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„Die arthritische Heuschrecke“

Redaktion: 

Zeichnung von Gisèle Prassinos

„Sie ist ein Jahr älter als Ilse Aichinger, die in diesem Jahr dreiundneunzig Jahre alt wird. Mario, ihr vier Jahre älterer Bruder, der nach dem Zweiten Weltkrieg zu den bedeutendsten Vertretern der Abstrakten Malerei gehört, entdeckt schon in den frühen dreißiger Jahren ihre kindlichen Notizen – ihr erster Satz überhaupt: „Diese Schweinereien sind prächtig.“ –, die trotz oder grade aufgrund dieser Kindlichkeit den Nerv des Surrealismus treffen. Der Bruder übergibt die Notizen Henri Parisot, der vor nunmehr fast achtzig Jahren (1935) begeistert ihre erste eigenständige Publikation organisiert: La sauterelle arthritique [Die arthritische Heuschrecke] erscheint im G. L. M.-Verlag (Guy Lévis Mano) mit einer Einleitung von Paul Éluard. Ihr Ruhm und ihr Geschick sind besiegelt: Über Nacht plötzlich als Schriftstellerin wahrgenommen, wird sie mit fünfzehn zur Muse des von Männern dominierten Surrealismus. In der ersten Auflage (1940) der Anthologie des ‚Schwarzen Humors‘ von André Breton ist sie als einzige Frau vertreten. Sie hat heute jeden, der in der Anthologie mitgewirkt hat, überlebt. Ihr Name ist Gisèle Prassinos.“

Alexandru Bulucz zeichnet ein lesenswertes Porträt der französischen Schriftstellerin Gisèle Prassinos, nachzulesen auf faust-kultur.de inclusive ihrem Gedicht „Die arthritische Heuschrecke“.

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