I can learn doth persuade me that only misfortune hath done it, and nothing else. Myself will wait upon your Lordship tomorrow, and say what I know in the meantime I humbly take my leave from Cumner the xiiith of September

Your Lordships lif & living

T.B.

 

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