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Papusza

Redaktion: 

Bronislawa Wajs, genannt Papusza (Quelle: encyklopedia.wimbp.gorzow.pl)

Vom Aufstieg einer Analphabetin zur gefeierten Dichterin:
Papusza - Die Mutter der Roma-Dichtung in Polen

Eine Sendung von Waclaw Stawny im Deutschlandradio Kultur, am 13.05.2014 um 19.30 Uhr.

1949. Im Nachkriegspolen beginnt der stalinistische Terror. Ein junger Dichter flieht vor dem Staatssicherheitsdienst und taucht bei den mit ihren Wagen durch Polen ziehenden Roma unter. Dort lernt dieser Jerzy Ficowskieine junge Roma-Frau kennen, in der er eine verwandte poetische Seele erkennt.

Die Frau heißt Bronislawa Wajs, wegen ihrer Schönheit von ihrer Mutter Papusza genannt -  die Puppe. Sie hat nie eine Schule besucht,  Lesen und Schreiben hat sie sich selbst beigebracht. Aber sie singt, und was sie auf Romani singend improvisiert, ist für Ficowski reine Poesie. Er überredet Papusza, die Texte aufzuschreiben, lernt ihre Sprache kennen, übersetzt ihre Dichtung ins Polnische und schickt sie an den Dichter Julian Tuwim. Tuwim, der sich mit dem damaligen Regime arrangiert hatte, konnte die Veröffentlichung von Papuszas Gedichten bewirken. Damit begann Papuszas Aufstieg zur ersten Roma-Dichterin und ihr Fall als Roma-Frau - sie wurde für eine Verräterin des Sippen-Kodex gehalten. Als Zeichen literarischer Anerkennung nahm sie der Verband Polnischer Schriftsteller auf. Später gestand sie, sie hätte ohne Lesen und Schreiben glücklicher gelebt. Als ihre Gedichte längst in andere Sprachen übersetzt wurden, fragte sie immer wieder, was Dichtung sei? Papusza starb 1987. In Polen ist sie nicht vergessen: ein Denkmal aus Bronze, ihr gewidmete Texte, Musik und ein neuer Spielfilm erinnern an sie.

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