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Brache wilder Steichen?

Redaktion: 

Rémy Zaugg, About Death II 9, 1998-2002/2005,Autolack-Siebdruck auf Aluminium

Buchstaben, Worte und Texte in Kombi­na­tion mit Bildern begegnen uns täglich in vielfäl­ti­gen Ausprä­gun­gen. Spätestens seit den Avantgarde-Bewegungen des frühen 20. Jahrhun­­derts ist Schrift auch für unzählige Kunst­­­schaf­­fende ein wichtiger Bestan­d­­teil ihrer Arbeit. Die Städtische Galerie Karlsruhe widmet sich nun diesem vielsei­ti­­gen Thema mit einer eigenen Ausstel­­lung. Gezeigt werden rund 90 Werke aus den Bereichen Malerei, Grafik, Collage, Skulptur, Objekt und Instal­la­tion von über 40 größten­teils inter­na­tio­nal renom­­mier­ten Künstlern und Künst­le­rin­­nen.

Im Fokus der Präsen­ta­tion steht der Zeitraum von den 1960er Jahren bis heute. Zu sehen sind u. a. Arbeiten von Franz Ackermann, Saâdane Afif, Richard Artschwa­­ger, Robert Barry, Jean-Michel Basquiat, Joseph Beuys, Matthias Bitzer, Jenny Holzer, Roni Horn, Martin Kippen­­ber­­ger, Harald Klingel­höl­ler, Joseph Kosuth, Jonathan Monk, Tobias Rehberger, Kay Rosen, Ed Ruscha, Kurt Schwitters, Rémy Zaugg oder Heimo Zobernig. Von den Künstlern Alexandre Singh, David Godbold und Lawrence Weiner sind eigens für diese Schau reali­­sierte Wandar­­bei­ten zu sehen. Ziel der Ausstel­­lung ist es aufzu­­zei­­gen, wie facet­ten­reich und diffe­ren­­ziert Sprache und Schrift heute als künst­le­ri­­sches Material genutzt werden.

"Typo­­gra­­fie kann unter Umständen Kunst sein". Der Künstler und Grafikers Kurt Schwitters schrieb diesen Satz 1930 und machte damit deutlich, dass der Gestaltung von Schrift zu Beginn des 20. Jahrhun­­derts eine gestei­­ger­te Aufmerk­­sam­keit zukam. Mit der Moderne entwi­­ckelte sich eine zunehmende Durch­­drin­­gung von Literatur, Gebrauchs­­gra­­fik und bildender Kunst: Immer mehr Künstler und Künst­le­rin­­nen nutzten Buchstaben, Zahlen und Ziffern als gestal­te­ri­­sches Element in ihren Werken, während Dichter ihre Texte wie Kunstwerke arran­­gier­ten. Den Ausgangs­­punkt des Ausstel­­lungs­­run­d­­gangs bilden daher zwei Werke: Eine Collage von Kurt Schwitters aus dem Jahr 1930 und das Gemälde "Un Coup de Dés" von Marcel Broodthaers von 1969, das eine Hommage an den Schrift­s­tel­­ler Stephane Mallarmé ist. Der Dichter gilt als einer der ersten Künstler, der in seinen Poemen Buchstaben auch als gestal­te­ri­­sches Element einsetzte.

Die Ausstellung Zeichen. Sprache. Bilder - Schrift in der Kunst seit den 1960er Jahren läuft noch bis 23. Februar in der Städtischen Galerie Karlsruhe.

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