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Lyrik im Literaturhaus

Redaktion: 

Literaturhaus Graz

morgen Abend in Graz um 19 Uhr ein Abend voller Lyrik
mit: Michael Donhauser, Ulrike Draesner, Maja Haderlap, Evelyn Schlag, Julian Schutting
Moderation: Jochen Jung
Musik: Stippich & Stippich

Im Detail:

Variationen in Prosa (Matthes &Seitz, 2013)
Variationen in Prosa sind höchst kunstvolle Prosagedichte von musikalischer Eindringlichkeit, in denen sich Form und Inhalt untrennbar verschränken. Das Entstehen und Vergehen in der Natur spiegelt sich in den fließende Assoziationen, in den in sich gewundenen, am Material der Sprache sich entlang hangelnden und mäandernden Satzgebilden: da blüht und verwelkt, da sinkt und steigt, da wird und vergeht. Donhauser folgt dem jahreszeitlichen Verlauf wie dem unaufhörlichen Wechsel von Tag und Nacht und entwirft einen paradiesischen Sprachgarten, ein Kunstwerk, das durch Schönheit und Pracht, durch Fülle und Konsequenz tiefe Einsichten in das Wesen der Natur und des Lebens gewährt. (zu: Variationen in Prosa, Matthes &Seitz)

Subsong (Luchterhand 2014)
„Subsong“, „whisper song“ oder „Plaudergesang“ ist ein leiser Vogelgesang: Eine Ansammlung vertrauter Rufe und neuer Lautserien, aus dem Augenblick entstanden, aus Freude. Gedichte als Subsongs. Da wird Wortschatz weitgesungen, da dehnt die Liebe immer beides, Sprache und Herz. Subsongs sind besonders schön: sie haben keine Funktion. Es wird familiengeschwätzt, gelallt, versucht. Ohne es zu bemerken beobachtet man Poesie. Ulrike Draesner „poetisiert die Welt“: Indem sie ihr ihre Töne abnimmt, sie in Sprache übersetzt. Exakt. Melodiös. Lächelnd zugewandt. (zu: Subsong, Luchterhand)

langer transit (Wallstein 2014)
Maja Haderlaps Gedichte haben etwas zu erzählen. Sie sprechen mit faszinierender Eindringlichkeit von Fremdsein und Nachhausekommen, von weiten Landschaften und engen Behausungen, von Menschen, die unterwegs sind: auf der Suche nach dem, was ihr Leben ausmachen könnte. Das kann der Andere sein, der Nächste, die Gemeinschaft, das kann die Einsamkeit oder das Gedicht selbst sein, für das eine Sprache gefunden werden muss. Tiefe Emotionalität stellt sich her, gerade weil sie nicht beschworen wird. (zu: langer transit, Wallstein)

verlangsamte raserei (Zsolnay 2014)
Die neuen Gedichte von Evelyn Schlag nehmen uns mit auf Reisen. Zeitreisen in die Geschichte – die eigene, die der Landschaft und die der Welt. Auch um die Realität und ihre Auflösung in der Fiktion, im Märchen, um die Natur im Vorüberziehen geht es in den acht Zyklen der Österreicherin. Und es geht – wie oft bei Evelyn Schlag – um die Liebe, die Arten der Liebe und der Beziehungen. Die Verbundenheit mit der angloamerikanischen Tradition bewahrt diese Oden an das Sinnliche dabei vor dem Sentimentalen. (zu: verlangsamte raserei, Zsolnay)

Der Schwan ( Jung & Jung 2014)
Manches ist Dichtern und Liebenden gemeinsam und erscheint bei liebenden Dichtern mit doppelter Intensität: die Erinnerung an mit der Geliebten Erlebtes und vor allem die Fantasie, die nicht zuletzt hilft, Versäumtes und Verweigertes auszumalen als Ereignis. Julian Schutting, ein Meister des Konjunktivs, versteht es wie kaum einer, das im Gedicht zu entfalten und scheinende Wirklichkeit werden zu lassen. Bildung und Einbildung gehen bei diesem Dichter einen inspirierenden Bund ein. Julian Schutting ist ein Romantiker, der mit Hilfe von Sehnsucht und Grammatik Träume realisiert. Bei ihm verbergen sich im Unschuldsgewand des Schwans Liebesattacken, die ihn auf ganz eigene Art in die Reihe der großen Liebenden der Literatur stellen. (zu: Der Schwan, Jung und Jung)

 

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