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Mich hungert

Redaktion: 

Kurt Münzer, ein in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts bekannter Roman- und Theaterautor, gab 1929 vor, der unbekannte Schriftsteller Georg Fink habe ihm ein Romanmanuskript zur Veröffentlichung anvertraut und sei daraufhin nach Amerika ausgewandert. Das Buch erschien im Verlag Bruno Cassirer und wurde zum größten Erfolg des Schriftstellers Kurt Münzer, der 1930 noch einen weiteren Roman unter dem Namen Georg Fink veröffentlichte: »Hast du dich verlaufen?«.

O, meine Armut habe ich nie bedauert ... Daß ich arm war, merkte ich nie. Ich litt unter anderem. Mich dauerten die Armen, die es empfanden, arm zu sein. Daß ich kein Geld hatte, bekümmerte mich nie. Gewünscht, ja, habe ich es mir immer. Aber der andern wegen. Mutter sollte ein Häuschen haben und Blumen, einen Lehnstuhl und Bohnenkaffee und eine weiße Katze.
Georg Fink

In »Mich hungert« (Metrolit) erzählt Fink/Münzer vom Elend im Berlin der Jahre nach dem Ersten Weltkrieg, von der Inflationszeit, dem Hunger, der Gier nach Leben sowie von der Suche nach Liebe und moralischer Integrität. Aber angesichts des kommenden Elends bleibt dem Erzähler im Jahr 1929 lediglich festzustellen: »Ich bettle immer noch in der Invalidenstraße, ich, ich - wenn ich auch jetzt anders heiße …«

Peter Graf stellt am Donnerstag, 22. Mai, 20 Uhr den Roman »Mich hungert« im Literaturhaus Berlin / Großer Saal vor; Frank Arnold liest ausgewählte Passagen.

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