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Ann Cotten (Foto © Yves Noir)

Am 6. März hat die Robert Bosch Stiftung in München zum 30. Mal den Adelbert-von-Chamisso-Preis vergeben. In diesem Jahr ging der Literaturpreis an Ann Cotten, die beiden Förderpreise erhielten Dana Ranga und Nellja Veremj.
Zum 30-jährigen Jubiläum wurde in Anwesenheit von fast allen ehemaligen Preisträgern auch die Entwicklung des Preises und der "Chamisso-Literatur" dargestellt: Von den Anfängen der Gastarbeiterliteratur bis in die Gegenwart, in der die Chamisso-Autoren zu den besten Vertretern der zeitgenössischen deutschen Literatur zählen. Gabi Bauer moderierte die Veranstaltung.
Mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ehrt die Robert Bosch Stiftung herausragende Autoren, deren Leben durch einen Sprach- und Kulturwechsel geprägt ist.

Die Robert Bosch Stiftung eröffnete mit der Verleihung des Chamisso-Preises ihr Jubiläumsjahr.

Die Preisträger 2014

Hauptpreis: Ann Cotten

Förderpreis: Dana Ranga

Förderpreis: Nellja Veremej

Eine ausführliche Laudatio zu Ann Cotten von José F.A. Oliver findet sich hier:

Eine von Malte Völk zu „Der schaudernde Fächer“ erschien die Tage auf literaturkritik.de:
„In einem Creative-Writing-Seminar würden die meisten der 17 Prosastücke mit Titeln wie „Reiben“ oder „Talgblasen“ vermutlich durchfallen: Einzelne Szenen hängen selten miteinander zusammen, Figuren kommen und gehen nach Belieben, von konsistenter Handlungsführung kann keine Rede sein. Stattdessen gibt es labyrinthische Gedankengänge, erstaunliche Vorkommnisse und spektakuläre Begegnungen. Zwischendurch sind einzelne Gedichte eingestreut. Zusammengehalten wird all dies von einer beeindruckend beherrschten Sprache, der es gelingt, gerade ihrer verästelten Präzision den poetischen Gehalt abzuringen. Cottens Ich-Erzählerin verbohrt sich unablässig in Details von Begebenheiten und daran anknüpfende Reflexionen. Dieser poetische Bohrer dringt in die entlegensten Ecken ein, die der Horizont der Gegenwartsliteratur überhaupt zu bieten hat. Man beklage sich nicht, wenn plötzlich empfindliche Nerven freiliegen. Es zeigt sich schnell: Hier wird Prosa nach Art von Gedichten geschrieben. Das ist eine riskante Unternehmung, denn allzu leicht könnte sich dabei eine Überfrachtung einstellen, könnte der Leser von der Fülle der stark verdichteten Sprache betäubt und gleichsam erdrückt werden. Aber die Erzählerin löst die sprachlichen Verknotungen immer noch rechtzeitig auf, mit treffenden Pointen und Gedankenblitzen, die schaudernd-verblüfft einschlagen. Und zudem, so rätselhaft ist das Cotten-Universum, sind diese manchmal wuchtigen Gedanken verwoben mit einer diskret humoristischen Leichtigkeit, die für fein abgestimmte Auflockerung sorgt.“

 

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