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E(scapes)

Redaktion: 

Das Verschwinden aus der Landschaft. Berlin Tel Aviv 2014/15

Hinter dem Titel Escapes steht ein textilbasiertes Kooperationsprojekt, das von zwei Berliner Künstlerinnen, Andrea van Reimersdahl und Ivonne Dippmann, im November 2013 ins Leben gerufen wurde.

Escape: Reimersdahl_Dippmann

Diese Kooperation verfolgt das Ziel, eine Arbeit an der Schnittstelle von Kunst und Mode zu realisieren, die sich zum einen den Raffinessen und handwerklichen Möglichkeiten des Textil- und Druckhandwerkes aus dem uns bekanntem Modekontext bedient und sich zum anderen die Exklusivität des Unikats im klassischen Kunstkontext zu eigen macht. Basierend auf einem schlichtweg analogen Fertigungsansatz im Druck- und Herstellungsverfahren, ist eine Edition von 40 - 60 Einzelstücken vorgesehen, die sowohl tragbarer als auch experimentellerer, skulpturaler Natur sind.

Der Dialog, bzw. der hier angedachte geografische Handlungsspielraum, findet zwischen den beiden Metropolen Berlin (Reimersdahl) und Tel Aviv (Dippmann) statt. Beide Künstlerinnen entwerfen hierbei prozesshaft ihr eigenes persönliches Verhältnis; sowohl zum Landschaftsbegriff im urbanen Raum per se als auch zum Phänomen des Vergehens oder des ”Herausgerissenwerdens“. Reimersdahl bezog sich stilistisch auf Relikte des einst Lebendigen und formierte rasterartig Variationen aus totem Blatt- und Nadelwerk zu großflächigen schwarz/weiß Strukturen.

Basierend auf denen im Frühjahr in Tel Aviv entstanden Zeichnungszyklen Zyklus 01_TA 0414 und Zyklus 00 TA 0314 SKB 09 entwarf Dippmann im Gegenzug ein auf drei Farbebenen ineinandergreifendes Motiv im Vielfarbdruck. Bereits im Siebdruck wurden diese zwei voneinander differenten Landschaftsinterpretationen oder auch ”Sinnräume” partiell in Variationen ineinandergedruckt. In der Weiterverarbeitung, d.h. in der Schnittkonzeption, werden beide Kodierungen zu wiederum einem Objekt zusammengeführt.

Zusammenfassend besteht der Ansatz dieses Projektes zum einen klar darin den Strukturcharakter und die subjektive Wahrnehmung natürlicher und sozialer Umwelt zu reflektieren und zum anderen kritisch das Thema von Nachhaltigkeit, Wachstum und Ressourcenpolitik zu hinterfragen. Folglich, im Rahmen unserer Möglichkeiten, auf das Verschwinden lang tradierter, greifbarer Werte in der Wirtschaftsgeschichte der Textilproduktion aufmerksam zu machen und identitätsstiftende Momente im Kontext des Erinnerns und Vergessens politisch wie auch philosophisch zu beleuchten.

Weitere Informationen finden Sie hier.

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