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Die Poetin

Redaktion: 

Filmeszene mit Mirando Otto (Bild: Pandastorm Pictures)

„Elizabeth Bishop (1911 - 1979) zählt zu den bedeutendsten Lyrikerinnen der US-amerikanischen Moderne. Bruno Barreto untersucht in seinem Melodram "Die Poetin" die homosexuelle Beziehung der Schriftstellerin zur Architektin Lota de Macedo Soares. Ein sinnlich-anregendes Stück Kino.

In "Die Poetin" skizziert der Filmemacher das Bild zweier Frauen, die in den Fünfzigern den gesellschaftlichen Konventionen ihrer Zeit weit voraus sind. Sie leben offen homosexuell. Mary und Lota gründen im Laufe der Handlung eine postmoderne Patchwork-Familie, indem sie ein Kind adoptieren. Keine Überraschung, dass Elizabeth Bishop ihre Schreibblockade überwindet, kaum dass sie sich in der Idylle der brasilianischen Vorstadt-Provinz offen zu ihrer Homosexualität bekennen kann.
Barretos Film liefert ein beeindruckendes Zeugnis über die brasilianische Oberschicht der fünfziger Jahre ab, ohne Zeitdokument zu sein. Dem Zuschauer wird die Kluft zwischen Konvention und Moderne sinnhaft vor Augen geführt. Das Werk ist kein typisches Homo-Drama. Der Erotik-Anteil hält sich glücklicherweise stark in Grenzen.
Der Regisseur interessiert sich vielmehr für die Entwicklung der Persönlichkeiten von Bishop und Soares. Der Film lebt von zwei brillianten Schauspielerinnen. Hauptdarstellerin Miranda Otto gelingt vortrefflich, die inneren Konflikte der Literatin nach außen zu tragen. Gleiches gilt für Glória Peres, die Soares eine unterkühlte, ja beinahe eiskalte Note einverleibt.“ 
Martin Schöler heute  in der Leipziger Internet-Zeitung.

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