Fixpoetry

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Irgendwie Lyrik

Redaktion: 

In diesem Jahr findet das 27. Freiburger Literaturgespräch vom 7. bis 10. November statt. Gerahmt von einer Eröffnungslesung am Donnerstagabend mit Christoph Hein und einem Abschlusspodium am Sonntagmorgen zum Thema Lyrik, finden an zwei Tagen moderierte Kurzlesungen mit 12 Autorinnen und Autoren im Neuen Rathaus Freiburg statt. Die Schriftsteller und Schriftstellerinnen werden an den drei Tagen nicht nur mit dem Moderationsteam und dem Publikum ins Gespräch kommen, sondern auch untereinander in den kollegialen Austausch treten. In Zusammenarbeit mit diversen Partnern finden im Umfeld Gespräche, Schreibwerkstätten und Podiumsdiskussionen statt. Es lesen: Marie T. Martin, Tanja Maljartschuk, Tristan Marquardt, Petra Morsbach, Monika Zeiner, Monika Rinck, Nico Bleutge, Peter Schneider, Mirko Bonné, Eva Menasse und Georg Klein. Olga Grjasnowa musste ihre Teilnahme aus gesundheitlichen Gründen leider absagen. Marie T. Martin ist neu dabei.
Am Sonntag, den 10. November dann die Abschlussveranstaltung unter dem Titel „Irgendwie Lyrik“ mit Mirko Bonné, Tristan Marquardt und Monika Rinck:
Unser Treppengeländer ist brüchig, verweigert den Halt und lässt uns immer wieder ratlos auf den Stufen zurück: Irgendwie Lyrik. Verpuppt sich das Gedicht – häufig abgelehnt als zu schwer zugänglich – in seinen eigenen Kokon? Zwar wird ihm nachgesagt, es repräsentiere die persönlichste Gattung, es sei intim, subkutan und entfalte seine Wirkung einer Droge ähnlich, doch produziere es zugleich Distanzen und Abwehrhaltungen. So analysierte DIE ZEIT schon 1959: „Die Krise der modernen Literatur ist auf dem Gebiet der Lyrik nicht eine Krise der Dichtung, sondern eine Krise des Publikums, dessen Auffassungsvermögen mit der Entwicklung der deutschen Lyrik nicht Schritt gehalten hat.“ (Andreas Donatk)
Der schwere Stand der Lyrik auch auf dem heutigen Buchmarkt ist bekannt. Bestseller wird ein Lyrikband selten, um nicht zu sagen nie. Zugleich ist es Lyrik, die zuhauf die ungeöffneten Schubladen unserer Vergangenheiten füllt. Und doch scheint er lang zu sein, der Weg vom Schubladenschreiber zum arrivierten Lyriker. Wie kommt man zur Lyrik – und vor allem: wie bleibt man bei ihr? Gibt es Themen, Ansätze, die quasi untrennbar mit dieser Gattung verknotet sind? In einer Gegenwart, in der die Zeit zum Lesen offenbar knapper wird, müssten verdichtete, kurze Texte doch eine überwältigende Renaissance erfahren. Vielleicht steht diese tatsächlich bevor. Bereiten wir ihr den Weg: Mit Mirko Bonné, Tristan Marquardt und Monika Rinck. Die Moderation übernimmt Ina Hartwig, Journalistin und Literaturkritikerin.

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