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Foto: Frank Milautzcki

Daniel Strassbergs Buch Der Wahnsinn der Philosophie: Verrückte Vernunft von Platon bis Deleuze geht schon in die zweite Auflage und ist erst vor knapp drei Monaten im Chronos Verlag erschienen.

Strassberg in einem Interview in der taz:
„Seit jeher versucht die Philosophie die Ordnung der Welt als Ganzes zu begreifen: Nach welchen Prinzipien ist sie aufgebaut, wie funktioniert sie? Eine Ordnung herzustellen, heißt immer, Grenzen zu ziehen und damit etwas auszuschließen. Jeder, der sein Zimmer aufräumt, weiß dass man keine Ordnung hinkriegt, wenn man nicht etwas fortwirft. Sobald man aber etwas fortwirft, hat man nicht mehr alles im Blick. Das Denken ist somit zwischen der Ordnung und dem Alles, zwischen der Totalität und der Unendlichkeit, wie das der französische Philosoph Emmanuel Lévinas nennt, hin und her gerissen. An dieser Stelle kommt der Wahnsinn ins Spiel, als Versuch zugleich Ordnung herzustellen und alles zu denken.“
...
„Was früher als Wahnsinn ausgeschlossen wurde, hat sich heute im Denken verwirklicht. Nur ein Beispiel: Dass Zeichen nicht auf Dinge verweisen, sondern nur auf andere Zeichen, galt früher als Kennzeichnung des Wahnsinns. Seit der Postmoderne ist aber die Vorstellung eines Zeichennetzes, das die Welt nicht abbildet, sondern erst erschafft, eine Grundeinsicht vieler Philosophen und Philosophinnen. Deshalb konnte Gilles Deleuze das schizophrene Denken als Vorbild für ein neues, netzartiges Denken nehmen.“

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