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Die neue große Heinrich-Heine-Biographie

Redaktion: 

Der entlaufene Romantiker ist wieder unser Zeitgenosse

Heinrich Heine, Rolf Hosfeld, Siedler 2014

Er nannte sich selbst einen „entlaufenen Romantiker“, entwickelte ein fast absolutes Gehör für die Dissonanzen seiner Zeit und lockerte, wie Karl Kraus bemerkte, „der deutschen Sprache das Mieder“ – Heinrich Heine hat als Erster die Kluft zwischen Poesie und Leben überwunden. Doch er war zugleich auch der erste wahrhaft europäische Intellektuelle; und ist dadurch, wie Rolf Hosfeld zeigt, auf überraschende Weise wieder unser Zeitgenosse geworden.

In der Epoche aufkeimender Nationalbewegungen besaß Heine ein feines Sensorium für den gar nicht so feinen Unterschied zwischen republikanischem und altdeutschem Nationalismus. Er richtete als Erster ein waches Auge auf die dunklen Energien eines drohenden Populismus und pflegte eine ganz eigene Unterscheidung von „Kultur“ und „Zivilisation“ jenseits der üblichen Völkerklischees. Er kultivierte einen elegant-ironischen Umgang mit deutschem Ressentiment und Tiefsinn – und beleidigte in all dem die deutsche Leitkultur.

Rolf Hosfeld, erfolgreicher Biograph und einer der besten deutschen Heine-Kenner, zeigt uns, wie Heines außergewöhnliches Leben und Werk den Typus des europäischen Intellektuellen begründet hat.

Rolf Hosfeld, geboren 1948, promovierte über Heinrich Heine, arbeitete als Dozent, Verlagslektor, Redakteur, Feuilletonchef der Wochenzeitung „Die Woche“, Film- und Fernsehproduzent und Regisseur sowie Chefredakteur der Buchreihe „Kulturverführer“. Er verfasste zahlreiche Bücher zu kultur- und zeitgeschichtlichen Themen. Für seine in mehrere Sprachen übersetzte Karl-Marx-Biographie „Die Geister, die er rief“ wurde er mit dem Preis „Das politische Buch 2010“ der Friedrich-Ebert-Stiftung ausgezeichnet. Bei Siedler erschien von ihm zuletzt die Biographie „Tucholsky. Ein deutsches Leben“ (2012). Rolf Hosfeld lebt in der Nähe von Potsdam.

BUCHPRÄSENTATION
 

BERLIN, 17. September 2014, 19.30 Uhr
Haus der Berliner Festspiele, Schaperstraße 24
Rolf Hosfeld im Gespräch mit Helmut Böttiger

Eine Besprechung des Buches von Jürgen Brocan folgt in Kürze auf Fixpoetry.

 

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