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Ichfacetten

Redaktion: 

Single-Albumcover aus den Sechzigern (Foto: Frank Milautzcki)

In der aktuellen Folge der Sendereihe „Philosophie im Hirnscan“ im Deutschlandfunk konfrontiert sich Martin Hubert mit dem Ich: Es denkt, also bin ich:

Die Souveränität des Ichs - eine Schimäre. Seine Einheit - zersplittert in Einzelteile. Sein Wille - ein Produkt des Gehirns. Das Ich wird abhängig von den Launen der Nervenzellen. Wie ist ein solches neuronales Puzzle-Ich in der Lage, mich als Person zusammenhalten? Wie kann es mir das Gefühl verleihen, die Welt aus meinem ureigensten, individuellen Blickwinkel zu sehen?

Metzinger: " Wenn dieses Modell eingebettet wird in ein schon aktives Wirklichkeitsmodell, dann verfügt so ein System ein erstes Mal über eine Ich-Welt-Grenze und über das, was ich ein zentriertes Wirklichkeitsmodell nenne, das heißt die Welt wird erlebt um einen Mittelpunkt herum und dieser Mittelpunkt bin ich selbst. "

Das Selbstmodell fasst also als Produkt des Gehirns, die körperlichen und geistigen Zustände des Organismus, seine Schmerzen, Bewegungen, Wünsche und Gedanken zusammen und grenzt sie von der Außenwelt ab. Wir nehmen dieses Hirnprodukt jedoch nicht als Produkt, sondern als eine eigenständige, reale Einheit wahr, eben als unser ureigenes Ich.

Metzinger: "Wir erkennen das komplexe Selbstmodell, das unser Gehirn permanent konstruiert, von Millisekunde zu Millisekunde sozusagen, nicht mehr als ein Modell. Und dadurch entsteht die Situation, dass aus einem Selbstmodell ein Selbst wird, aus einem Abbildungsvorgang ein echtes Selbsterleben, das unhintergehbar ist. Bei dem wir das Gefühl haben, wir sind sozusagen uns selbst unendlich nahe und in direktem Kontakt mit uns selbst."

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