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Ins Freie geholt

Redaktion: 

Claudia Cosmo bespricht aktuell im Deutschlandfunk den Limmat Band über Alfonsina Storni:

"Es könnte sein, dass alles, was ich in Versen je empfand, nichts anderes war als das, was niemals sein durfte. Dort wo ich herkomme, erzählt man, sei alles abgezirkelt gewesen, was man tun konnte. Und all dies Beißende, Niedergekämpfte, Verstümmelte habe ich mit meinen Versen ins Freie geholt."

Das Ringen um Freiraum, sowohl in geistiger als auch physischer Hinsicht, durchzieht sich wie ein roter Faden durch Alfonsina Stornis Gesamtwerk. Dabei beschreibt sie auch aus eigener Erfahrung heraus, wie es ist, sich als unverheiratete Frau mit einem unehelichen Kind in Buenos Aires durchschlagen und sich als Kolumnistin und Zeitungsmitarbeiterin behaupten zu müssen. Sie erzählt darüber, wie sich der Rhythmus städtischen Lebens auf das menschliche Miteinander auswirkt und unter welchen Arbeitsbedingungen Frauen für ihren Lebensunterhalt sorgen. Aufgrund ihres selbstbestimmten, unabhängigen Lebens und der offenen Beschäftigung mit autobiografischen und allgemeinen gesellschaftlichen Fragen, war Alfonsina Storni eine Ausnahmeerscheinung ihrer Zeit.

Alfonsina Storni: Meine Seele hat kein Geschlecht. Erzählungen, Kolumnen, Provokationen. Herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Hildegard Elisabeth Keller, Limmat Verlag 2013.

Ebendort erscheint im Mai 2015 die Storni Biografie "Distel im Wind", geschrieben von Hildegard Elisabeth Keller.

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