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Treibsand unter den Füßen

Redaktion: 

„Ende dieser Woche am 30. November und 1. Dezember lädt die in Köln ansässige Marcel Proust Gesellschaft zu einem Internationalen Colloquium „Claude Simon in Deutschland“ in der Bibliotheca Proustiana. Anlass ist derGeburtstag des Romanciers Claude Simon, der vor 100 Jahren, am 10. Oktober 1913 geboren wurde und über den Jean Améry schrieb, er sei der späte und großartige Nachfolger Marcel Prousts. Simon wird als Repräsentant einer Moderne wahrgenommen, die, mit ihrer Abkehr von traditionellen Erzählformen heftig umstritten, Kritik und Leserschaft spaltete.“ meldet der WDR.

Wem Claude Simon einigermaßen unbekannt ist, lese den Essay von Martin Warny, der im Oktober bei Glanz und Elend erschien:„Sein schriftstellerisches Credo formuliert Claude Simon in seiner Nobelpreisrede, indem über die Suche des Schriftstellers nach seinem Weg sagt: «In dieser Suche bewegt sich der Schriftsteller nur mühsam voran. Indem er sich wie ein Blinder vorantastet, gerät er in Sackgassen, wird zu Boden geworfen und fängt wieder von vorn an. Und wenn wir um jeden Preis einen erbaulichen Sinn finden wollen in dem, was er treibt, so liegt er vielleicht darin, dass wir in allem, was wir tun, um vorwärts zu kommen, stets Treibsand unter den Füßen haben.« Wer Simon liest, begibt sich auf unsicheren Boden und ist aufgefordert, auf dem schwankenden Boden des Textes sicheren Stand zu suchen – der Gewinn solchen Sicheinlassens wird nicht ausbleiben.“

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