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Bachmann-Preis: Jahr der Frau

Redaktion: 

Logi des diesjährigen Wettbewerbs in Klagenfurt, © ORF

Roman Bucheli spekuliert heute in der NZZ:

„Und so blickt man denn zurück auf vierzehn Lesungen und kann schon jetzt sagen: Der diesjährige Ingeborg-Bachmann-Preis wird am Sonntag an eine Autorin gehen. Die Preisträgerin könnte Nora Gomringer heissen, freilich ebenso gut Valerie Fritsch, Monique Schwitter, Teresa Präauer oder Dana Grigorcea. Vier Preise werden insgesamt zu vergeben sein. Es wird darum mindestens einer zu wenig sein für diese fünf herausragenden Texte, die gewiss allesamt den Hauptpreis verdient hätten.“

 

Und Wiebke Porombka in der ZEIT:

„Das Weibliche dieses Schreibens, wenn eine notwendigerweise verkürzte Pauschalisierung hier einmal gestattet sei, besteht bei diesen Texten darin, dass die Schriftstellerinnen das Wahrnehmen, das Lauschen, das Abtasten des Erfahrenen und Gedachten dem Schreiben ganz offensichtlich vorausgehen ließen, um es sich anschließend in einem ebenso reflektierten wie artifiziellen, souveränen und eigenwilligen Prozess anzueignen.
Das mag eine Selbstverständlichkeit, eine Grundbedingung von Kunst überhaupt sein, ist es aber in dem Moment nicht mehr, wo man sich anschaut, was die vier Schriftsteller in ihren Texten machten. An einem Text wie dem von Jürg Halter konnte man nachgerade idealtypisch beobachten, wie ein Schriftsteller mit dem großen anthropologischen und metaphysischen Besteck klappert und vor lauter Pose bedauerlicherweise gar nicht mehr bemerkt, dass der eigene Text die behaupteten Ansprüche in keiner Weise zu erfüllen vermag. Ganz ähnlich war es schon in den Texten von Sven Recker oder Peter Truschner, in denen laut trommelnd die harten sozialen Themen angegangen werden sollten, aber auch hier waren die Autoren so in ihr Trommeln vertieft und verliebt, dass sie jenseits von diesem relativ wenig wahrnahmen.“

 

Und der Schweizer Tagesanzeiger ist sich auch ziemlich sicher:

„2015 ist am Bachmannwettbewerb das Jahr der Frauen nicht nur, weil zehn der 14 Bewerber weiblich sind. Wenn am Sonntagmittag die vier Preise im Gesamtwert von 47'000 Euro verteilt werden, dürften mit hoher Wahrscheinlichkeit die meisten, wenn nicht alle, an Autorinnen gehen.
Neben den drei Schweizerinnen Gomringer, Schwitter und Grigorcea haben sich auch zwei Österreicherinnen als Favoritinnen positioniert: neben Präauer auch Valerie Fritsch. Letztere überzeugte am Donnerstag mit ihrem Text «Das Bein» über einen nach einer Beinamputation verglimmenden Tänzer und seinem Sohn, der seine Entfremdung vom Vater überwinden möchte.“

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