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Feldkircher Lyrikpreis 2013 & 2014

Redaktion: 

Mit dem Feldkircher Lyrikpreis, der seit 2003 international ausgeschrieben wird, soll deutschsprachige Lyrik ausgezeichnet werden. Zur Teilnahme aufgerufen waren für 2013 alle AutorInnen, die sich literarisch mit einem Zitat auseinandersetzen wollten, Vorgabe war eine Zeile aus Elisabeth Steinkellners Lyrik, welche 2012 mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde: satt liegt deine hand in der wölbung meines rückens. Dreihundert AutorInnen und Autorinnen haben sich in unterschiedlicher Weise mit diesem Bild auseinandergesetzt und Gedanken in verschiedene Richtungen entwickelt: Liebe, Zärtlichkeit, Führung, Begleitung bis zu Gewalt – Steinkellners Gedichtzeile lässt ein breites Assoziationsfeld zu. Die Jury unter Marie-Rose Cerha, Ron Winkler, Gerhard Fuchs und der Vorjahres-Preisträgerin Elisabeth Steinkellner hat aus den anonym vorgelegten Gedichten in der ersten Runde eine Auswahl von zwanzig Einsendungen getroffen und nach eingehenden Beratungen die PreisträgerInnen ermittelt. Diese Texte wurden nun in der Anthologie „Lyrik der Gegenwart“, hrg. von Erika Kronabitter und erschienen in der Edition AS veröffentlicht.

Die Preisträger 2013 waren Tabea Xenia Magyar (die in Berlin und Zürich lebt), Tristan Marquardt (der in München und Zürich lebt), Sibylla Vricic aus Leipizig und Sandra Hubinger aus Wien. Martin Amanshauser erhält den Sonderpreis der Edition Art Science, der an österreichische Autoren im Alter über vierzig Jahren vergeben wird, um damit ein bewusstes Zeichen dagegen zu setzen, dass viele Literaturwettbewerbe für Teilnehmer bis zum 30. Lebensjahr ausgeschrieben sind.

 

Tabea Xenia Magyar

wir tragen gestreifte männerpullover
wie behelfsmässige versuche, stellen gegenstände
auf zum schutz, zwei pulte, bett, spieln sichtbarmachen
von verstecken, es sind alle stimmungen für uns
marie, alle wetterleuchten, schwaden, in der wohnung
fährt das sofa hin und her, ein tiefer anker
jedesmal, da nützen keine kleider nichts
zieh die leinen bald, marie, die stadtromantik
macht dir niemand streitig, räumst allein
die küche auf, ich häng weiter hier
vorm bug, vor deiner traumkulisse

 

Der Feldkircher Lyrikpreis wird im Jahr 2014 wiederum zu einem Thema ausgeschrieben. Dieses wird von den letztjährigen Preisträgern Tabea Xenia Magyar und Tristan Marquardt gestellt. Zur Teilnahme aufgerufen sind alle Autorinnen und Autoren, die sich in ihrer Lyrik mit diesem Thema/Motto auseinandersetzen wollen:

"jemand anderes dachte an ihn wie an nichts"

Die von einer Jury ausgewählten Texte werden anlässlich der Langen Nacht der Lyrik am Freitag, 7. November 2014 um 20.15 Uhr im Theater am Saumarkt, Feldkirch präsentiert bzw. von den AutorInnen und Autoren selbst dem Publikum vorgestellt. Die Bewerbung.

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