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Grünäugig

Redaktion: 

Am Montag, den 20. Januar um 20:03  Uhr Hörspielzeit in Bayern 2 mit „Das grüne Auge von Falun – Suchlauf auf einer vergangenen Skala“ von Stephan Krass.
Mit den Erinnerungen verhält es sich wie mit den Gedanken. Wir können sie nicht herauf beschwören, sondern sie kommen zu uns und scheren sich nicht um die Frage, ob sie uns gerade im rechten Augenblick antreffen. Sie blitzen am Firmament der Memoria auf und streuen von weit her ein Wort oder ein Bild in unsere Gegenwart. So entsteht ein Netz von Erinnerungssegmenten, die sich keiner chronologischen Ereignisstruktur beugen, sondern eine eigene Ordnung aus verborgenen Verknüpfungen bilden. Für das literarische Verfahren, die Bewegungsgesetze des Erinnerungsprozesses abzubilden und ihre Segmente mit der wiederkehrenden Formel "Ich erinnere mich" einzuleiten, stehen Georges Perec und Joe Brainard Pate. In dem Hörspiel "Das grüne Auge von Falun" wird diese Vorlage als Einladung verstanden, die Spur der eigenen Erinnerung aufzunehmen.

"Die Produktion besticht durch ihre konsequent und geradlinig, dabei unprätentiös und konzentriert ausgeführte Grundidee, eine Epoche der bundesdeutschen Geschichte aus der Erinnerung eines Heranwachsenden, dann jungen Erwachsenen zu spiegeln - beginnend in der Nachkriegszeit der 1950er Jahre im Westen und bis zum politisch-gesellschaftlichen Aufbruch, der sich dort in den 1970er Jahren vollzog. Die Intention des Autors Stephan Krass ist es offensichtlich gewesen, anhand von sehr persönlich wirkenden Innen-Ansichten ein Zeitbild zu entwerfen, das die Hörerinnen und Hörer zugleich zur Selbstbefragung anzuregen vermag." (Jurybegründung zum Hörspiel des Monats Februar 2013)

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