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Schriftfilme

Redaktion: 

Wie kein anderes Mediengenre sind Schrift und Bild in Bewegung geraten und haben uns zu Zeitzeugen massiver Veränderung der beschleunigten Medien und Zeichen gemacht. In der gegenwärtigen digitalen Phase lässt sich beobachten, dass die Schrift weit über das hinaus geht, was konventionell von Schrift erwartet wird: Ihr Einsatz beschränkt sich bei weitem nicht auf eine unselbstständige Funktionalität der Vermittlung von Informationen, sondern gewinnt einen autono-men ästhetischen Status.
Die Ausstellung „Schriftfilme“ präsentiert an dem 16. November im ZKM Karlsruhe eine Auswahl herausragender Beispiele von Schriftfilmen mit Fokus auf dem künstlerischen Schriftfilm und zeigt, dass die Schrift dort nicht selten zum bewegten und emotionalisierten Hauptdarsteller, aber auch zum Selbstdarsteller wird.
Als Schriftfilme werden jene analog oder digital basierten Filme oder Filmteile bezeichnet, in denen bewegte, animierte, grafisch auffällig gestaltete und vertonte Schrift die Hauptrolle spielt. Die abnehmende Bedeutung des Buches kann gegenwärtig zweifelsohne beobachtet werden, von einem „Untergang der Schriftkultur“ hingegen kann keine Rede sein. Im Gegenteil: Die schon seit Gutenberg beweglichen Lettern sind weiter gewandert zu den Screens, auf denen sich völlig neue Spielräume eröffnen, die in den Kulturen des Buchdrucks kaum zu erahnen waren.
Das Begleitbuch zu Ausstellung erscheint bei Hatje und Cantz.

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