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Johann Martin Miller

Redaktion: 

Johann Martin Miller (Kupferstich von J. J. Haid)

Anlässlich des 200. Todestages von Johann Martin Miller heute am 21. Juni 2014 kann man sich eine von Michael Watzka besorgte, kundig annotierte und mit einer Einführung in Leben und Werk versehene Edition „Liederton und Triller“ vormerken, die sämtliche Gedichte des Ulmer Lyrikers bringen wird. Ein Dichter, von dem im Grunde heute gar nichts mehr bekannt ist, wenn man von dem Gedicht „Die Zufriedenheit“ absieht, das Mozart vertonte. Es  lohnt sich, jenen Dichter des Göttinger Hainbunds wiederzuentdecken.

Der im Oktober bei Elfenbein erscheinende Band vereinigt erstmals sämtliche Gedichte des Ulmer Lyrikers. Er folgt der 1783 erschienenen Ausgabe letzter Hand. Die einfachen Strophen handeln von Schäferinnen und Verliebten, einsamen Tälern und Abendmonden - und herzzerreißender Freundschaft. Sie sind in all ihrer Eigenheit und Merkwürdigkeit Dokument jener Jahre zwischen 1772 und 1775, in denen eine kleine Gruppe von Studenten und Klopstock-Jüngern an der Göttinger Universität die Geburtsstunde der empfindsamen Lyrik feierte - und dabei Spuren hinterließ, die bis in die Werke der Klassiker und Romantiker hineinreichen. Ihr Ton und ihre Poetik, und damit auch die des produktiven „Nonnenlieddichters" Miller, klingen noch in den Werken Goethes, Mörikes und der Gebrüder Grimm nach.
 

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