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Marcel Proust im Mai 1921 (Quelle: essentialvermeer.com/proust)

am Mittwoch, den 27.08. um 23:15 Uhr auf  arte:   „Auf der Suche nach den Lesern“  
"In Wirklichkeit ist jeder Leser, wenn er liest, ein Leser nur seiner selbst", sagte Marcel Proust. Auf welch facettenreichen Weisen sich die Leser in Prousts Werk "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" wiederfinden können, zeigt dieser Dokumentarfilm. Sechs Leser erzählen von ihren Rezeptionen des Werks, darunter so verschiedene Persönlichkeiten wie eine Malerin oder ein Physiker. Mit seinem Versuch, den schwankenden Begriff des Ichs im Kontinuum von Raum und Zeit zu fassen, gelingt es Proust, seine Leser auf eine tiefenpsychologische Entdeckungsreise zu schicken, stimuliert von seiner unbändigen Poetik.
Für sie - wie für unzählige andere in der ganzen Welt - erschließt Prousts Werk immer auch ganz persönliche Horizonte. Daher die Bewunderung, die Marcel Proust weltweit auslöst.

«In der Sekunde nun, als dieser mit dem Kuchengeschmack gemischte Schluck Tee meinen Gaumen berührte, zuckte ich zusammen und war wie gebannt durch etwas Ungewöhnliches, das sich in mir vollzog. Ein unerhörtes Glücksgefühl, das ganz für sich allein bestand und dessen Grund mir unbekannt blieb, hatte mich durchströmt. Mit einem Schlage waren mir die Wechselfälle des Lebens gleichgültig, seine Katastrophen zu harmlosen Mißgeschicken, seine Kürze zu einem bloßen Trug unserer Sinne geworden; es vollzog sich damit in mir, was sonst die Liebe vermag, gleichzeitig aber fühlte ich mich von einer köstlichen Substanz erfüllt: oder diese Substanz war vielmehr nicht in mir, sondern ich war sie selbst. Ich hatte aufgehört, mich mittelmäßig, zufallsbedingt, sterblich zu fühlen.»

aus: Marcel Proust "In Swanns Welt"

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