Fixpoetry

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Fix Zone

Liebe undercover

Redaktion: 

vor dem Abriss gerettet - Foto: Christoph Boeckheler

Veranstaltung: Undercover. Liebeslyrik – ein Update
Termin: 10.4.14, Einlass ab 19.30 Uhr, Beginn: 20.00 Uhr
Ort: Blaues Haus, Niederräder Ufer 2 - mit dabei sind Marcus Roloff, Sarah Schuster, Gerda Jäger und Alexandru Bulucz als Lyrik-Expert*Innen. Jannis Plastargias wird moderieren.
Eintritt: frei, um Spenden wird gebeten

Liebeslyrik
Der-die-das Angebetete als ein unerträglich großartiges, mich überschattendes Gegenüber muss drüben (= nicht hier, gegenüber) und das ganz Andere bleiben, damit ich (= hier & jetzt) auf den Gedanken an Text komme.
Auch zeitlich: morgen, gestern (= nicht jetzt). Siehe Hohe Minne, oder Sappho, jedenfalls so alt wie Text überhaupt sein kann, der in die Lücken schießt, die die Wirklichkeit hinterlässt. Unerreichbarkeit, in die mein Kassiber passt.
Wirklichkeit als tragisch austrocknendes und lahmlegendes Spiel, das die so genannte Erfüllung (= in Erfüllung gehen) ausspart wie einen zu heißen Brei. (Die Finger verbrennen. Auf den Hund kommen. Etc.)
Verliebtheit als aus der Wirklichkeit herausbrechende Spiralbewegung. Aus einer Form kippen (wie vom Stuhl), die mich doch vorher so vermeintlich schön zusammenhielt. Aber ich bin nicht schön.
Einer, der offenbar immer auch zwei war (Lover vs. Briefschreiber): Rainer Rilke. Sein Einbahnstraßenkonzept: reines Verströmen ohne Punkt und Komma, ohne Gegenstück, aber mit verschwimmender Adressatin.
Einsam im Text, zweisam im Leben!
Und der Rest bleibt unauflösbar in den Wellen des letzten Urlaubs hängen, unerreichbare Fernen (siehe Büchner: „Wir wissen wenig voneinander. Wir sind Dickhäuter, wir strecken die Hände nacheinander aus […] wir reiben nur das grobe Leder aneinander ab […]“).
Reiben, auch das …

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