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Besenstiel Preckwitz

Redaktion: 

Ich habe keinen facebook-account und kann vor Ort nicht mitdiskutieren, möchte mich hier aber ebenso klar wie Julietta von den Ergüssen von Boris Preckwitz distanzieren und bin sehr froh, daß Julietta den Verweis zu dessen Seite gelöscht hat:

„Das erhaltene Kulturerbe in Deutschland, das in seiner ganzen Schönheit und Einzigartigkeit mehrfach und wie durch ein Wunder jahrzehntelange Kriege, Feuerstürme, Vertreibungen, Plünderungen und Territorialverluste überstanden hat – dieses Kulturgut in Worten und Werken kann nur jemand gering achten, der sein Land nie kennen gelernt hat oder an der eigenen Kulturbildung gescheitert ist. (…)“ Boris Preckwitz

Ich kenne natürlich nicht das gesamte Kulturerbe Deutschlands (und es reicht mir auch bspw. das internationale Erbe der Poesie, der Philosophie und u.a. der Rockmusik zu kennen), aber ich kenne das, was man fähig war anzurichten im Positiven wie im Negativen. Und die Frage stellt sich mir, ob gerade wir nicht besser wissen sollten, wohin das Stieren auf das Eigene, das Deutsche, das Hochhimmeln „des Deutschen“ führen kann. Unsere Geschichte ist ganz gewiß keine Geschichte der Schönheit und Einzigartigkeit!

Wie Preckwitz so einen Schmarren schreiben kann, verstehe ich nicht.

„Ein Menschenleben reicht kaum aus, um das Wissen und Wirken von deutschen Gelehrten, Geistlichen, Schriftstellern, Tonkünstlern, Forschern, Erfindern, Ingenieuren, bildenden Künstlern, Bauherren, Militärs, Staatsrechtlern und Politikern, Männern wie Frauen zu verstehen. Es gibt nicht den geringsten Grund, diese aus der Tiefe von Zeit und Raum gewachsene Leitkultur wegen eines linkskulturalistischen Konstrukts in Abrede zu stellen.“ Boris Preckwitz

Sogar die Militärs hat er dabei. Ich bin schockiert über diese Sätze. Wer stellt irgendetwas in Abrede, wenn man einfach offen ist für Neues? Man soll Vergangenheit nicht besitzen, um sie zu würdigen, sondern sie für Entscheidungen der Zukunft verarbeiten und nutzen (was die größere Würdigung als die Anbetung wäre), um in „die Tiefe von Zeit und Raum“ hineinzuwachsen nicht als verstockter Besenstiel, der alles rauskehren will aus seiner Stube, sondern als lebendiger Partner allen Lebens.

Frank Milautzcki

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