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Lektion in Bescheidenheit

Redaktion: 

Die erste veröffentlichte Aufnahme der Erde aus dem All, Mondsonde Lunar Orbiter 1, 1966 © NASA/Caltech

WestLicht,  der Schauplatz für Fotografie in Wien, wagt sich „Völlig Losgelöst“  in die unendlichen Weiten des Weltalls. Anhand von 150 Fotografien gibt die Ausstellung einen einzigartigen Einblick in die Geschichte der Weltraumfotografie: von frühen Schwarzweißaufnahmen vorbeiziehender Kometen aus dem 19. Jahrhundert über das erste Foto der Erdkugel vor dem dunklen Hintergrund des Universums bis zu den farbgesättigten Bildern, die moderne Hochleistungsteleskope aus den Tiefen unserer Galaxie liefern.
In kaum einem anderen Genre hat sich das fotografische Medium so sehr von der menschlichen Wahrnehmung entfernt wie in der Weltraumfotografie. Wurden die Himmelsbilder bis in die 1940er-Jahre hinein noch ausschließlich mit stationären Teleskopen aufgenommen, löste sich die Fotografie mit der Entwicklung der Raketentechnik aus dem Gravitationsfeld der Erde. Raumsonden wie Galileo oder Voyager 2 und Space-Teleskope wie Hubble und Spitzer erkunden fotografisch Regionen des Alls, die für den Menschen noch unerreichbar sind. Mithilfe von nieder- und hochfrequenter Strahlung wie Infrarot- oder Röntgenwellen werden fantastisch wirkende Bilder produziert, die unserem bloßen Auge verborgen blieben.

Die Ausstellung, die nur noch bis 25. Mai läuft, wurde kuratiert von Jay Belloli für die California/International Arts Foundation, Los Angeles, Kalifornien. Ergänzend zeigt WestLicht im oberen Kabinett Fotografien der Mondlandemission Apollo 11 aus der eigenen Sammlung. Im Kontrast zu den fast körperlosen Bildern der Weltraumfotografie werden hier in klassischer Reportagemanier die Astronauten als Akteure des letzten Abenteuers der Menschheit inszeniert – der Erforschung des Weltalls. Im Kameramuseum sind zwei fotografische Installationen des in Wien lebenden Künstlers Markus Krottendorfer zu sehen. Seine Arbeiten fokussieren die Grenzbereiche von Wissenschaft und Science Fiction, ein Wechselverhältnis, das die Raumfahrt seit ihren Anfängen angetrieben hat.

(Gerade die am meisten von der Erde losgelöst entstandenen Bilder, erinnern uns an Begriffe wie Demut und Bescheidenheit. FM) … „so zeigt eine gewaltige Aufnahme des US-Mars-Rovers Spirit vom März 2004, was unsere Erde ist: ein helles, unscheinbares Pünktchen über dem Horizont kurz vor Sonnenaufgang auf dem Mars, so übersehbar, dass man es mit einem Pfeil und der Notiz: „You are here“ markiert hat. Ein Leuchtkäfer wäre größer. Dort also sind wir.“ Die Presse

 

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