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Auf Zeichnungen

Redaktion: 

Lakota War Book

„Am Abend des 25. Juni 1876, als die Sioux, Cheyenne und Arapahos fünf Kompanien des 7. US-Kavallerieregiments vernichtend geschlagen und komplett aufgerieben hatten, lagen etwa 300 Tote auf dem Schlachtfeld von Little Bighorn. 204 davon Soldaten, die fast alle skalpiert waren – bis auf ihren Anführer George Custer. Kein Krieger hatte die prachtvollen langen blonden Haare des Generals als Trophäe mitgenommen, lediglich seine Trommelfelle waren zerstochen und ein Fingerglied fehlte.

Danach machten sich die Indianer daran, ihre eigenen Gefallenen zu bestatten, deren Zahl auf 30 bis 130 geschätzt wird – überwiegend junge Krieger, die ein bisschen zu begierig auf Ruhm gewesen und ein bisschen zu wagemutig vorgeprescht waren. Als in den nächsten Tagen von verschiedenen Seiten Kavallerietruppen auf dem verlassenen Schlachtfeld eintrafen, fanden sie mindestens fünf große Begräbnistipis vor – Zelte, in denen tapfere Krieger auf die letzte Reise geschickt wurden. Ein Augenzeuge, Leutnant Winfield Scott Edgerly, beschrieb die Leichen als "schön angezogen und an die Zeltstange in der Mitte des Tipis gebunden".
Ihre Grabbeigaben waren tote Pferde – typisch für ein Reitervolk – so hatten schon 2500 Jahre zuvor in Europa die Skythen ihre Fürsten bestattet. Interessanter als die Pferde war aber, was die Soldaten sonst noch in dem Zelt fanden: Einen erbeuteten Postsack aus Jute mit frankierten Briefen und einem Buch voller Zeichnungen, mit denen Indianer ihre Heldentaten verewigt hatten.“ Matthias Heine berichtet in der WELT von dem Wiederauftauchen dieses Buches.

Castle McLaughlin: A Lakota War Book from the Little Bighorn. The Pictographic "Autobiography of Half Moon", Harvard University Press.

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