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Erklär mir den Krieg

Redaktion: 

Herbert Rikli: Hurra! : ein Kriegs-Bilderbuch. - Stuttgart : Loewe, [1915].

Vom 4. August bis zum 12. Oktober ist im Bilderbuchmuseum Troisdorf / Burg Wissem die umfangreiche Ausstellung „Das Kinderbuch erklärt den Krieg“ zu sehen. Die meisten Exponate stammen aus der Kinder- und Jugendbuchsammlung der Staatsbibliothek zu Berlin. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz entsendet diese Ausstellung im Rahmen ihres Föderalen Programms als Beitrag zum Themenjahr „1914. Aufbruch. Weltbruch“.

Der Erste Weltkrieg brachte eine bis dahin nicht gekannte Flut patriotischer Schriften hervor, darunter auch viele Kinderbücher. Obwohl die Themen Militär und Krieg in Kinder- und Jugendbüchern bereits seit Jahrhunderten tradiert waren und seit dem Ende des 19. Jahrhunderts noch deutlich an Bedeutung gewonnen hatten, erreichte die Publikation von Kinderbüchern zu diesen Themen zwischen 1914 und 1918 ihren Höhepunkt.
Im Troisdorfer Bilderbuchmuseum werden jetzt drei Monate lang 190 Bilderbücher, Erzählungen, Lieder, Kriegsaufrufe, Sachliteratur, Bilderbogen, Originalillustrationen, Schulbücher und anderes ausgestellt. Der größte Teil stammt aus der Staatsbibliothek zu Berlin, weitere Exponate kommen aus der vom Bilderbuchmuseum Troisdorf erworbenen privaten Sammlung von Friedrich C. Heller. Postkarten, Spielzeuge, Spiele und Militaria ergänzen die Schau.
Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, erklärt: „Dass sich die aus pädagogischer und künstlerischer Sicht äußerst sehenswerte Ausstellung wesentlich auf die hiesige Kinder- und Jugendbuchsammlung stützen konnte, spricht sehr für deren Qualität. Sie ist eine der wenigen wissenschaftlichen Spezialsammlungen zu diesem Thema und wird fortlaufend mit Literatur aus allen Zeiten und allen Ländern ergänzt. Umso wichtiger war es uns, die bibliothekarischen und wissenschaftlichen Dienstleistungen der Staatsbibliothek zu Berlin rund um dieses spezielle Genre in Nordrhein-Westfalen vorzustellen.“
Die Ausstellung „Das Kinderbuch erklärt den Krieg“ geht weit über die unmittelbare Zeit des Ersten Weltkrieges hinaus, zeigt auch die geistige Kriegsvorbereitung in deutschen und österreichischen Kinder- und Jugendbüchern nach 1871 und verfolgt die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs an Beispielen von Kinderbüchern bis in die Zeit der Weimarer Republik, von 1918 bis 1933.
Ein Ziel der Ausstellung ist es, die europäische Dimension von Krieg und Militarismus im Kinderbuch deutlich zu machen. Deshalb werden nicht nur deutsche und österreichische Publikationen präsentiert, sondern diesen Büchern auch einzelne Beispiele aus Frankreich, Großbritannien, Italien, Polen, Russland, Belgien und den USA gegenübergestellt.
Ein eigenes Kapitel ist den pazifistischen Kinderbüchern gewidmet, die im Vergleich zur übergroßen Zahl kriegsbejahender und militaristischer Veröffentlichungen zwar in ihrer geringen Menge keinen Gegenpol darstellen konnten, aber dennoch die mutigen Versuche Einzelner dokumentieren, angesichts der ideologischen Mobilmachung für eine friedliche Welt einzutreten.

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