Fixpoetry

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Gottlieb Konrad Pfeffel

Redaktion: 

Weibchen des Großen Leuchtkäfers (Lampyris noctiluca) (Quelle: wikipedia)

Bei Recherchen zu dem Wort "Neid" fand ein Gedicht auf meinen Schirm, das mich immerhin dazu verführte auch ein bißchen über dessen Autor nachzulesen und einige andere seiner Gedichte.
Gottlieb Konrad Pfeffel (1736 - 1809) war ein deutscher Fabeldichter und Erzähler, der schon zu seiner Studienzeit durch eine Operation am grauen Star fast vollkommen erblindete.

Das Johanniswürmchen

(1778)

Ein Johanniswürmchen saß,
Seines Demantscheins
Unbewußt, im weichen Gras
Eines Bardenhains.

Leise schlich aus faulem Moos
Sich ein Ungetüm,
Eine Kröte, her und schoß
All ihr Gift nach ihm.

Ach was hab ich dir getan?
Rief der Wurm ihr zu.
Ei, fuhr ihn das Untier an,
Warum glänzest du?

***************

     Das höfliche Bauernmädchen

     (1774)

   

Wie heißt das sechste der Gebote?
So fragte jüngst beim Kirchenunterricht
Ignaz, der finstre Dorfzelote,
Ein kleines artiges Gesicht.
Die Antwort war: Ihr sollt nicht ehebrechen.
Ei, rief Ignaz, wer wird so albern sprechen?
Es heißt: Du sollst nicht ehebrechen.
Das arme kleine Mädchen warf
Die Augen auf den Katecheten.
Ich wußte nicht, versetzt es mit Erröten,
Daß man den Pfarrer duzen darf.

 

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