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Schatten Schichten

Redaktion: 

Still aus dem Film

Während des FiSH Festivals in Rostock für jungen deutschen Film, das gestern begann zeigt am 17. Mai das LiWu in der Frieda23 um 16.30 Uhr "Der Schatten des Körpers des Kameramanns" von Alfred Behrens. Bezüge zu Peter Weiss sind unverkennbar! Ein Experimentalfilm über das Schreiben, das Erzählen mit dem Kamerafederhalter. Der Film handelt vom Schweben zwischen den Zeilen und Bildern. Ein Brief an einen Freund, der viel zu früh gestorben ist. He was Born to be Wild, Lyriker, Maler, Kämpfer, Maoist 1968. Es geht um den Unzuverlässigen Erzähler, The Unreliable Narrator. Alles ohne Drehbuch. Ohne Shot-List. Ein Dokument des technologischen Wandels von Super8 bis HD. Es geht um die Geschichten, die der Schatten schreibt.

Immer dabei ist der „Colt“ oder sein „Füllfederhalter“, wie Behrens seine Aufnahmegeräte bezeichnet. In seinem Dokumentarfi lm übernimmt er sämtliche Aufgaben selbst und ist Drehbuchautor, Kameramann, Schauspieler und Produzent in einer Person. Überraschend ist nicht nur die Storyline an sich, die in unzählige Puzzleteile zerstückelt ist, sondern auch die Vielschichtigkeit des Films, die Behrens meisterlich herausstellt. In seinem Videoessay, wie Behrens seinen Film selbst nennt, wendet er sich an seinen besten und bereits verstorbenen Freund Jan-Christof und rekapituliert die gemeinsame Zeit des Schaffens.
Die einzigartigen und zum Teil verwirrenden Bilder setzen sich künstlerisch im Verlauf des Films zu einem Ganzen zusammen. Geisteswissenschaften, Künste, Texte und Bilder verschmelzen zu einem Kunstwerk. Wenn es Kunst gibt, dann ist dieser Film die Kunst der Künste und gleichzeitig die Wiedergeburt des direct cinema – transformiert in die Welt von 2.0.

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