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Briefe - wieder aufgelegt

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„Man nehme: " ¼ Lb ganz zigelroth gebrannter Eisenvitriol, ¼ Lb Gallus, ½ Loth Gummi Tragant, ¼ Loth gebrannte Alaun. fein gestoßen, gesiebt und gut gemischt". Sodann: "Kalt Flußwasser aufgegossen". Wer diesem Rezept folgt, erhält "zwey Kannen" Tinte - und zwar von der Sorte, wie sie im Hause Goethe verwendet wurde. Zu kaufen gab es Tinte damals nicht, deshalb wurde überall fleißig selbst gemischt. Solche Tinte hat gegenüber der heute angebotenen den Vorzug, dass sie nachdunkelt und sehr haltbar ist. Und mehr noch: Durch die individuelle Mischung der organischen Stoffe ist im Grunde jede dieser Tinten wie ein Fingerabdruck überprüfbar: Die Röntgenfluoreszenzanalyse ist das Mittel der Wahl für Archäologen.“ so stieg Hannes Hintermeier seinerzeit in der FAZ in die Besprechung zur Ausstellung „Der Brief“ im Frankfurter Goethe-Museum im Jahr 2008 ein. Der nachwievor hochinteressante Katalog zur Ausstellung wurde aktuell im Stroemfeld Verlag wieder neu aufgelegt und wir erfahren u.a. vom „Schwerenöter Goethe, der seine Liebesbriefe mit Beigaben wie Handtäschchen, Gedichten, Myrte und Lorbeer anreichert. Oder mit der Zeichnung eines Wiedehopfs, der als persisches Symbol für den Liebesboten gilt. Marianne von Willemer wusste Bescheid, ihr Mann nicht …«

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