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Risse mit John Brinckman

Redaktion: 

John Brinckman (Quelle: wikipedia)

Vorgeschichte:
Die Gründung der späteren Literaturzeitschrift hatte eine Vorgeschichte, und es gab es einen unmittelbar dringenden Anlass: Der Architekt Martin Ebert hatte seit 1991 unter dem Titel „RISSe“ eine unregelmäßig erscheinende „literarische Reihe“ herausgegeben, deren letztes, das 17. Heft, im Dezember 1997 erscheinen sollte. Grund hierfür war ein attraktives Arbeitsangebot als Architekt in Norwegen. Gleichzeitig wollte Ebert seine „RISSe“ irgendwie erhalten und wandte sich zu dem Zweck an das Literaturhaus Kuhtor. So kam das genannte Gremium zusammen, das bald auch die erste Redaktion bildete, die durch den jungen Layouter Dietmar Arnhold ergänzt wurde.

Um diese Vorgeschichte der Zeitschrift zu bewahren, gab sie sich den Namen Risse. Dieser Zeitschriftentitel wurde oft kritisiert, z. B. als „typisch ostdeutsch destruktiv“. Doch der Name hatte zumindest ganz andere Wurzeln; sowohl expressionistische als auch architektonische: Heft 1 (April 1991) der von Martin Eberts herausgegebenen Reihe zitierte auf der 2. Seite das Gedicht Vorfrühling des expressionistischen Lyrikers August Stramm (1874-1915). Dort heißt es: „Auf kreischt die Luft / Im Kreisen, weht und heult und waelzt sich / Und Risse schlitzen jaehlings sich / und narben / Am grauen Leib“.

Dass der Herausgeber als Architekt häufig mit Grund- oder Auf-Rissen – also dem Gegenteil von Destruktion – zu tun hat, sollte der Titel wiederspiegeln. 

Mittlerweile ist man bei Ausgabe 32 angelangt, und feiert am morgigen Freitag, den 20.06.2014, den Release eines Sonderheftes zum 200. Geburtstag des mecklenburgischen Autors John Brinckman.

Die literarische Qualität von Brinckmans Texten, von dem etwa der imposante Roman Kasper-Ohm un ick stammt, verdient eine Revision, für die das Jubiläum des Autors eine gute Gelegenheit bietet. Denn Brinckman steckt voller Überraschungen, wie dieses Risse-Sonderheft zeigt, das in essayistischen Beiträgen Brinckmans literarische Leistung würdigt und diesen Autor so in unser Traditionsbewusstsein rückt, wie er es verdient.

Zum ersten Mal wird eine Erzählung Brinckmans aus dem 19. Jahrhundert – die Märchenerzählung Höger up – in einer gezeichneten Geschichte, einer sogenannten Graphic Story, des 21. Jahrhunderts adaptiert. Wir konnten junge Grafik-DesignerInnen der da!:DESIGNAKADEMIE für diese Kooperation gewinnen.

Zur Präsentation des Sonderheftes am Freitag, 20.06.2014 um 19:00 Uhr lädt das Literaturhaus Rostock in den Möckelsaal im Peter-Weiss-Haus (Doberaner Straße 21, 18057 Rostock) ein.

Ausstellungseröffnung mit Grafiken der da!:DESIGNAKADEMIE
(Ausstellungsdauer: 20. Juni 2014 bis 04. Juli 2014)

Es lesen Ronald Richardt und Martin Graupner.

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