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Tomer Gardi im Interview während der Israelliteratur in Hohenems. Quelle: youtube/jmhohenems

„Gardi lotet nicht nur den Assoziationsraum zwischen Märchenfantasie und Geschichte aus, er lotet auch unsere Unfähigkeit aus, diese Doppeldeutigkeit in Sprache zu fassen. Er experimentiert mit Gedichten und Legenden, mit einer Paul Celan travestierenden Kurzprosa und Shakespeare zitierendem Drama, nicht anmaßend, sondern decouvrierend.Das ganze Pathos unserer Sprachen fällt am Ende in sich zusammen. "Wir halten sie mit eiserner Hand und an der kurzen Leine. Trennen sie von ihren Familien, damit sie das noch viele Jahre in Erinnerung behalten. Ich würde den Arabern Arbeit, Erziehung und Kultur bei minimaler Kalorienzahl geben." So gibt ein gewisser Nachum Horwitz, Mitbegründer der Hashomer-Bewegung, zu Protokoll, als es darum geht, den Bewohnern von Hounin ihre Rückkehr zu verweigern. So viel zum Thema Rückkehrrecht.

Es gibt kein richtiges Ende für Gardis Geschichte. Es gibt nur die Suche nach einer Sprache, die das Verschüttete freigibt, eine Sprache, die nicht wie ein Museum auf den verschütteten Spuren einer anderen Sprache liegt - und es bleibt die Anerkennung, dass es zwischen zwei Sprachen, die aufeinanderliegen, keine Entscheidung dafür gibt, welche die richtige ist, so wie es in Israel/Palästina in Wahrheit keine Trennung in richtig und falsch, hier und dort, die eigenen und die anderen geben kann.“ Hanno Loewy,  DER STANDARD, 5./6.4.2014

Tomer Gardi, "Stein, Papier. Eine Spurensuche in Galiläa". Rotpunkt Verlag, Zürich 2013

Leseprobe.

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