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Konrad Bayer: Texte Bilder Sounds

Redaktion: 

Flyer zum Symposium (Quelle: Kunsthaus Muerz)

Vom 18. bis 21. september 2014 findet das Symposium & Literaturfest „Konrad Bayer: Texte, Bilder, Sounds“ im Kunsthaus Muerz statt.

Wer war Konrad Bayer (1932-1964) und was sagen uns seine Texte heute? Vor der Gruppe 47 hat der österreichische Schriftsteller und Dandy, ein Jahr vor seinem Selbstmord, aus dem gerade in Arbeit befindlichen Buch "der sechste sinn" gelesen. Ernst Bloch zeigte sich in seiner Kritik dieser Lesung begeistert: "Die Geschichten machten großen Eindruck auf uns alle, und das Philosophische ist auch nicht zu verkennen. Die Sphären sind eingestürzt, das Verabredete hört auf. Und trotzdem ist alles in einem, noch nicht recht entdeckten Punkt wieder versammelt."

Literarhistorisch ist mittlerweile vieles fixiert: Gemeinsam mit Friedrich Achleitner, H.C. Artmann, Gerhard Rühm und Oswald Wiener gehörte Konrad Bayer der legendären Wiener Gruppe an, jener zentralen Manifestation der österreichischen Avantgarde, die auch aufgrund ihrer Auftrittsformen für Aufregung sorgte. Nach dem Tod Bayers gab Gerhard Rühm das Gesamtwerk des Freundes heraus. Auch Bilder des Autors sind geblieben: Unvergessen die Szene, in der Bayer in dem Film "Sonne halt!" mit einem Glas in der Hand auf einer offenen Terrasse vor dem Meer in ausladenden Schritten tanzt - eine Sequenz, die die biederen 50er-Jahre vergessen macht.

Ist Konrad Bayer mit seinen Texten, seiner Lebensform und seinem Sound zu früh gekommen? Steckt die Essenz seines künstlerischen Daseins im Geschriebenen oder in den Images, die er von sich selbst schuf? Muss man Bayer als Person gekannt haben, um etwas von seiner Wirkung zu verstehen? Sind manche Texte und Konzepte erst heute angemessen zu verstehen? Lässt sich aus den Archivmaterialien der österreichischen Avantgarde ein neuer Zugang gewinnen? Sollte man Bayers Kunst nicht noch viel stärker in einem internationalen Rahmen sehen?

Anlässlich des 50. Todestages von Konrad Bayer nähern sich ehemalige Weggefährten, Autorinnen und Autoren, Literatur- und Kulturwissenschaftler, Studierende und literarische Liebhaber der schillernden Gestalt des Autors an. Denn Bayers Wirkung auf immer wieder neue emphatisch Lesende ist faszinierend. Eine gemeinsame Reise an einen teilweise noch nicht recht entdeckten Ort der österreichischen Literatur.

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