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Das kalte Jahr

Redaktion: 

Roman Ehrlich beim Bachmannpreis

Der 15. Robert-Walser-Preis der Stadt Biel und des Kantons Bern geht an Roman Ehrlich für sein Buch «Das kalte Jahr» (Dumont 2013).
Roman Ehrlich, geboren 1983, lebt in Berlin.
Begründung der Jury:
Roman Ehrlichs Roman Das kalte Jahr besticht durch die Dichte der sprachlichen Bilder und den Schwebezustand des Erzählten. Eine Geschichte, die Sehnsucht in fragilen Bildern umschreibt und präzisiert. Ein junger Mann kehrt in sein vermeintliches Elternhaus zurück, findet jedoch ein unbekanntes Kind vor, das ihm öffnet, den ganzen Roman hindurch ein Rätsel bleibt und dem er sich über das Erzählen historischer Begebenheiten zu nähern versucht. Es gelingt ihm jedoch nur in Ansätzen, denn Kälte greift sich Menschen, Landschaft und Vergangenheit. Über den ganzen Roman hin bleibt eine mögliche Annäherung ein niemals ausgesprochener Wunsch. Alles treibt wie die Gezeiten des Meeres, an dessen Ufer das Geschehen spielt, in das Ungreifbare. Variiert wird eine Stimmung von Angst, Bedrohung und dem Verlieren aller Sicherheiten. Roman Ehrlichs Sprache ist geprägt von grosser Genauigkeit, Bildkraft und einer staunenswerten Geduld, die die Dinge sich entwickeln und im Leeren versickern lässt. Der Roman ist eine Absage an Formeln und Festlegungen und er öffnet einen Raum, in dem vielfältige Deutungen möglich werden.

Die Jury bildeten unter dem Vorsitz von Stefan Humbel (Bern) Monique Schwitter (Hamburg), Brita Steinwendter (Salzburg), François Bon (Paris) und Rolf Hermann (Biel). Der Preis ist mit SFr 20'000.- dotiert und wird alle zwei Jahre an ein deutsch- oder französischsprachiges Erstlingswerk in Prosa verliehen.
Die Verleihung findet am 18. Oktober 2014 in Biel statt.

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