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Satori mit dem Löffelholz

Redaktion: 

Collage von Carlfriedrich Claus (1959). Foto: VG Bild-Kunst, Bonn 2013

Michael Braun heute in der NZZ über „Ekstasen der Schrift“:

„In dem materialreichen Briefband wird nun auch die Affinität des Sprachkünstlers Claus zu mystischen und spirituellen Denktraditionen sichtbar, zur Verschmelzung von Ich und Schrift im «anderen Zustand»: «Lieber Herr Dr. Löffelholz», so schreibt er am Silvestertag des Jahres 1959, «die Aura Ihrer ‹artikulationen›, ihre Äthersphäre, der Hauch, der sie umweht – er gleicht irgendwie jener reinen Atmosphäre, in der man bei konzentriertestem Denken, nach Überwindung des eigentümlich lähmenden Null-, Mitternachtspunktes tritt.» Und an anderer Stelle betont Claus die geistige Nähe dieser Form von Sprachexerzitien zur Zen-Mystik: «Ich glaube, das Experimentieren an sich, das Tun, das Blosslegen, das Ent-decken dieser Dinge, die Spannung, in der man ist, all das, was einen da plötzlich anblickt, – das ist unser Weg zum SATORI.» Die Briefe über die Materialität und Zeichenhaftigkeit von Sprache und Schrift, die sich Franz Mon und Carlfriedrich Claus zeit ihres künstlerischen Lebens geschrieben haben, sind unvergessliche Lektionen über die Elementarteilchen der Sprache.“

Ingrid Mössinger, Brigitta Milde (Hrsg.): «. . . eine nahezu lautlose Schwingungs-Symbiose». Die Künstlerfreundschaft zwischen Franz Mon und Carlfriedrich Claus. Briefwechsel 1959–1997. Visuelle Texte. Sprachblätter. Kerber-Verlag, Bielefeld 2013.

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