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Aktuell eine Besprechung von Dorothee Robrecht auf aviva-berlin zu Annegret Erhard: Anita Rée. Der Zeit voraus. Eine Hamburger Künstlerin der 20er Jahre. edition braus:

„Anita Rée war eine Malerin der Neuen Sachlichkeit, die ihre größten Erfolge in den 20er Jahren hatte und dann - wie es gern heißt - "in Vergessenheit geriet". Im Fall der Anita Rée ist das ein starker Euphemismus: Rée war Jüdin, und Nationalsozialisten sorgten dafür, dass ihre Kunst, "dieser vollendete Krampf", aus Museen verschwand. Viele ihrer Bilder sind bis heute verschollen, einige wenige sind in der Hamburger Kunsthalle zu sehen.“

Anita Rée (1885-1933) ist eine wichtige Protagonistin der Moderne, die im Strudel der Zeitläufte in Vergessenheit geraten ist.
Sie wählte den für eine Frau ihrer Zeit ungewöhnlichen Weg einer künstlerischen Ausbildung. Nach Aufenthalten in Paris und Italien, geschult an den Vorbildern Cézanne, Matisse, Picasso und Léger, kehrte sie 1925 in ihre Heimatstadt zurück. Mit ihren ultramodernen neusachlichen Landschaften, den sinnlichen Akten und zahlreichen Porträtaufträgen erwarb sie sich große Anerkennung. Zu Beginn der 1930er Jahre häuften sich jedoch Diffamierungen, die zur Ausgrenzung der jüdischen Künstlerin führten. Den Tanz mit den Dämonen – den gesellschaftlichen, politischen, schöpferischen und den ganz persönlichen – empfand Anita Rée zunehmend als unerträgliche Belastung, der sie bald nichts mehr entgegensetzen konnte. Im Dezember 1933 nahm sie sich in Kampen auf Sylt das Leben.

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