Fixpoetry

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Terratürorium

Redaktion: 

„Deutschland, das Land der Dichter und Denker. Pah! Dieser Mythos stammt aus dem 19. Jahrhundert, aus der Zeit von Schiller und Goethe in Weimar, einem Nest mit damals rund 6000 Einwohnern, wovon etwa zwei Drittel Analphabeten waren. Dichter und Dichterinnen haben es in diesem Land nie einfach gehabt.

Im Prenzlauer Berg dürfte die Analphabetenquote heute nicht mehr so hoch ausfallen, aber das bedeutet leider nicht, daß die Dichter heute höher geschätzt würden als damals. Dennoch lassen sie sich nicht unterkriegen. Die Szene ist recht groß. Sie versucht laut zu sein und gehört eindeutig zu den Überresten einer kulturellen Gelassenheit, jenseits staatlich subventionierter Bespaßungen.
Zu diesem Kreis gehört auch Kai Pohl, Jahrgang 1964, der justament seinen Gedichtband »Solanum nigrum antichoc« veröffentlicht hat. Pohl zählt zu jenen Dichtern, die ohne das Charles-Bukowski-Image einer triebgesteuerten Kraftmeierei auskommen. Er schafft es, Natur- und Liebeslyrik ebenso wie systemkritische Cut-ups und Gedichte ohne eine (Brems-)Spur von Klischees oder Gefühlsduselei zu erschaffen. …

»Am Nullpunkt der Sprache beginnt eine neue Utopie. Ein Vortrupp erkundet bereits das unerforschte Territorium.«“  nachzulesen in einer Rezension von Jochen Knoblauch  am 07.01 in der Jungen Welt.

Kai Pohl: Solanum nigrum antichoc. Cut-ups und Gedichte. Verlag Moloko, Pretzien 2013. Ebenfalls 2013 erschien in der Edition Rothahndruck das 16seitige Heft »Zerschossene Bande« mit Gedichten von Kai Pohl und mit Zeichnungen von Tomasz Bohajedyn als Siebdruck (rote Schrift, schwarze Zeichnungen) in einer nummerierten und signierten Auflage von 50 Exemplaren, erhältlich auch in polnischer Übersetzung. Preis auf Anfrage bei www.pappelschnee.de.

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